Befragung zum Straßenverkehr

Bevölkerung fordert Tempo beim Klimaschutz

1. September 2021, 10:03 Uhr | Kathrin Veigel

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Vernetztes Fahren und intelligente Straßen 

Einen Technologieschub für besseren Verkehr werden schon in naher Zukunft die neuen Methoden der digitalen Verkehrslenkung bringen. Dabei vernetzt man die Fahrzeuge, Verkehrsteilnehmer und straßenseitige Infrastruktur intelligent miteinander.

Den ersten Service dieser Art realisiert Traffic Technology Services (TTS), an der Kapsch TrafficCom beteiligt ist, für Audi unter der Bezeichnung »Traffic Light Info«. Hierbei werden die Ampelschaltungen der nächsten Minuten vorhergesagt und den Fahrern mitgeteilt, wann sie Grün bekommen und bei welcher Geschwindigkeit sie in der grünen Welle mitschwimmen können. »Mit diesem Wissen sparen Autofahrer bis zu 15 Prozent Kraftstoff – und fahren nachweislich deutlich stressfreier«, so Georg Kapsch, CEO von Kapsch TrafficCom.

In den USA sind bereits 35.000 Kreuzungen umgesetzt – mit stark steigender Tendenz. Damit ist »Traffic Light Info« die weltweit erste Anwendung einer Fahrzeug-Infrastruktur-Kopplung, die eine flächendeckende Abdeckung erreicht. Parallel findet die Umsetzung in Europa statt: Beginnend mit Deutschland (Ingolstadt und Düsseldorf) und Österreich (Salzburg) folgen nun Skandinavien und Spanien.

Und das soll erst der Anfang sein: »Wenn wir auch noch Routenführung und Navigation mit dem Verkehrsmanagement verbinden, können wir den Verkehr optimal im Netz verteilen und den Stau in Städten mindestens halbieren«, sagt Michael Ganser, Mobilitätsexperte bei Kapsch TrafficCom. Erste Umsetzungen in europäischen Metropolen laufen schon.

Damit nach der Reduktion der Staus nicht wieder mehr Menschen mit dem Auto fahren, empfiehlt es sich, im letzten Schritt den Autoverkehr auch zu bepreisen – so wie London, Stockholm oder Mailand es bereits tun. Mit dieser Maßnahme könnten bis zu 40 Millionen Tonnen CO2 jährlich alleine in Deutschland gespart werden. Das ist mehr als durch die gesamte Photovoltaik des Landes im Jahr 2020 vermieden wurde.

Gebührenpflichtige Straßen als nützliches Instrument

57 Prozent der Befragten räumen ein, dass gebührenpflichtige Straßen ein nützliches Instrument sind, um Geld einzunehmen, das in den Bau von Infrastruktur investiert werden kann. Allerdings sind 68 Prozent der Befragten stark bis sehr stark der Meinung, dass die Verkehrswende den Bürgern zu viele Kosten auflastet. 

»Die Studienlage zur Einführung einer digitalen Verkehrslenkung unter Einschluss einer Mobilitätsbepreisung ist recht eindeutig«, sagt Prof. Fellendorf. Entscheidend für die Akzeptanz seien drei Punkte: Erstens müsste die Bevölkerung einen flüssigen Straßenverkehr als Gegenleistung bekommen. Zweitens müssten die Einnahmen sichtbar an die Bürgerinnen und Bürger zurück fließen – je direkter, desto besser. Drittens sollten Menschen mit geringem Einkommen profitieren, beispielsweise über eine Mobilitätsunterstützung. Und die Fairness müsse gewährleistet sein: Wenn Alternativen zum Auto fehlen, sollte nichts berechnet werden.

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

  1. Bevölkerung fordert Tempo beim Klimaschutz
  2. Vernetztes Fahren und intelligente Straßen 

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Kapsch BusinessCom AG