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Green-Transformation-Studie

Noch viel ökologisches Potenzial bei Zulieferern vorhanden

20. Oktober 2020, 09:34 Uhr   |  Irina Hübner

Noch viel ökologisches Potenzial bei Zulieferern vorhanden
© Shutterstock.com

Das Potenzial für ökologisch nachhaltiges Wirtschaften ist in der Automotive-Branche noch nicht ausgeschöpft. Laut der Studie »Green Transformation in der Automobilindustrie« haben neun von zehn Unternehmen haben hier Nachholbedarf.

»Unsere Studie belegt, dass sowohl Automobilhersteller als auch Zulieferer großes Potenzial für die Optimierung ökologischer Maßnahmen haben«, sagt Dr. Thilo Greshake, Leiter des Bereichs Automotive bei Staufen. Für die aktuelle Studie  hat die Unternehmensberatung Staufen 267 OEMs und Zulieferer aus der Automobilindustrie in Deutschland befragt.

Um die wichtigsten Stellhebel zu verdeutlichen, wurden aus den Ergebnissen der Befragung zwei Green Indizes abgeleitet: den Green Awareness Index und den Green Maturity Index.

Der Green Awareness Index

Der Green Awareness Index, dargestellt als Dezimalwert zwischen 1 und 4, gibt an, inwieweit die einzelnen Unternehmen Nachhaltigkeit und Ökologie als Herausforderung für ihr Unternehmen erkannt haben und welche Faktoren die Umsetzung vorantreiben. Der aktuelle Green Awareness Index liegt bei 3,23 Punkten und zeigt deutlich: Nachhaltigkeit, Ökologie und Klimaschutz sind in der Autobranche angekommen. Es gibt nur noch wenige Unternehmen mit einer geringen Aufmerksamkeit für diese Themen.

Der Green Maturity Index

Dies führt jedoch nicht unbedingt zum raschen Handeln, denn der Green Maturity Index fällt mit 2,36 Punkten eher niedrig aus. Der Green Maturity Index beschreibt den Reifegrad der Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den einzelnen Unternehmen. In die Berechnung eingeflossen sind Angaben zum Fortschritt der Umsetzung, der Tiefe der Durchdringung sowie der thematischen Breite. Auf Unternehmensebene zeigt sich aktuell ein leicht höherer Reifegrad (2,70) als in der Supply Chain (2,02).

OEMs offener für Green Transformation als Zulieferer

Ein großes Hemmnis für mehr Nachhaltigkeit in der Automobilbranche ist die offenbar fehlende wirtschaftliche Rentabilität vieler ökologischer Maßnahmen. Gut drei Viertel der für die Studie befragten Unternehmen räumen ein, dass bei ihnen die kaufmännische Sicht den ökologischen Blick dominiert.

Trotzdem legen sowohl OEMs als auch deren Lieferanten Wert auf eine ökologisch ausgerichtete Supply Chain. Die OEMs empfinden sich hier als Vorreiter, mehr als 60 Prozent haben schon eine Nachhaltigkeitsbewertung als Vergabekriterium bei der Lieferantenauswahl festgelegt. Zum Vergleich: Bei den Zulieferern gilt dies für ihre eigenen Lieferanten nur bei etwa 40 Prozent.

Die Zahlen bestätigen die Ergebnisse des Green Maturity Index: Die OEMs stehen der Green Transformation offener gegenüber. Fast neun von zehn OEMs halten sich für stark engagiert, aber nur jeder zweite Zulieferer. Dies betrifft vor allem die tieferen Stufen der Supply Chain, Unterlieferanten ab Tier 2 haben hierbei klaren Nachholbedarf.

Den Zulieferern ist das bewusst. Ihre eigenen Lieferanten sind häufig weniger kooperationsbereit und engagiert für ökologische Aspekte. Das bedeutet aber nicht, dass die einzelnen Glieder der Supply Chain gar nichts unternehmen. Doch ihre Anstrengungen konzentrieren sich laut der Staufen-Studie bislang eher auf Energie- und Materialeinsparung – betriebswirtschaftlich relevante Aspekte, die auch kostensenkend wirken. Doch vor allem in Sachen CO2-Neutralität haben die Zulieferer noch aufzuholen.

»Bei dieser Abstufung von OEMs hinunter zu den tieferen Gliedern der Lieferkette zeigt sich deutlich der Einfluss der Endkunden«, betont Automobil-Experte Greshake. »Ein hoher Markenwert vergrößert die Anstrengungen für Nachhaltigkeit, da ökologische Fragen in Kaufentscheidungen einfließen. Doch die OEMs können diesen Weg nur in Zusammenarbeit mit Zulieferern und deren Supply Chain gehen.«

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