Die German Edge Cloud (GEC), Red Hat und das Fraunhofer CCIT zeigen auf der Hannover Messe, wie Industrieunternehmen ihre Produktion durchgängig digitalisieren und Daten erstmals konsistent vom Shopfloor bis in die Cloud nutzbar machen können.
Wie das funktioniert, das demonstrieren GEC, Red Hat und das Fraunhofer CCIT live auf der Hannover Messe am Stand der German Edge Cloud (Halle 16, Stand A16). »Auf der Hannover Messe demonstrieren wir, wie KI in der Produktion heute bereits konkret genutzt wird – mit klarem Fokus auf einfache Umsetzbarkeit, Skalierbarkeit und wirtschaftlichen Mehrwert, insbesondere für den Mittelstand«, sagt Dieter Meuser, CEO der German Edge Cloud.
Auf Red Hat OpenShift aufgebaut, nutzt das System das ONCITE Digital Production System (DPS) von GEC zusammen mit dem Compute-Plattform-Ansatz von Red Hat – eingebettet in das von Fraunhofer CCIT definierte Edge-Cloud-Continuum. Daraus entsteht eine durchgängige Daten- und Anwendungsarchitektur, mit der sich Produktionsdaten in Echtzeit verarbeiten, standortübergreifend nutzen und Industrial-AI-Anwendungen skalierbar ausrollen lassen.
Viele Fabriken sind historisch gewachsen: Maschinen, Anlagen und IT-Systeme arbeiten oft isoliert, Daten liegen in unterschiedlichen Kontexten vor und lassen sich kaum über Standort- und Systemgrenzen hinweg nutzen.
Diese Zusammenarbeit von GEC und Red Hat führt bislang getrennte Ebenen zusammen. ONCITE DPS integriert bestehende Produktionsumgebungen, erfasst und kontextualisiert Maschinendaten und stellt sie als nutzbare Datenbasis bereit. Red Hat OpenShift, die Hybrid-Cloud-Anwendungsplattform auf Basis von Kubernetes, ermöglicht es, Anwendungen konsistent über Edge-, Private- und Public-Cloud-Infrastrukturen hinweg auszuführen – mithilfe containerisierter Workloads mit einheitlichem Lifecycle-Management.
Die Kombination schafft die Grundlage für Industrial AI: Daten werden in Echtzeit direkt an der Maschine verarbeitet und gleichzeitig für übergreifende Analysen und KI-Modelle verfügbar gemacht. Unternehmen können so Anwendungsfälle wie Predictive Maintenance, Prozessoptimierung oder Qualitätsanalysen effizienter umsetzen und skalieren – von der einzelnen Fertigungszelle bis hin zu global vernetzten Produktionsnetzwerken.
Ein zentraler Bestandteil des Showcases ist das Fraunhofer Edge Cloud Continuum, das die Partner gemeinsam aus der Forschung in die industrielle Praxis tragen. Der Ansatz ermöglicht es, Anwendungen flexibel zwischen Edge und Cloud zu betreiben – je nachdem, wo sie technisch und wirtschaftlich den größten Mehrwert liefern. Zeitkritische Prozesse laufen nah an der Maschine, während rechenintensive Analysen und KI-Trainings in der Cloud stattfinden. Unternehmen profitieren so von höherer Flexibilität, besserer Ressourcennutzung und einer zukunftsfähigen Architektur.
Neben der Datenintegration adressieren GEC und Red Hat eine zentrale Herausforderung der Industrie: den Betrieb verteilter Infrastrukturen. Durch den Einsatz der Red Hat Ansible Automation Platform können Unternehmen industrielle Hardware und Software wie »Code« behandeln und so eine nahtlosere Orchestrierung von IT- und OT-Umgebungen ermöglichen. Dies trägt dazu bei, den manuellen Aufwand zu reduzieren, die Betriebssicherheit zu erhöhen und skalierbare Produktionslösungen zu ermöglichen.
Das ONCITE DPS kann mit dem zur Hannover Messe verfügbaren Majorrelease 26.02 nun auch vollumfänglich auf der Red Hat Device Edge laufen – einer leichtgewichtigen Kubernetes-Plattform, die Workloads auf kleinen, schwer zugänglichen und ressourcenbeschränkten Geräten unterstützt. Damit lassen sich containerisierte Anwendungen direkt nah an der Anlage ausführen, mit niedrigen Latenzen und hoher Resilienz auch in Umgebungen mit eingeschränkter Konnektivität. Unternehmen können so ihre Architektur schrittweise erweitern, ohne grundlegende Systembrüche.