Sigfox expandiert

Das Ökosystem ist da

7. Juni 2017, 14:11 Uhr | Heinz Arnold

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Gateways und SIM-Karten sind überflüssig

Auch eine SIM-Karte ist nicht erforderlich, um über Mobilfunknetze ins Internet zu kommen. Dementsprechend brauchen Devices auch keine Telefonnummer, und es gibt keine laufenden Verbindungsgebühren, denn sie kauft der Hersteller zusammen mit der Lizenz ein. Sigfox managt auch keine Endnutzerverträge wie Telekom-Anbieter. OEM managen also selbst, welche Kosten sie beim Endkunden für ihre Services entstehen lassen. Daten- oder Verbindungstarife spielen eine untergeordnete bis gar keine Rolle, denn entscheidend sind die Mehrwerte, die mit den Daten geschaffen werden können. Für sie bezahlt der Kunde.

Dennoch reguliert Sigfox die Nutzung des Netzes über OEM-Tarife, die aber deutlich unter denen von Telekom-Anbietern liegen. Gleichzeitig verbrauchen Sigfox-Knoten deutlich weniger Energie als über Mobilfunk angebundene Devices. Sie bauen nur eine Verbindung auf, wenn sie Daten senden wollen. Zudem ist der Verbindungsaufbau nicht so komplex wie in anderen Systemen. Mit Sigfox ausgestattete Energiezähler, die mit einer 2500-mAh-Batterie bestückt sind, können mit einer Batterieladung 20 Jahre auskommen. Um einen Vergleich zu bieten: Dies entspricht der Akkukapazität von aktuellen Smartphones, die im regulären Betrieb nach spätestens zwei Tagen aufgeladen werden müssen. Und herkömmlicher M2M-Technologie würde damit bereits nach Wochen oder wenigen Monaten der Strom ausgehen.

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Hans Mühlbauer, h2n »Dank unseres Pico-Power-Timers verbrauchen unsere Sigfox-basierten Tracking-Systeme nur 0,5 bis 0,25 Prozent von dem, was bislang als normal angesehen wird.«
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Dafür steht alles zur Verfügung, was ein engmaschiges Monitoring von Devices braucht. Beim Platinum-Datentarif können beispielsweise 140 Nachrichten à maximal 12 Byte pro Tag an die Sigfox-Basestations gesendet werden und vier Nachrichten zum Sigfox-Device. Das ist für eine engmaschige Überwachung mit zehnminütigen Updates, die viermal pro Tag gesendet werden, für die recht häufigen neuen Parametrierungen des Devices ausreichend. Die Nachrichten werden dreimal extrem schmalbandig auf drei verschiedenen Frequenzen gesendet. Damit ist die Zuverlässigkeit der Übertragung sehr hoch.

Sigfox rechnet mit Kosten von rund 1 bis 2 Euro pro Knoten, so dass im Grunde jedes Device mit einem Bauelement von Sigfox versehen werden könnte. Boardlevel-Hersteller können die Health-Daten ihrer Plattformen komplett ohne weitere komplexe Gateway-Technologie bereitstellen – einfach nur dadurch, dass sie ein Sigfox-Bauelement beispielsweise über I2C integrieren. Das ist mit deutlich weniger Aufwand verbunden, als einen SIM-Kartensteckplatz einzubauen und komplexe Verträge mit Telekom-Providern zu managen. Es muss keine weitere Infrastruktur bereitgestellt werden außer eine kleine Funkantenne für die zum ISM-Band gehörenden Funkfrequenzen von 868,13 bis 869,525 MHz, die sich onboard integrieren lässt. Beim ISM-Band sind die Regularien übrigens besonders strikt: ISM-basiertes Equipment darf nicht mit anderen RF-Geräten in diesem Band interferieren. Deshalb kann Sigfox auch in Medizingeräten eingesetzt werden.


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