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PB: Entspannung erst für 2019 erwartet

Milliarden-Investitionen bei passiven Bauelementen

02. März 2018, 08:55 Uhr   |  Engelbert Hopf

Milliarden-Investitionen bei passiven Bauelementen
© Vishay

Mit massiven Investitionen sowohl in den Neubau von Werken, den Ausbau existierender Fertigungen als auch die Rekrutierung und das Training neuer Mitarbeiter im Produktionsbereich versuchen die Hersteller passiver Bauelemente seit letztem Jahr, die angespannte Liefersituation zu entspannen.

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Ussama Margieh, AVX: »Wenn neue Fabrikhallen zur Herstellung passiver Bauelementen gebaut werden müssen, kann man grob von 18 Monaten der Investitionsentscheidung und dem Anlauf der Produktion ausgehen.«

In Summe dürften sich die seither angelaufenen und zum Teil bereits umgesetzten Investitionen der Branche im Milliarden-Dollar-Bereich bewegen. Da, wie die Teilnehmer einer aktuellen Round-Table-Diskussion dieser Zeitung berichten, jedoch zum Teil außerhalb existierender Produktionsflächen gebaut werden muss, wird es bis zu eineinhalb Jahre dauern, bis die zusätzlichen Produktionskapazitäten auf breiter Front zum Tragen kommen.

Vor diesem Hintergrund geht die Mehrheit der auf dem Markt&Technik-Forum „Aktuelle Trends und Entwicklungen bei passiven Bauelementen“ versammelten Branchenexperten davon aus, dass sich die Situation in den nächsten Monaten eher noch einmal weiter zuspitzen wird, bevor dann wohl spätestens ab dem Beginn des Jahres 2019, wenn die neu geschaffenen Produktionskapazitäten zur Verfügung stehen, mit einer Entspannung der Liefersituation gerechnet werden kann. »Wenn neue Fabrikhallen gebaut werden müssen, kann man grob von 18 Monaten zwischen der Investitionsentscheidung und dem Anlauf der Produktion ausgehen«, stellt dazu Ussama Margieh, FAE Team Manager Europe bei AVX, fest. Den Vorwurf, die Kunden zu spät über die sich abzeichnenden Lieferengpässe informiert zu haben, will die Branche nicht auf sich sitzen lassen.

»Wir haben unsere Kunden erstmals im 1. Quartal 2017 über die sich verändernde Situation informiert«, versichert Jürgen Engelhardt, Senior Sales Manager Business Unit Industry bei Murata Europe. Engelhardt stellt vielmehr stellvertretend für die Hersteller- und Distributorenbranche die Frage: »Wann haben die OEMs ihre komplette Lieferkette bis hin zu den Herstellern passiver Komponenten über den über das normale Wachstum hinausgehenden Bedarf in ihren Endprodukten informiert?« Schließlich hat sich der Markt bereits vor 13 bis 14 Monaten begonnen, sich von einem klassischen Käufer- zu einem Beschaffungsmarkt zu wandeln, wie unter anderem Dr. Arne Albertsen, Senior Sales Manager bei Jianghai Europe Electronic Components, bestätigt. Ganz ähnlich sieht das auch Olaf Lüthje, Senior Vice President Business Marketing Vishay Passives: »Je nach Produktgruppe hat der Markt im 1. Quartal, spätestens aber im 2. Quartal 2017 stark angezogen. Die Nachfrage ist massiv angestiegen, und die Lieferzeiten haben sich zum Teil innerhalb kurzer Zeit erheblich erhöht!«

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Josef Vissing, TDK-Europe: »Wie schnell sich Fertigungskapazitäten aufbauen lassen, hängt sehr stark von der Lieferfähigkeit der Maschinen- und Anlagenbauer ab, und die Lieferzeiten liegen derzeit bei bis zu einem Jahr.«

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