Evaluierungs-Plattform

Arrow zündet den SPE-Turbo für die letzte Meile der Industrie

26. März 2026, 12:47 Uhr | Karin Zühlke
© Arrow

Mit einem neuen Referenzdesign will Arrow Electronics die Einführung von Single Pair Ethernet (SPE) in industriellen Anwendungen deutlich beschleunigen. Gemeinsam mit Microchip Technology, Bourns und Amphenol hat der Distributor dazu ein neues Evaluierungsboard entwickelt.

Diesen Artikel anhören

m Fokus steht nicht nur der PHY: Das Board macht deutlich, dass die Leistungsfähigkeit von SPE-Verbindungen maßgeblich durch die physikalische Schnittstelle beeinflusst wird – insbesondere durch die magnetische Kopplung zwischen Transceiver und Kabel. Genau hier setzt das Design an. Es kombiniert den 10BASE-T1S-PHY LAN8670 von Microchip mit einem nach IEC 63171-6 ausgelegten SPE-Steckverbinder von Amphenol und integriert magnetische Komponenten von Bourns, darunter Isolationstransformatoren und Gleichtaktdrosseln (CMC).

Physikalische Schicht im Rampenlicht

Das Referenzdesign zeigt praxisnah, wie entscheidend die Qualität dieser Bausteine für die Gesamtperformance ist. Insbesondere die Gleichtaktunterdrückung und die galvanische Trennung wurden laut Arrow gezielt optimiert – mit spürbaren Effekten bei niedrigen Frequenzen. Das Ergebnis: stabilere Verbindungen und bessere Signalintegrität selbst in rauen industriellen Umgebungen mit hoher elektromagnetischer Belastung.

Damit adressiert Arrow ein zentrales Problem moderner Industriekommunikation. Denn während klassische Feldbusse wie CAN oder RS-485 zunehmend durch Ethernet-basierte Architekturen ersetzt werden, steigt gleichzeitig der Anspruch an robuste Kommunikation bis in die unterste Feldebene – also direkt zu Sensoren und Aktoren.

Alternative zu kondensatorbasierter Isolation

Ein technisches Highlight des Boards ist der Ansatz, auf transformatorbasierte Isolation zu setzen. Im Vergleich zu rein kapazitiven Lösungen ermöglicht dieser Ansatz eine deutlich verbesserte Rauschunterdrückung im Niederfrequenzbereich. Gleichzeitig erhöht sich die Widerstandsfähigkeit gegenüber leitungsgebundenen und abgestrahlten Störungen – ein entscheidender Vorteil in industriellen Installationen.

Für Entwickler bedeutet das nicht nur stabilere Netzwerke, sondern auch weniger Aufwand bei der Einhaltung von EMV- und Emissionsvorgaben. Gerade in regulierten Märkten kann das Entwicklungszeiten verkürzen und Risiken im Zertifizierungsprozess reduzieren.

Praxisnahe Evaluierung im Systemkontext

Das USB-betriebene Evaluierungsboard ist auf praxisnahe Tests ausgelegt. Entwickler können damit unterschiedliche Isolationskonzepte direkt vergleichen, das Verhalten der Gleichtaktunterdrückung analysieren und die EMV-Performance unter realistischen Bedingungen bewerten. Auch die Untersuchung von Punkt-zu-Punkt- und Multidrop-Konfigurationen im 10BASE-T1S-Umfeld ist möglich.

Damit wird das Board zu einem Werkzeug für die Systemvalidierung – nicht nur für einzelne Komponenten. Ziel ist es, die Netzwerkstabilität und Kanalperformance frühzeitig im Entwicklungsprozess abzusichern.

Unterstützt wird dies durch das Engineering Solutions Center von Arrow, das neben technischem Support auch kundenspezifische Anpassungen anbietet.

Ab sofort verfügbar

Das Referenzdesign 10BASE-T1S REF_SPE_T1S ist ab sofort verfügbar und richtet sich an Entwickler, die SPE in industriellen oder gebäudetechnischen Anwendungen evaluieren und implementieren wollen.


Lesen Sie mehr zum Thema


Jetzt kostenfreie Newsletter bestellen!

Weitere Artikel zu Arrow Central Europe GmbH

Weitere Artikel zu Distribution