Versicherungsschäden im Straßenverkehr

GDV-Studie zum zukünftigen Einfluss der Assistenzsysteme

14. Juni 2017, 10:30 Uhr | Andreas Pfeffer

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Erkenntnisse der Studie

Die übergeordneten Erkenntnisse der GDV-Studie lauten:

  • Assistenzsysteme haben auf viele Schäden keinen Einfluss
    Ein Autobahnpilot hilft gegen Autodiebe ebenso wenig wie eine Einparkhilfe vor Steinschlag, Hagel oder Marderbissen. Auch ein Notbremsassistent ändert nichts an der physikalischen Gesetzmäßigkeit für den erforderlichen Bremsweg.
  • Die neue Technik verhindert in der Praxis weniger Schäden als in der Theorie
    Assistenzsysteme stoßen beispielsweise in Baustellenbereichen oder bei widriger Witterung an die Grenze. Zudem nutzen die Fahrer die Systeme nicht durchgehend. Im realen Straßenverkehr werden weniger Schäden verhindert, als unter idealen Bedingungen möglich.
  • Die Systeme verbreiten sich langsam
    Neue Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen werden sukzessive in auserwählten Neuwagen eingesetzt. Erst viele Jahre nach der Markteinführung wird die Technik in nahezu allen Fahrzeugen verfügbar sein.
  • Zusätzliche Technik macht Reparaturen teurer
    Weitere Sensoren und neue Technik erhöhen im Schadensfall die Reparaturkosten. Ein Assistenzsystem verteuert beispielsweise den Austausch einer Windschutzscheibe um circa 30 Prozent.

Der GDV fasst zusammen, dass die neuen Systeme das Autofahren sicherer machen. Aufgrund der langsamen Verbreitung im Fahrzeugbestand und der höheren Reparaturkosten ist eine geringe Reduzierung der Schadensleistungen zu erwarten – weniger aber kostenintensivere Versicherungsschäden.

Die vollständige Studie des GDV ist hier verfügbar.


  1. GDV-Studie zum zukünftigen Einfluss der Assistenzsysteme
  2. Erkenntnisse der Studie

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