Weitere Konsolidierung im Analog-Sektor Chip-Hersteller Analog Devices kauft Konkurrent Maxim

Analog Devices kauft Maxim im Rahmen eines Aktientauschs für 21 Mrd. Dollar. Nach dem Kauf von Linear Technology soll hiermit Analog-Marktführer Texas Instruments weiter unter Druck gesetzt werden.

Der Wert von Analog Devices (ADI) beläuft sich nach der Übernahme von Maxim laut ADI auf über 68 Mrd. Dollar. Rein rechnerisch werde der gemeinsame Jahresumsatz 8,2 Mrd. Dollar betragen, Texas Instruments erwirtschaftete 2019 über 10 Mrd. Dollar. Für eine Maxim-Aktie werden Aktionäre 0,63 ADI-Aktien erhalten. Nach dem Abschluss der Akquisition werden die heutigen Analog-Devices-Aktionäre einen Anteil von 69 Prozent am neuen Unternehmen halten, die Maxim-Aktionäre 31 Prozent.

Analog Devices ist der zweitgrößte Hersteller von Analog-Chips und setzte 2019 etwas mehr als 5 Mrd. Dollar um. Maxim kam 2019 mit 1,85 Mrd. Dollar auf Platz 7 im Ranking der Analog-Chip-Hersteller.

Analog-Devices-CEO Vincent Roche erklärte, Maxim würde mit seinen Stärken auf den Sektoren Automotive und Datenzentren gut zu den Schwerpunkten von ADI passen, die in der Industrie, der Kommunikation und im digitalen Gesundheitssektor lägen. Auch im Bereich des Power-Management würden sich die applikationsspezifischen Produkte von Maxim und die Standardprodukte von ADI gut ergänzen. Das Spektrum beider Unternehmen umfasst rund 50.000 Produkte, die an mehr als 125.000 Kunden geliefert werden. Gemeinsam seien beide Unternehmen in der Lage, komplette Systeme entwickeln zu können und sich damit einen noch größeren Teil des Gesamtmarktes in Höhe von 60 Mrd. Dollar zu sichern. Das gemeinsame Produktspektrum umfasst nun Komponenten, die den Frequenzbereich bis 100 GHz und Leistungsklassen von nW bis kW abdecken.

Die Kulturen beider Unternehmen seien mit Schwerpunkten auf Innovation und Engineering ähnlich ausgerichtet. Insgesamt werden nun 10.000 Ingenieure für ADI tätig sein, 1,5 Mrd. Dollar sollen in Forschung und Entwicklung investiert werden. Durch die Übernahme, die in 18 Monaten abgeschlossen sein soll, will Aanalog Devices im zweiten Jahr nach dem Abschluss Einsparungen durch Synergien in Höhe von 275 Mio. Dollar realisieren. Im dritten Jahr nach dem Abschluss soll noch einmal ein Betrag in gleicher Höhe durch Optimierung der Fertigung hinzukommen. Wieviele Arbeitsplätze dem Kauf zum Opfer fallen werden, steht wohl noch nicht fest, klar ist aber generell bei Firmenübernahmen, dass diverse Rollen wie z.B. in der Adminstration, im Sales und Marketing, doppelt besetzt sind und hier Personaleinsparungen zu erwarten sind.

Ähnliches hatte Analog Devices auch nach dem Kauf von Linear Technology erklärt. In der Realität waren die Kulturen beider Unternehmen – Linear mit dem Schwerpunkt auf kleinen und mittleren Kunden und Analog Devices mit dem Fokus auf dem Großkundengeschäft – offenbar dann aber doch nicht zu 100% kompatibel. In den Jahren nach der Akquisition verließen zahlreiche Ex-Mitarbeiter von Linear Technology, darunter nicht wenige europäische Key-Player wie der ehemalige Europa-Chef Josef Lechner, aus eigenem Antrieb das Unternehmen.