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Innovative E/E-Architekturen für das Smartphone on Wheels

15. November 2022, 15:27 Uhr | Kathrin Veigel
EDAG Group Elektrik/Elektronik-Architekturen
Im Förderprojekt ZOBAS wurde eine Konzeptlösung für skalierbare EE-Architekturen zukünftiger Mobilitätskonzepte entwickelt.
© EDAG Group

Moderne Autos kommunizieren permanent – ob mit den Insassen oder mit der Umgebung. Mit heutigen E/E-Architekturen lassen sich die neuen Features jedoch nicht komplett ins Kfz integrieren. Daher hat die EDAG Group ein Konzept für eine zonenbasierte, serviceorientierte E/E-Architektur entwickelt.

Serviceorientierte E/E-Architekturen sind in der IT-Welt weit verbreitet, zum Beispiel bei einem zentralen Drucker, der von mehreren Arbeitsplätzen kontaktiert wird und diesen seinen Service anbietet. Auch im automobilen Umfeld hält die Technologie immer mehr Einzug, indem Funktionen zentralisiert und mehrfach verwendet werden.

Ein Beispiel hierfür ist etwa der Außentemperatur-Sensor, der den Temperaturwert zur Verfügung stellt und der wiederum von mehreren Applikationen genutzt werden kann, wie Klimaanlage oder die Temperatur-Anzeige im Mittelkonsolen-Display. Mit dem Projektziel eine Zonen-E/E-Architektur zu entwickeln, die für alle Mobilitätskonzepte geeignet ist, hat EDAG Engineering gemeinsam mit dem Unternehmen Technica Engineering das Förderprojekt »ZOBAS« gestartet. 

Neben einer neuen E/E-Architektur für Fahrzeuge, war das Ziel der Projektpartner, die Anzahl der Steuergeräte in einem Fahrzeug zu reduzieren. In heutigen Fahrzeugen sind, je nach Funktionsumfang, viele separate Steuergeräte verbaut an denen die spezifischen Sensoren/Aktoren angeschlossen sind. Das führt dazu, das bis zu 100 Steuergeräte im Fahrzeug untergebracht werden müssen.

In einer Zonen-E/E Architektur werden die Sensoren/Aktoren an dem nächsten Zonen-Controller angeschlossen. Im Projekt »ZOBAS« konnten die Steuergeräte je nach Fahrzeugausstattung deutlich reduziert werden. Damit sinkt auch die Komplexität der hierfür nötigen Leitungssatzvarianten deutlich. 

Die EDAG Group hat sich im Rahmen des Förderprojekts um die Entwicklung der kompletten E/E-Architektur und um die Integration der Zentralrechner/Zonen-Controller von Technica Engineering gekümmert. Das Resultat ist eine E/E-Architektur, bei der sich das Gewicht des Leitungssatzes um circa 30 Prozent reduziert.

Ein weiterer Vorteil der neuen E/E-Architektur ist die Reduzierung einzelner Leitungssätze als Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Mit einer Länge von maximal 2,5 Metern können somit Leitungssätze in Zukunft automatisiert gefertigt und im Fahrzeug eingebaut werden. Die Fertigung kann somit in die Nähe der Produktionsstandorte verlagert werden – ein großer Wettbewerbsvorteil sowohl für Automobilhersteller als auch Zulieferer. Neben den Update Over the Air Features ist auch die Fahrzeugdiagnose in Zukunft von überall durchführbar. 

Die neue Art der Applikationsentwicklung erlaubt es Drittanbietern, ihre Services oder Apps, in einer Art AppStore für Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Für die Kommunikation der Steuergeräte untereinander wird aufgrund des hohen Datenvolumens und den Echtzeitanforderungen Automotive Ethernet verwendet.

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