Auftragsboom und Rekordumsätze

Renaissance der europäischen Leiterplattenindustrie

6. Juli 2017, 11:29 Uhr | Karin Zühlke

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Innovationen kommen weiterhin aus Europa

Auch wenn die gute wirtschaftliche Situation in Zentraleuropa und Lieferengpässe von Zuliefermaterialien den Boom befeuern, kommen die vollen Auftragsbücher nicht von ungefähr: Belohnt werden Zuverlässigkeit, Innovationsfreude und eine Investitionen in neue Fertigungstechnologien. So hat auch Würth den Wiederaufbau des durch einen Brand zerstörten Leiterplattenwerkes in Niedernhall für weitere Investitionen genutzt und es über die zerstörten Assets hinaus als High-Tech-Werk aufgestellt, in dem ein breites Spektrum vom Prototypen über mittlere bis Großserie abgedeckt wird. Wer nicht investiert, kann auch vom Boom nicht profitieren und bleibt früher oder später auf der Strecke. »Aus unserer Sicht ist es unerlässlich, hier zu investieren. Nur so sichern wir die wirtschaftliche Zukunft unseres Unternehmens und damit auch die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter«, bestätigt Norbert Krütt. »Auch wenn Masse und Umsatz mittlerweile in Asien gefertigt werden: Technische Neuerungen, komplexe Anwendungen und Innovationen werden hier gemacht.« Das gilt auch für AT&S, den größten Leiterplattenhersteller mit Hauptsitz in Europa, der sich inzwischen vom High-Tech-Leiterplattenhersteller nach den Worten von CEO Andreas Gerstenmayer zu einem High-End-Verbindungslösungsanbieter weiterentwickelt hat. AT&S fertigt hauptsächlich in Asien. F&E wird aber weiterhin aus Europa getrieben. AT&S fertigt inzwischen neben Leiterplatten auch IC-Substrate und hat dazu ein neues Werk in China in Betrieb genommen. Noch ist der Erfolg des neuen Standbeins allerdings verhalten. Gerstenmayer: »Die Halbleiterindustrie, die wir mit IC-Substraten beliefern, belässt Technologie-Generationen länger am Markt als früher, und die Nachfrage nach Anwendungen wie Desktops und Notebooks war weiter rückläufig. Wir arbeiten an entsprechenden Lösungen und sind nach wie vor überzeugt, dass dies der richtige Schritt für das künftige profitable Wachstum von AT&S ist.« Relativ zufrieden ist Gerstenmayer wir mit der Umsatzentwicklung in der Gesamtschau: Die hohe Auslastung, die weiterhin stabile Nachfrage im Kerngeschäft und die ersten Umsatzbeiträge aus dem IC-Substrat-Geschäft haben AT&S im vergangenen Jahr zu einem Rekordumsatz verholfen. Der Umsatz stieg von 762,9 um 6,8% auf 814,9 Mio. Euro.

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  1. Renaissance der europäischen Leiterplattenindustrie
  2. Innovationen kommen weiterhin aus Europa
  3. Die Konsolidierung ist noch nicht abgeschlossen

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