Hermes-Barometer Supply Chain:

Fast alle wollen mehr Transparenz, aber...

19. Januar 2023, 12:37 Uhr | Karin Zühlke
.
© Hermes Barometer

Dem Hermes-Barometer zufolge sehen zwei Drittel von 150 Verantwortlichen aus Logistik und Supply Chain Management den Datenaustausch in der Lieferkette sowie transparente Zusammenarbeit als besonders erfolgsentscheidend. An der Umsetzung hapert es allerdings.

Der überwiegende Teil der für das 17. Hermes-Barometer befragten Unternehmen hat das hohe Potenzial unternehmensübergreifender Kollaboration und operationaler Vernetzung innerhalb der Lieferkette erkannt. Mit 65 Prozent vertritt weit mehr als die Hälfte der Verantwortlichen die Ansicht, dass Effizienzsteigerungen in der Supply Chain zukünftig nur durch Kooperationen und den Datenaustausch mit Kunden und Lieferanten möglich sein werden. In größeren Unternehmen mit 250 bis 1.000 Beschäftigten teilen sogar 100 Prozent der Befragten diese Einschätzung. Rund sieben von zehn der Unternehmen (68 Prozent) geben an, in ihren Beschaffungsprozessen bereits auf intensive Kooperation mit Geschäftskunden und Lieferanten zu setzen. Über alle Unternehmensgrößen hinweg räumt jedoch etwa die Hälfte (55 Prozent) der Unternehmen ein, das Potenzial kollaborativer Prozesse sei zwar bekannt, werde aber noch nicht voll ausgeschöpft.  
 
Erfolgsentscheidend: Kommunikation, Vernetzung und digitale Steuerung

Als Vorteile der kollaborativen Zusammenarbeit bewerten Unternehmen besonders jene Faktoren, die mit einer guten Vernetzung der Akteure über Unternehmensgrenzen hinweg assoziiert sind. So sprechen etwa neun von zehn Supply Chain-Verantwortlichen (88 Prozent) dem persönlichen Kontakt und Austausch zwischen den verschiedenen Partnern eine sehr große Bedeutung zu. Bei Unternehmen mit 50 bis 250 sowie 250 bis 1.000 Mitarbeitenden bestätigen 89 bzw. 83 Prozent der Befragten die große Bedeutung von übergreifender Kommunikation in der Lieferkette.
Effiziente Steuerungstools wie IT-Plattformen für die effiziente Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette bewerten vor allem größere Unternehmen mit 250 bis 1.000 Beschäftigten als erfolgsentscheidend (83 Prozent). Über alle Unternehmensgrößen hinweg sagen das 67 Prozent. Auch die Vermeidung von Doppelaktivitäten und die Nutzung von Synergien hat eine sehr große Bedeutung: Bei Unternehmen mit 50 bis 250 Mitarbeitenden bestätigt dies etwa die Hälfe der Befragten, bei Unternehmen mit 250 bis 1.000 Mitarbeitenden sind es sogar 67 Prozent.  

Die Wirkung kollaborativer Zusammenarbeit auf die Sichtbarkeit innerhalb der Lieferkette halten die meisten Entscheider*innen ebenfalls für besonders relevant: Dreiviertel der Befragten schätzen eine erhöhte Transparenz durch die gemeinsame Sicht auf die Lieferkette als erfolgsentscheidend ein. Bei Unternehmen mit 250 bis 1.000 Mitarbeiter*innen bestätigen das sogar 83 Prozent. „Transparenz ist sowohl die Voraussetzung als auch das Ergebnis kollaborativer Prozesse – besonders, wenn sie digital unterstützt werden“, weiß Moritz Gborglah, Division Manager und Experte für digitale Transformation bei Hermes International, einem Geschäftsbereich von Hermes Germany, aus der Zusammenarbeit mit Kundenunternehmen. „Das Teilen von Daten und Informationen ermöglicht eine gemeinsame Steuerung, die gemeinsame Nutzung begünstigt wiederum das Sammeln von qualitativ hochwertigem Datenmaterial. So können kooperative Prozesse fortlaufend optimiert werden.“  

 

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

  1. Fast alle wollen mehr Transparenz, aber...
  2. Hemmnisse: Fehlende Vernetzung, hohe Kosten und wenig personelle Ressourcen

Verwandte Artikel

elektroniknet