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Elektromechanische Bauelemente

Die fünf häufigsten Fehler bei der Beschaffung

22. April 2021, 11:36 Uhr   |  Karin Zühlke

Die fünf häufigsten Fehler bei der Beschaffung
© Conec Elektronische Bauelemente

Warum hakt es immer wieder beim Einkauf von elektromechanischen Komponenten? Danijel Corko, Senior Manager Product Marketing Connectors, und Martin Unsöld, Senior Manager Product Marketing Mechanics, beide Rutronik, bringen die Probleme auf den Punkt.

Falsche Priorisierung

Häufig werden elektromechanische Artikel nicht mit der notwendigen Priorität behandelt und erst am Ende der Entwicklung berücksichtigt. Dabei ist die Auswahl dieser Artikel nicht so einfach: So muss beispielsweise der zur Verfügung stehende Platz für ein etwaiges Wärmemanagement oder die notwendigen Verbindungselemente bereits in der Designphase bedacht werden. Hier unterstützen Erfahrungswerte, die Rutronik aus bereits umgesetzten Projekten und Applikationen gewinnen konnte.

Zu wenige technische Details

Anfragen, die Rutronik von Kundenseite bekommt, sind durchaus etwas rar gespickt, was die technischen Informationen anbelangt. Dabei gilt: Je genauer die Anfrage, umso schneller und besser die Beratung. Die perfekte Auswahl wird hierdurch enorm erleichtert. Es reicht bei elektromechanischen Bauteilen nicht aus, die gewünschten Spannungs- und Stromwerte zu kennen. Hier spielen viele weitere technische Spezifikationen eine Rolle, die je nach Bauteil variieren können.

Corko_Danijel
© Rutronik

Danijel Corko, Rutronik

Unsöld_Martin
© Rutronik

Martin Unsöld, Rutronik

Keine Einbeziehung von Komplementärprodukten

Auch in der Elektromechanik gilt: Accessoires nicht vergessen! Diese runden das Outfit erst perfekt ab. Ein Beispiel: Es wird eine Sicherung gekauft. Glassicherungen benötigen aber zusätzlich einen Sicherungshalter, der mit auf das Layout muss. Dasselbe gilt für Relais, welche auch Halterungen haben, oder Löschdioden, welche Spannungsspitzen eindämmen.

Zu starke Fokussierung auf den Preis

Der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP = Average Selling Price) für elektromechanische Bauteile ist relativ hoch, weshalb hier häufig versucht wird zu sparen. Problematisch wird es dann, wenn zulasten der Qualität und Funktionalität gespart wird, da das die Lebensdauer der Gesamtapplikation einschränken kann. Oft versucht man, nachträglich Bauteile gemäß den individuellen Anforderungen zu qualifizieren, was dann aber in Summe höhere Kosten verursachen kann. Zudem beeinträchtigt es die Entwicklungszeit erheblich.

Ziel muss es deshalb sein, kostenbewusst, aber qualitätsorientiert und den Anforderungen der Applikation entsprechend einzukaufen.

Distribution wird nicht bedacht

Direkt beim Hersteller eine Bestellung zu platzieren sehen manche Kunden als bessere Wahl, da sie so auf günstigere Preise und direkten Support hoffen. Dabei könnten Distributoren jedoch einen wichtigen Beitrag zur optimalen Produktauswahl leisten. Second Source ist das beste Beispiel: Gerade in Allokationszeiten ist diese elementar, um Produktionen aufrechtzuerhalten. Jedoch ist eine Second Source nicht gleich eine wahre Second Source: Handelt es sich zum Beispiel um einen Fabless-Hersteller, wie in der Halbleiterindustrie weit verbreitet, aber auch in der Elektromechanik insbesondere bei Schaltern, Relais oder auch Steckverbindern nicht unüblich, kann das Problem auftauchen, dass mehrere Hersteller in der gleichen Fabrik ihr Produkt fertigen lassen. Kommt es dann zu einem Produktionsausfall, sind beide Hersteller davon betroffen und eine Absicherung über Second Source würde nicht funktionieren.

Hier ist wichtig, dass die Entwickler herstellerunabhängiges Fachwissen von Produktspezialisten mitnutzen können. Weiter zu bedenken ist, dass die ausgewählte Second Source von einem alternativen Standort geliefert wird, um im Fall von Ausfuhrbeschränkungen, Naturereignissen etc. nicht mit identischen Herausforderungen konfrontiert zu werden.

Die Produktspezialisten von Rutronik zum Beispiel stimmen die Produktauswahl nach den individuellen Kundenwünschen ab. Der jeweilige Fachbereich sucht das optimale Produkt aus allen verfügbaren Herstellern heraus und bietet so tatsächliche Vergleichsmöglichkeiten in puncto Qualität, Preis, Verfügbarkeit und Einsatzmöglichkeiten – hierbei spielt die Erfahrung des Produktmanagers eine entscheidende Rolle. Darüber hinaus kann die Distribution bei der langfristigen Planung über Rahmen- und Logistikverträge helfen, um die Materialbeschaffung von Rohstoffen mit den Lieferanten zu optimieren und sicherzustellen. 

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