Die weltweite Leiterplattenproduktion Aktuelle und zukünftige Entwicklung des Leiterplattenmarktes

Bild 1. Die chinesische Leiterplattenindustrie - dominiert von taiwanischen und japanischen -Unternehmen - wächst seit über 20 Jahren kontinuierlich. Nur in den Jahren weltweiter Krisen - 2001 und 2009 - gab es einen kleinen Umsatzrückgang.
Bild 1. Die chinesische Leiterplattenindustrie - dominiert von taiwanischen und japanischen -Unternehmen - wächst seit über 20 Jahren kontinuierlich. Nur in den Jahren weltweiter Krisen - 2001 und 2009 - gab es einen kleinen Umsatzrückgang.

Leiterplatten sind Bauelemente- und Schaltungsträger in Einem. Als mechanisches und elektrisches Bauteil übernehmen sie immer mehr Funktionen und erfüllen immer höhere Anforderungen.Sie sind eine Schlüsselkomponente in modernen Elektronikgeräten, doch die Fertigung wandert seit Jahren nach Asien, insbesondere China ab.

Nach dem durch die Finanzkrise 2009 verursachten Einbruch der Weltproduktion um 13 % war 2010 für die Leiterplattenbranche ein Ausnahmejahr im positiven Sinn, denn der global erzielte Umsatz stieg um 24 % gegenüber dem Vorjahr auf einen neuen Höchststand von 54.772 Mio. US-Dollar. Damit ließ die Leiterplattenindustrie 2010 nicht nur die Auswirkungen der Finanzkrise weit hinter sich, es war gleichzeitig das bislang beste Jahr der Branche. Allerdings verschoben sich die Schwerpunkte durch den seit Jahren ablaufenden Konzentrationsprozess weiter: die 10 größten Länder vereinigen über 94 % der Weltproduktion auf sich und von weltweit ungefähr 2.900 Herstellern haben die 100 größten einen Anteil von ca. 75 %. Unter diesen Top 100 sind nur noch 8 aus Amerika und 4 aus Europa. Aber zunächst ein Blick auf die einzelnen Regionen.

Nordamerika

1990 produzierte Nordamerika Leiterplatten im Wert von 5,4 Mrd. US-Dollar und hatte damit einen Weltmarktanteil von 26,6 %. Bis zum Jahr 2000 verdoppelte sich das Volumen auf knapp 11 Mrd. US-Dollar, was einem Weltmarktanteil von 25,4 % entsprach. Zu dieser Zeit gab es in Nordamerika noch 773 Produktionsstätten mit 77.000 Beschäftigten. 10 Jahre später waren es nur noch 314 Standorte, die Mitarbeiterzahl sank auf 22.700. Der Umsatz ging um zwei Drittel zurück und erreichte nur noch 3,7 Mrd. US-Dollar, was einem Weltmarktanteil von lediglich 6,7 % entspricht. Etwa 25 % der in Nordamerika produzierten Leiterplatten hängen von Militäraufträgen ab.

Inzwischen gibt es keine amerikanische Produktion von Großserien mehr, wie sie z.B. in der Automobil- oder Photovoltaik-Industrie benötigt werden. Hinzu kommt, dass in den letzten Jahren nur noch wenig investiert wurde und die Produktionsanlagen daher meist veraltet sind. Dies hat die Konsequenz, dass Amerika auch technologisch den Anschluss verliert. Die überwiegende Zahl von Leiterplattenherstellern beschäftigt sich inzwischen nur noch mit Mustern, Eildienst und Kleinstmengen. Sobald ein Leiterplattendesign zur Serienreife gelangt, erfolgt der Transfer nach Asien, denn von den verbliebenen acht Firmen mit einem Jahresumsatz > 100 Mio. US-Dollar haben fast alle ihre Fertigungsstätten in Asien, meist in China.

Asien

Asien hatte 1990 ein Leiterplatten-Produktionsvolumen von 9,4 Mrd. US-Dollar - 46,3 % Anteil an der Weltproduktion. 10 Jahre später steigerte Asien die Produktion auf 24 Mrd. US-Dollar und 57,6 % Weltmarktanteil. Und weitere 10 Jahre später erfolgte eine weitere Verdoppelung auf nunmehr 48 Mrd. US-Dollar und 87,4 %.

Selbstverständlich ist die Verlagerung der Leiterplattenproduktion nur die Folge der ebenfalls abgewanderten Geräteproduktion. Die vier wichtigsten Bereiche weltweit vereinigen über 83 % der Elektronik auf sich (Computer 31,2 %, Kommunikation 22,8 %, IC-Substrate 15,9 % und Konsumelektronik 13,5 %). Diese sind aus den ehemals traditionellen Regionen Amerika und Europa abgewandert und haben nun ihren Produktionsschwerpunkt in Asien.