Sigfox expandiert

Das Ökosystem ist da

7. Juni 2017, 14:11 Uhr | Heinz Arnold

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Smartes Farming mit smarten Landmaschinen

CNH Industrial nutzt Sigfox bereits in Spanien und den Niederlanden zur Anbindung seiner Landmaschinen der Marken Case IH, Steyr und New Holland Agriculture. Das Unternehmen schützt die Maschinen vor Diebstahl  und optimiert Logistikprozesse sowie Abrechnungsmodelle. Durch die Ortung und Bewegungsmessung kann eine wirksame Alarmfunktion in jede diebstahlgefährdete Komponente intergiert und über Sigfox gemeldet werden. Zeichnet man GPS-Daten auf und übermittelt sie zyklisch an die Cloud, können Abrechnungen nicht nur nach Betriebsstunden, sondern auch nach bearbeiteter Fläche erfolgen, was für Landwirte eine sicherere Kalkulationsgrundlage bietet. Der Ertrag wird dabei nicht über die Zeit, sondern über die Fläche erzielt. Landmaschinenhändler und Leasinggesellschaften können so ganz neue Angebote entwickeln.

Paart man dies mit Bodensensoren, die zyklisch wichtige Parameter wie Feuchtigkeit oder Nährgehalt übermitteln, können Landwirte ihre Anbauflächen noch effizienter bewirtschaften. Entsprechende Services sind bei CNH bereits in Entwicklung genauso wie Dokumentationssysteme für die Lagerung von Düngemitteln und Saatgut, denn hier ist die richtige Lagerung entscheidend für die Qualität.

Die Aktivitätsindizes seiner Landmaschinen will CNH Industrial zudem zur Ersatzteilbevorratung in den einzelnen Servicestützpunkten nutzen, um so zwei Dinge zu vereinbaren, die eigentlich widersprüchlich sind: eine Verringerung der Bestände einerseits, erhöhte Lieferbereitschaft der Ersatzteile andererseits. So werden Stillstandzeiten beim Kunden reduziert und der Service verbessert.

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Shawn Silberhorn, Conrad Electronic „Conrad setzt auf die Sigfox Sensorik, denn wir entdecken täglich neue Bereiche, in denen Industrie- und Automatisierungsanwendungen von der skalierbaren Konnektivität und Infrastruktur profitieren können.“
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Warum nutzen Kunden wie Airbus, Air Liquide und CNH Industrial aber Sigfox und nicht alternative Lösungen? »Wir wissen zwar heute noch nicht, wie schnell der Netzausbau in Deutschland vorangeht, aber wir sind von der Technik überzeugt. Sie ist günstig, effizient und batterieschonend und sie liefert genau die Daten, die wir brauchen. Es überwiegen die Chancen also deutlich die Risiken. In Spanien und den Niederlanden sind wir mit Sigfox zudem schon erfolgreich im Feldeinsatz«, sagt Max Birle, Produktspezialist Precision Farming von CNH Industrial.

Der Netzausbau geht voran: Große Investoren haben erst kürzlich viel Geld spendiert, um ihn zu beschleunigen. Auch OEMs und Distributoren tun dies: »Conrad setzt auf die Sigfox Sensorik, denn wir entdecken täglich neue Bereiche, in denen Industrie- und Automatisierungsanwendungen von der skalierbaren Konnektivität und Infrastruktur profitieren können«, sagt Shawn Silberhorn, Director des Conrad Technologie Centrums (CTC) bei Conrad Electronic.

Schnell, kosteneffizient
und einfach

Das zeigt einige der Vorteile von Sigfox: Die IoT-Anbindung lässt sich schnell, kosteneffizient und einfach aufbauen. So lassen sich auf Basis applikationsfertiger Testsysteme, die von Conrad Electronic online erhältlich sind,  mit Sens‘it Multisensoren innerhalb weniger Minuten Vorbereitungszeit unterschiedliche Sensordaten ins Web übertragen und Push-Nachrichten direkt aufs Smartphone und über E-Mail, SMS, Twitter, Facebook oder IFTTT’s Maker Channel versenden.
Ist das Bedienkonzept entsprechend einfach ausgelegt, dann ist es auch einfach, die Daten ins Netz zu schicken. Doch was kostet eine Sigfox-Anbindung? Hierbei sind sowohl die Anschaffungs- als auch die Betriebskosten zu berücksichtigen. Was kostet der Knoten also und was die Verbindung?

Zunächst ist wichtig: Ein Gateway ist nicht erforderlich, denn das Sigfox-Netz ist überall verfügbar. Dagegen sind andere LPWANs eher als private Netze konzipiert, die nur vor Ort die LPWA-Funktion bereitstellen und dann über ein privates Gateway an das Internet anbieten. Weil das Sigfox-Netz selbst das Gateway der Devices zum Internet bildet, entfallen die Gateway-Kosten für Anschaffung, Installation und Unterhalt. Das ist beispielsweise bei der Zählerauslesung oder in Alarmsystemen sehr attraktiv. 


  1. Das Ökosystem ist da
  2. Smartes Farming mit smarten Landmaschinen
  3. Gateways und SIM-Karten sind überflüssig
  4. 36 Starterkits für jeden Bedarf

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