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Interview

»Full-Line-Anbieter für die Elektronikkühlung«

21. Juni 2021, 11:21 Uhr   |  Corinna Puhlmann-Hespen

»Full-Line-Anbieter für die Elektronikkühlung«
© CTX Thermal Solutions

Wilfried Schmitz, CTX Thermal Solutions: »Die Kühlung ist in vielen Anwendungen ein Flaschenhals.«

CTX Thermal Solutions ist Spezialist für anwendungsspezifische und standardisierte Kühlprodukte für industrielle Hochleistungs­elektronik. Wilfried Schmitz, Geschäftsführender Gesellschafter, erklärt, was die Herausforderungen in diesem Geschäftsumfeld sind und wie sich CTX positioniert.

Markt&Technik: Vor rund 25 Jahren ist Ihr Unternehmen im Bereich Thermal Solutions als klassischer Distributor für Standardprodukte gestartet. Was hat sich seither verändert? 

Wilfried Schmitz, CTX Thermal SolutionsUnsere ersten Verträge haben wir vor 25 Jahren mit Herstellern geschlossen, die bis dato noch nicht in Deutschland am Markt präsent waren: Pada und Aavid. Unser Angebot umfasste zu dieser Zeit hauptsächlich Standardprodukte. Heute liegt der Schwerpunkt neben dem anerkannten Portfolio an Standardprodukten klar auf projekt- und applikationsspezifischen Anwendungen. Es gibt nahezu keine Applikation mehr, für die wir nicht auf eine passende Technik zur Kühlung zurückgreifen können. Gemeinsam mit dem Kunden identifizieren wir dann die optimale Lösung.

Wie beratungsintensiv ist der Bereich Wärmemanagement, in dem Sie tätig sind?

Inzwischen verfügen viele unserer Kunden über hervorragende Kenntnisse im Bereich der Elektronikkühlung! Vor zwanzig Jahren wurde dieser Bereich oft eher stiefmütterlich behandelt oder rückte erst in einem recht späten Entwicklungsstadium in den Fokus der Konstrukteure. Diesbezüglich hat sich also einiges verändert. Aber natürlich stehen wir auch heute den Entwicklern und Konstrukteuren mit unserer Expertise und Erfahrung zur Verfügung. 

Als Spezialdistributor können Sie sich voll und ganz dem Wärmemanagement widmen. Sehen Sie sich als Nischenanbieter am Markt?

Wir selbst sehen uns nicht als Nischenanbieter; im Bereich der Elektronikkühlung sind wir Full-Line-Anbieter. Leider wird jedoch unser Markt vielfach als Nische angesehen. Dabei wird außer Acht gelassen, dass bei mangelhafter Berücksichtigung thermischer Themen die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit von elektronischen Geräte oftmals nicht mehr gewährleistet sind. 

In welchen Anwendungen wird es immer schwieriger, die Wärme aus dem System zu bekommen?

Heute spielt der Bereich der Leistungselektronik in nahezu allen Geräten und Applikationen des täglichen Lebens eine immer wichtigere Rolle. Hinzukommt, dass die geforderte Miniaturisierung der Geräte die Entwickler und Konstrukteure vor immer neue Herausforderungen im Hinblick auf die Entwärmung stellt. Die Kühlung ist in vielen Anwendungen ein Flaschenhals. Die jeweils richtige Kühllösung parat zu haben bzw. sie mit dem Kunden zu entwickeln, trägt daher zur Zuverlässigkeit und zum Erfolg vieler Produkte bei.

Ein Beispiel für die steigenden Anforderungen im Bereich der Kühlung ist sicherlich der Technologiewechsel bei Autos, z.B. das Batteriemanagement­system von Elektroautos.

Das ist richtig, wir haben von Beginn an die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland aktiv begleitet und durften den Serienhochlauf des ersten in Deutschland in größeren Serien produzierten Elektrofahrzeuges mit einem Flüssigkeitskühlkörper zur Kühlung des Batteriemanagementsystems ausstatten. 

Weitere Highlights für uns in puncto komplexer Kundenlösungen sind neben Automotive-Anwendungen diverse mit Flüssigkeits- oder Luft-Luft-Kühlkörpern versehene Applikationen im Bereich der erneuerbaren Energien. 

In die Zukunft geblickt: Gibt es technische Trends, mit denen Sie sich intensiv auseinandersetzen und die künftig eine Rolle spielen werden?

Vor gut zwanzig Jahren haben wir bereits damit begonnen, uns intensiv mit der Flüssigkeitskühlung zu beschäftigen. In dieser Phase wurden wir regelmäßig dafür belächelt. Doch wir sind uns sicher, dass die Technologie der Flüssigkeitskühlung auch zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen wird! Daher wollen wir diesen Trend mit weiteren innovativen Fertigungstechnologien entscheidend begleiten. 

Ihr Unternehmen ist vor der Corona-Pandemie überdurchschnittlich stark gewachsen. Wie sind Sie durch die letzten turbulenten Monate gekommen und welche Geschäftserwartungen haben Sie an das Jahr 2021?

Wir befinden uns allgemein in einem Wachstumsmarkt und sind zudem in vielen unterschiedlichen Zielmärkten aktiv, anwendungsspezifisch sowie geografisch. Dies sowie der hervorragende Einsatz unseres gesamten Teams haben dazu beigetragen, dass wir das schwierige Corona-Jahr 2020 mit all seinen Herausforderungen nahezu auf Vorjahresniveau abschließen konnten. Mit dem Start ins Geschäftsjahr 2021 sind wir zufrieden und sehen dem weiteren Verlauf des Jahres optimistisch entgegen. 

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