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Sicheres Bezahlen mit dem Smartphone

Die elektronische Geldbörse auf Hash-Chain-Basis

16. Oktober 2018, 14:57 Uhr   |  Karin Zühlke

Die elektronische Geldbörse auf Hash-Chain-Basis
© Bilder: PBV Kaufmann

Geräte mit Secure Element (grün) können mit Geräten ohne Secure Element (rot) ohne Cloud-Zugriff jederzeit e-Money austauschen. Verfügt keines der Geräte über ein Secure Element, ist dies nicht möglich.

Auf Basis eines Blockchain-ähnlichen Ansatzes hat die PBV Kaufmann Systeme in Zusammenarbeit mit Rutronik ein Bezahlsystem entwickelt, das online und offline mit handelsüblichen Smartphones sicher und einfach funktioniert.

Abgesehen vom Online-Shopping wird nach wie vor meist bar oder mit EC- bzw. Kreditkarte bezahlt: 77,9 Prozent aller Einkäufe wurden nach Angaben des Handelsinstituts EHI 2017 in Deutschland noch mit Bargeld beglichen. Wer auf Münzen und Scheine verzichtet, zückt vorrangig die Karte. Dass sich das Bezahlen via Smartphone bislang nicht durchsetzen konnte, liegt an den hohen Anforderungen: Der Kunde braucht nicht nur ein geeignetes Handy mit entsprechender App, sondern auch eine Kreditkarte, dazu akzeptierende POS (Point of Sales) und diese wiederum brauchen eine gute Internetverbindung.

Nicht so beim System von PBV Kaufmann: Scoop e-money funktioniert auch offline; weder POS noch Smartphone müssen mit dem Internet oder der Cloud verbunden sein. Es behandelt das Mobilfunkgerät wie eine Prepaid-Kreditkarte; damit ist auch keine Kredit- oder EC-Karte erforderlich.

Das Geld wird auf dem Smartphone und den Terminals in Form von Hash-Chains gespeichert. Eine Mehrzahl kryptografischer Werkzeuge gewährleistet, dass die Transaktionen sicher und korrekt ablaufen. Zusätzlich werden alle Transaktionen von den Scoop-Servern nachgeprüft. Die Server überwachen so die Geldflüsse und stellen die Integrität des Gesamtsystems sicher.

Rutronik
© Rutronik

Stephan Wullschleger von PBV Kaufmann erklärte auf der Embedded World, wie Scoop e-money funktioniert.

»Damit verfügt das System über ein paar einzigartige Features, mit denen Anbieter – zum Beispiel Kantinen-, Restaurant- oder Kioskbetreiber – bei ihren Kunden punkten können«, ist Stephan Wullschleger, technischer Geschäftsführer von PBV Kaufmann, überzeugt. Der Kunde muss keine passenden Scheine oder Münzen heraussuchen, das Smartphone genügt. Beim Bezahlen muss er nicht einmal die Scoop-e-money-App öffnen, er braucht nur das Mobilfunkgerät auf das Bezahlterminal legen, innerhalb weniger Sekunden ist der Bezahlvorgang abgeschlossen. In der App sind alle Beträge mit Datum und POS aufgelistet, sodass der Käufer stets die Übersicht über alle Zahlungsvorgänge hat.

Bezahlen mit jedem beliebigen Smartphone

Das Smartphone muss keine spezifischen Hardware-Anforderungen erfüllen. Enthält es ein NFC-Modul, wird dieses für die verschlüsselte Kommunikation mit dem Terminal verwendet. Alternativ kann auch über eine gesicherte BLE-Verbindung oder über einen anderen Kanal mit dem Terminal kommuniziert werden.

Bilder: PBV Kaufmann
© Bilder: PBV Kaufmann

Funktionsfähiger Demonstrator mit einer handelsüblichen Kaffeemaschine, einem Scoop-Terminal mit Secure Element und einem herkömmlichen „unsicheren“ Smartphone als e-Money-Quelle.

Dies macht Scoop e-money unabhängig von Netzwerkbetreibern und Smartphone-Herstellern und damit zur interessanten Lösung für Organisationen mit dezentraler Struktur und global tätige Unternehmen. Sie können sich als technische Vorreiter profilieren – ein Argument, das vor allem bei technisch affinen und jüngeren Kunden zieht. Zudem können Unternehmen das System als Kundenbindungs-Tool nutzen und mit Bonusservices wie Startguthaben oder Gutscheinen verstärken. Alle Geldflüsse sind transparent, das Kundenverhalten lässt sich in Echtzeit beobachten.

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1. Die elektronische Geldbörse auf Hash-Chain-Basis
2. Dank Hash-Chain mindestens so sicher wie Bargeld

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