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Mit IBM Watson und Cloud

Supply-Chain-Prozesse, die (fast) selber denken

12. März 2021, 09:09 Uhr   |  Karin Zühlke

Supply-Chain-Prozesse, die (fast) selber denken
© EPG

Logistik funktioniert mit KI noch besser.

Der Einsatz von IBM Watsons KI ermöglicht es dem Supply-Chain-Spezialisten Ehrhardt + Partner Group (EPG), Prognosen für Lagerprozesse mit einer Prognosegüte bis zu 90 Prozent zu erstellen, und Daimler setzt auf die intelligente Cloud für seine After-Sales-Prozesse.

IBM unterstützt EPG für dabei, mithilfe von auf IBM Watson basierenden KI-Lösungen aus der IBM Cloud die Herausforderungen der Logistik, wie der hohe Wettbewerbsdruck und die stetig steigenden Anforderungen, zu bewältigen. Damit einhergehend wird eine hohe Performance der Logistiksysteme immer wichtiger, um zukunftsfähig zu bleiben.

Durch den Druck auf Logistikunternehmen steigen auch die Anforderungen an Optimierungs-Tools in logistischen Prozessen, wie z.B. für die Tourenplanung und das Ressourcenmanagement. »Aufwände für Logistikprozesse wie die Kommissionierung oder das Verpacken lassen sich erst durch den Einsatz von KI wirklich detailliert und stundengenau vorhersagen und planen«, erklärt Jens Heinrich, Chief Technology Officer bei der EPG. »Welche Artikel werden demnächst besonders gefragt sein? Welche Areale einer Lagerhalle sind in den nächsten Stunden besonders stark frequentiert? Welche Ressourcen benötigen wir dafür? Diese und andere geschäftskritische Fragen können wir mit den KI-Funktionen der IBM-Watson-Technologien künftig aus der IBM Cloud besser und genauer beantworten.«

Die Ressourcenoptimierung des eigenen Workforce-Management-Systems EPG/WFM ist überwiegend zur Modellierung der Prozesse auf der Lagerfläche, vor allem für die Abläufe und benötigten Ressourcen für die Kommissionierung, Konfektionierung und Verpackung, konzipiert. Bisher war die Planung nur basierend auf vorhandenen Aufträgen möglich.

Die logistischen Prozesse und die Lagerverwaltung stützen sich in herkömmlichen Lösungen vor allem auf Aussagen aus Reportings von ERP-Systemen. Diese Informationen fassen größere Zeiträume und Abläufe von Kennzahlen zusammen und sind für präzisere Prognosen nicht immer geeignet. Aufgrund der steigenden Anforderungen an die Just-in-Time-Lieferung wurden neue Ansätze benötigt. Im Rahmen des ersten Projekts zur Nutzung von KI-gestützen Services, das die EPG zusammen mit IBM aufgesetzt hatte, wurde die EBL Ehrhardt + Bomag Logistics GmbH, ein Tochterunternehmen der EPG, als Pilotkunde ausgewählt. Die EBL leistet die weltweite Ersatzteilelogistik für Bomag, ein weltweit führendes Unternehmen auf dem Sektor der Verdichtungstechnik im Straßenbau.

Smarte, KI-basierte Services aus der IBM Cloud liefern die Basis für diese schnelleren und genaueren Prognosen. Zu diesem Zweck nutzt das Unternehmen IBM Watson Discovery, um zusätzliche Einflussfaktoren und unstrukturierte Datenquellen zu berücksichtigen. Darüber hinaus wird IBM Watson Studio verwendet, um Datenmodelle und erste Vorhersagen zu erstellen. Diese Lösung ermöglicht es der EPG, die Genauigkeit der stündlichen Vorhersagen des Auftragsvolumes zu verbessern.

Olexander Tokunov, Manager Product Development bei der EPG: »Wir konnten die Vorhersagegenauigkeit auf ca. 90 Prozent steigern und damit dazu beitragen, dass die Ressourcen und Waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Lastspitzen können wir auffangen, weil wir den Ressourcenbedarf im Voraus kennen. Mit den KI-Lösungen aus diesem initialen Projekt wappnen wir uns auch für gesellschaftliche Ausnahmesituationen wie beispielsweise die aktuelle Covid-19-Pandemie. Wir können die Aufgaben in den Logistikzentren unserer Kunden jetzt selbst aktiv steuern, statt bloß auf Anforderungen und Einflüsse von außen zu reagieren.«

Intelligente Cloud für After-Sales-Prozesse

Bereits seit Mitte letzten Jahres setzt auch Daimler auf die IBM Cloud bei Werkstattprozessen - dem sogenannten After-Sales-Bereich. IBM und Daimler haben dazu ihre Zusammenarbeit um eine intelligente Cloud-Lösung für den After-Sales Bereich erweitert. Im Rahmen dieses Projektes migriert Daimler sein globales After-Sales-Portal in die Public Cloud von IBM. Das globale After-Sales-Portal ist für Daimler eine wichtige Grundlage, um Aktivitäten am Markt wie zum Beispiel Werkstattprozesse im Retail-Bereich zu unterstützen. Um den wachsenden Anforderungen an die Kernprozesse des Portals gerecht zu werden, suchte das Unternehmen nach einer neuen technischen Plattform, die die Agilität und Skalierbarkeit verbessert und gleichzeitig die hohen Sicherheitsanforderungen erfüllt.
Die Plattform, die auf dem IBM Cloud Kubernetes Service basiert, ermöglicht es dem Kunden, eine moderne Microservices-Architektur zu implementieren. Darüber hinaus ist es durch das Hosting des Portals in der IBM Public Cloud möglich, nach Bedarf zu skalieren, schnell neue Angebote einzuführen und so den Wünschen der Nutzer flexibel nachzukommen. Die Daten werden in die IBM Public Cloud übertragen und gespeichert. Diese ist durch umfassende Sicherheitsfunktionen wie die IBM Hyper Protect Services geschützt und erfüllt somit die höchsten Anforderungen an den Schutz sensibler Daten.

»IBM bietet eine branchenführende Cloud-Lösung, mit der unsere Kunden über die alleinige Kontrolle ihrer Schlüssel und Daten verfügen. Mit unseren Hyper Protect Services für Schlüsselmanagement und Datenbanken hat selbst IBM als Cloud-Anbieter keine technische Möglichkeit, auf die Kundendaten zuzugreifen«, erklärt Till Köllmann, CTO Integrated Account Daimler, IBM Global Markets. Die neue Lösung bietet eine Vielzahl von Vorzügen, wie zum Beispiel eine höhere Skalierbarkeit und geringere Folgekosten aufgrund der effizienteren Verwaltung der Services. Darüber hinaus erreichen kritische Dienste in einer „Multi-Zone Region“ der IBM Cloud eine Plattformverfügbarkeit von 99,99 % und sichern so den zuverlässigen Betrieb.

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