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"Buchungen stark, Nachfrage kehrt zurück"

12. Februar 2021, 11:25 Uhr   |  Karin Zühlke

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DMASS Umsätze der letzten Quartale in Millionen Euro

Mit enem Minus von 3,8 Prozent hat sich der Rückgang in der europäischen Halbleiterdistribution laut DMASS in Q4 abgeschwächt. Der COVID-19-Einfluss schwindet und Bauteilknappheit droht.

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Georg Steinberger, DMASS: "Die schlüssigste Erkenntnis aus den Daten ist, dass sich der Markt dort, wo es eine starke Auftragsfertigung gibt, schneller erholt. Die zweite offensichtliche Entwicklung ist, dass Deutschland als Hochburg für den europäischen Markt kleiner wird, zum Teil getrieben durch vermehrtes Outsourcing nach Osteuropa.”

Der europäische Halbleiter-Distributionsmarkt scheint 2020 das Schlimmste hinter sich zu haben und eine Rückkehr zum Wachstum ist 2021 sehr wahrscheinlich. Mit dem Nachlassen des COVID-19-Einflusses und der Rückkehr zu starkem Wachstum in Asien, das die Bauteilnachfrage antreibt, wächst auch die Nachfrage in Europa. In Q4/2020 war jedoch noch ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Nach Angaben von DMASS Ltd. sank der Umsatz im europäischen Halbleiter-Distributionsmarkt um 3,8% auf 1,86 Mrd. Euro. Das Gesamtjahr endete mit -12,4% und einem Gesamtumsatz von 7,72 Mrd. Euro. (Hinweis an die Redaktionen: DMASS beansprucht eine Abdeckung von 80 bis 85% des europäischen Halbleiter-DTAM.)

Georg Steinberger, Vorsitzender von DMASS: "Während die 2. Welle der COVID-19-Pandemie noch in vollem Gange ist und Transporthürden es erschweren, Hightech-Güter rechtzeitig nach Europa zu bekommen, wächst die Nachfrage der Kunden - vor allem im Automobilbereich - stark. Längere Lieferzeiten und Preiserhöhungen seitens der Hersteller werden voraussichtlich das erste Halbjahr 2021 dominieren. Es bleibt abzuwarten, ob das extrem hohe Buchungsniveau über den Sommer hinaus nachhaltig ist."

In Bezug auf die Länder schnitten alle Länder und Regionen mit einer starken Auftragsfertigungsbasis im 4. Quartal relativ gut ab und wuchsen in einigen Bereichen gesund, während größere Regionen immer noch unter den Auswirkungen des Abschwungs litten. Die Spanne des Wachstums/Rückgangs reichte von -24% bis +22%. Deutschland verzeichnete erneut einen überdurchschnittlichen Rückgang um 8,2% auf 487 Mio. Euro. Italien schnitt mit einem Rückgang von nur 3,9 % auf 153 Mio. Euro deutlich besser ab. Frankreich verzeichnete einen Rückgang um 10 % auf 117 Mio. Euro und Großbritannien, trotz einiger Brexit-bedingter Vorverlagerungen, einen Rückgang um 15,1 % auf 118 Mio. Euro. Die nordischen Länder landeten wie Italien mit -5,7% auf 146 Mio. Euro nahe am Durchschnitt. Der gesamte Osten mit Osteuropa (+2,3% auf 356 Mio. Euro), Israel und der Türkei wuchs sogar, ebenso wie Benelux mit +14,7% auf 70 Mio. Euro.

Georg Steinberger: "Die schlüssigste Erkenntnis aus den Daten ist, dass sich der Markt dort, wo es eine starke Auftragsfertigung gibt, schneller erholt. Die zweite offensichtliche Entwicklung ist, dass Deutschland als Hochburg für den europäischen Markt kleiner wird, zum Teil getrieben durch vermehrtes Outsourcing nach Osteuropa. Bislang ist Großbritannien von nennenswerten Brexit-Effekten verschont geblieben, obwohl wir zweifellos im Laufe des Jahres 2021 weitere Auswirkungen sehen werden."

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