Befragung zum Straßenverkehr

Bevölkerung fordert Tempo beim Klimaschutz

1. September 2021, 10:03 Uhr | Kathrin Veigel
Kapsch TrafficCom
Viele Menschen wollen mittlerweile weniger Verkehr, weniger Emissionen und mehr Maßnahmen, um den Klimawandel voranzubringen.
© Kapsch TrafficCom

Die zunehmenden extremen Wetterereignisse verändern die Meinung der Menschen zum Autoverkehr: Mittlerweile sehen viele die Emissionen von Verbrennungsmotoren sehr kritisch und halten den aktuellen Stand beim Klimaschutz nicht länger für akzeptabel. Das hat eine Umfrage von Kapsch TrafficCom ergeben.

Die vielen Abgase und das schleppende Vorankommen beim Klimaschutz sind für die deutsche Bevölkerung nicht mehr tragbar – das ist das Ergebnis des Kapsch-TrafficCom-Index 2021. Befragt hat der Verkehrslösungs-Anbieter Kapsch TrafficCom dafür bevölkerungsrepräsentativ Bürgerinnen und Bürger in Deutschland (N=1.000) . Dabei stellte sich heraus, dass 72 Prozent die Emissionen kritisch bewerten und 70 Prozent den derzeitigen Stand beim Klimaschutz nicht länger hinnehmen wollen. Insbesondere der Wechsel auf CO2-ausstoßfreie Autos dauert zu lange, das sagen 79 Prozent. Das jüngste EU-Verbot für Verbrennungsmotoren ab 2035 wird an dieser schleppenden Entwicklung nach Ansicht der Mehrheit nichts ändern. Schnell wirksame Werkzeuge, wie beispielsweise digitale Ampelsteuerung oder Smartphone-Apps von Stadtverwaltungen, stehen dagegen hoch im Kurs, um Staus drastisch zu reduzieren.

Einen Rückgang der Verkehrsstaus und der damit verbundenen Umweltbelastungen wird es aus Sicht der Umfrageteilnehmer bei aktueller Entwicklung weder kurz- noch langfristig geben: 82 Prozent rechnen damit, dass der Autoverkehr kurzfristig weiter steigen wird, weil die Menschen wegen Corona lieber Auto fahren und auch langfristig das Auto als Transportmittel favorisieren. 67 Prozent der Teilnehmer geben an, dass sie Angst vor verstärkten Gesundheitsproblemen aufgrund von Verkehrsstaus und Emissionen haben. Befragt nach den größten Hindernissen der Verkehrswende bemängelt die große Mehrheit, dass bei neuen Mobilitätskonzepten zu wenig zum Mitmachen eingeladen wird (83 Prozent). Zudem sind Städte nicht schnell genug dabei, Autos und Ampeln digital zu vernetzen.

Digitaler Turbo beim Klimaschutz

Der Verkehrsexperte Prof. Dr.-Ing. Fellendorf von der Technischen Universität in Graz geht davon aus, dass der Umbau der Fahrzeugflotte wichtig ist, aber viel Zeit benötigt, die uns gerade davonläuft: »Wenn wir den Verkehr nicht schnell dekarbonisieren, können wir unsere Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen nicht mehr einhalten«, ist sich Fellendorf sicher. Die digitale Verkehrslenkung wirke in dieser Situation wie ein Turbo für den Klimaschutz. Daher sollte massiv in die intelligente Vernetzung von Fahrzeugen und Straßen investiert werden. 

Mobilität zum Mitmachen statt Verbote

85 Prozent der Bevölkerung sind stark oder sogar sehr stark der Meinung, dass die Verkehrswende zu häufig auf Verbote setzt und damit die Umsetzung hemmt. Wenn es dagegen um Mobilitätsstrategien zum Mitmachen geht, kommt dem Einsatz von Smartphone-Apps eine Schlüsselrolle zu: 77 Prozent der befragten Bürger halten es für wichtig, dass eine Smartphone-App den Nutzern unterschiedliche Abfahrtzeiten vorschlägt, damit sie flüssiger durch den Straßenverkehr kommen.

Außerdem halten es 74 Prozent für wichtig, dass ihnen eine grüne Welle durch die Smartphone-App angezeigt wird. Für Fahrten von A nach B wünschen sich 74 Prozent der Befragten – unabhängig vom Transportmittel – so schnell wie möglich an ihr Ziel zu kommen und 78 Prozent, ohne Staus an Ampeln mit grüner Welle zu fahren.


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