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Ausstattung mit Industrierobotern

Deutschland in Europa auf Platz eins

06. Oktober 2020, 11:56 Uhr   |  Andreas Knoll

Deutschland in Europa auf Platz eins
© IFR

In den Fabriken der deutschen Wirtschaft sind rund dreimal so viele Industrie-Roboter im Einsatz wie in Italien, rund fünfmal so viele wie in Frankreich und rund zehnmal so viele wie in Großbritannien.

Deutschland ist in der Europäischen Union mit rund 221.500 Industrie-Robotern im Jahr 2019 die am stärksten automatisierte Volkswirtschaft. Dies berichtet die International Federation of Robotics (IFR) mit der Veröffentlichung des Jahrbuchs World Robotics 2020.

In den Fabriken der deutschen Wirtschaft sind demnach rund dreimal so viele Industrie-Roboter im Einsatz wie in Italien (74.400 Einheiten), rund fünf Mal so viele wie in Frankreich (42,000 Einheiten) und rund zehn Mal so viele wie in Großbritannien (21.700 Einheiten).

»Der Einsatz von Industrie-Robotern in Europa hat mit rund 580.000 Einheiten einen historischen Höchststand erreicht – der Bestand stieg um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr«, sagt Milton Guerry, President der International Federation of Robotics.

Deutschlands Anteil am europäischen Roboterbestand liegt bei 38 Prozent. Damit liegt das Land im weltweiten Vergleich nach China, Japan, Korea und den USA auf Rang 5. Dies gilt 2019 auch für die jährlichen Verkaufszahlen. Hier bewegt sich die deutsche Wirtschaft schon seit vielen Jahren (2014 - 2017) auf dem hohen Niveau von rund 20.000 Einheiten per anno – mit 20.400 verkauften Robotern wurde diese Marke 2019 erneut erzielt. Das Rekordergebnis 2018 mit rund 27.000 verkauften Industrie-Robotern war laut IFR auf eine dynamische Sonderkonjunktur zurückzuführen, hauptsächlich ausgelöst durch Investitionen der Automobilindustrie.

»Die Folgen der Corona-Pandemie für die Wirtschaft lassen sich derzeit noch nicht vollständig abschätzen«, fährt Milton Guerry fort. »Das Geschäftsjahr 2020 wird davon geprägt sein, dass sich die Branche erst einmal an die ‚neue Normalität‘ anpasst. Ein starker Impuls durch Großaufträge dürfte im laufenden Geschäftsjahr unwahrscheinlich sein. Eine Ausnahme bildet eventuell China. Der Grund: In der chinesischen Stadt Wuhan wurde das Coronavirus im Dezember 2019 erstmals identifiziert, und das Land konnte sich im zweiten Quartal schon wieder konjunkturell erholen. Andere Volkswirtschaften befinden sich deutlich später an einem konjunkturellen Wendepunkt. Demnach wird es noch einige Monate dauern, bis sich positive Trends in neuen Automatisierungsprojekten und der Roboternachfrage niederschlagen. Für das Jahr 2021 rechnen wir mit einer Erholung - es könnte aber bis 2022 oder 2023 dauern, bis das Vorkrisenniveau erreicht ist.«

Asien, Europa und Amerika – Überblick

Asien ist nach wie vor der größte Markt für Industrie-Roboter - der Bestand des größten regionalen Abnehmers, China, stieg um 21 Prozent und erreichte 2019 rund 783.000 Einheiten. An zweiter Stelle steht Japan mit rund 355.000 Einheiten – ein Plus von 12 Prozent, gefolgt von Südkorea mit 319.000 Einheiten und plus 6 Prozent. Ein Aufsteiger in der Region ist Indien mit einem neuen Rekordbestand von rund 26.300 Einheiten – ein Plus von 15 Prozent. Damit hat sich die Zahl der Industrie-Roboter in den indischen Fabriken innerhalb von fünf Jahren verdoppelt.

Der Anteil neu installierter Roboter in Asien machte 2019 etwa zwei Drittel der weltweiten Absätze aus. In China liegt der Absatz von rund 140.500 neuen Robotern zwar unter den Rekordjahren 2018 und 2017, hat sich aber im Vergleich zu den Verkaufszahlen vor fünf Jahren mehr als verdoppelt (2014: 57.000 Einheiten). In den asiatischen Top-3-Märkten verlangsamten sich die Neu-Installationen 2019 - in China (minus 9 Prozent), Japan (minus 10 Prozent) und Südkorea (minus 26 Prozent).

In China stammt die große Mehrheit von 71 Prozent der neuen Roboter von ausländischen Lieferanten. Chinesische Hersteller bedienen nach wie vor hauptsächlich den heimischen Markt, wo sie zunehmend Marktanteile gewinnen. Ausländische Hersteller setzen etwa 29 Prozent ihrer Einheiten in der Automobilindustrie ab - chinesische Anbieter kommen in diesem Segment nur auf einen Anteil von etwa 12 Prozent. Aus diesem Grund sind ausländische Anbieter vom Geschäftsrückgang in der chinesischen Automobilindustrie stärker betroffen als ihre inländischen Wettbewerber.

USA, Kanada, Mexiko

Die USA sind der größte Anwender von Industrie-Robotern auf dem amerikanischen Kontinent und verzeichnen 2019 mit rund 293.200 Einheiten einen neuen Rekord. An zweiter Stelle steht Mexiko mit 40.300 Einheiten, gefolgt von Kanada mit rund 28.600 Einheiten.

Die Neuinstallationen verlangsamten sich in den Vereinigten Staaten im Vergleich zum Rekordjahr 2018 um 17 Prozent. Dennoch bleibt der Absatz 2019 mit 33.300 ausgelieferten Einheiten auf einem hohen Niveau und erreicht laut IFR insgesamt das zweitstärkste Ergebnis aller Zeiten. Die meisten Roboter werden in die USA aus Japan, Südkorea und Europa importiert. Obwohl die Zahl der US-Roboterhersteller gering ist, gibt es viele wichtige Systemintegratoren für Robotik und Automatisierung. Mexiko liegt in Nordamerika mit rund 4600 verkauften Einheiten an zweiter Stelle – hier verlangsamte sich der Absatz um 20 Prozent. Die Verkäufe in Kanada steigen um 1 Prozent und erreichen mit etwa 3600 ausgelieferten Einheiten einen neuen Rekord.

Die Nummer eins in Südamerika ist Brasilien mit rund 15.300 Einheiten im Bestand – das ist ein Zuwachs von 8 Prozent. Der Absatz verlangsamte sich um 17 Prozent auf rund 1800 Installationen - wobei dies immer noch eines der besten bisher erzielten Ergebnisse ist - und wurde nur von den Rekordauslieferungen im Jahr 2018 übertroffen.

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