Tausend Tage SALD

Nanobeschichtungs-Start-up auf Erfolgskurs

7. September 2022, 8:15 Uhr | Heinz Arnold
Das Team von SALD hat die »Spatial Atomic Layer Deposition« entwickelt und will damit die Fertigung effizienter Solarzellen, ausdauernder Batterien und  umweltfreundlicher Verpackungen revolutionieren.
Das Team von SALD hat die »Spatial Atomic Layer Deposition« entwickelt und will damit die Fertigung effizienter Solarzellen, ausdauernder Batterien und umweltfreundlicher Verpackungen revolutionieren.
© SALD

SALD entwickelt nanodünne atomare Beschichtungsprozesse, eine Schlüsseltechnologie für zahlreiche zukunftsträchtige Produkte von Batterien bis zu Fotovoltaik und steht an der Schwelle zur Massenproduktion.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet SALD wie schon im Vorjahr eine Umsatzverdoppelung. Am 7. September 2022 feiert SALD ein ungewöhnliches Firmenjubiläum: 1000 Tage seit der Gründung am selben Tag des Jahres 2019. »Wir haben seitdem zwei Patente im Zusammenhang mit unserer Atombeschichtungstechnologie zugesprochen bekommen, den niederländischen National Groeifonds als Förderer gewonnen, mehr als 50 Firmen für die industrielle Nutzung interessiert, Partnerschaften mit renommierten Forschungs- und Entwicklungsinstitutionen in Europa, Asien und Amerika geschlossen und sind in zahlreichen wissenschaftlichen und industriellen Projekten involviert«, sagt CEO Frank Verhage.  

Das Unternehmen leitet seinen Firmennamen von der Oberflächentechnologie »Spatial Atomic Layer Deposition« (SALD) her, mit der sich nanodünne atomare Beschichtungen durchführen lassen. Mehr dazu lesen Sie hier. Neben einem immer größeren Kundenkreis aus der Industrie hat das Unternehmen den Zuschlag für die Beteiligung an drei EU-Förderprojekten erhalten, die in den nächsten Monaten an den Start gehen sollen.

Nanobeschichtungen sind »the next big thing«

Nanobeschichtungen, die sich aus übereinandergestapelten atomdünnen Ebenen aus unter¬schiedlichen Substanzen zusammensetzen, gelten als »the next big thing«. Sie stellen die Schlüsseltechnologie für folgende zukunftsträchtige Produkte dar: 

  • Solarpanels mit höchster Effizienz
  • organische Elektronikchips mit 5- bis 7-nm-Strukturen
  • hauchdünne reißfeste Verpackungsfolien 
  • Techno-Textilien mit neuartigen Eigenschaften 
  • Batterien, die E Autos weit über 1.000 km ohne Nachladen antreiben

Die dazu benötigte Querschnittstechnologie der »Spatial Atomic Layer Deposition« (SALD) steht nach Jahrzehnten der Laborforschung an der Schwelle zur industriellen Massenproduktion, ist SALD-Chef Frank Verhage überzeugt.

Dabei hat SALD vor allem drei Märkte im Visier: 

  • effiziente Solarzellen, 
  • ausdauernde Batterien 
  • umweltfreundliche Verpackungen

In der Solarwirtschaft lassen sich mit SALD-Beschichtungen für die neue Generation der Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen Wirkungsgrade bei der Leistungsumwandlung erreichen, die weit über der theoretischen Grenze von reinem Silizium liegen. Bei Lithium-Ionen-Batterien erhöht eine SALD-Schicht, die die Elektroden vor dem Elektrolyt schützt, die Stabilität und verhindert die Bildung von schädlichen Dendriten. Für die Herstellung von schnellladenden Hochleistungs-Festkörperbatterien der nächsten Generation bietet sich die Beschichtung mit SALD geradezu an. 

In der Verpackungsindustrie lassen sich dank SALD luftdichte Barriereschichten erzeugen, die die Haltbarkeit von Packgütern erhöhen und den Einsatz von Kunststoffen oder anderen Verpackungsmaterialien reduzieren. Über diese drei Anwendungsgebiete hinaus findet die SALD-Technologie Einsatzmöglichkeiten auf zahlreichen weiteren Gebieten, betont das Unternehmen. Als Beispiele werden die Elektrolyse, Brennstoffzellen und optische Geräte genannt.

SALD hat mit »Spatial Atomic Layer Deposition« ein weltweit einzigartiges, patentiertes Verfahren entwickelt, um im industriellen Maßstab Beschichtungen aufzutragen, die so dünn sind wie ein einziges Atom. Diese Atombeschichtungen werden laut SALD ganze Industrien revolutionieren, darunter die Herstellung von Batteriezellen für Autos und Smart Devices, die Textilwirtschaft/Mode und die Solarenergiebranche.
 


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