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Safety in Großbritannien nach dem Brexit

Aus CE wird UKCA

08. Juni 2021, 21:47 Uhr   |  Andreas Knoll

Aus CE wird UKCA
© Andreas Knoll / Markt&Technik

Susanne Kunschert, Pilz: »Wir raten dringend, sich wegen des Brexit mit dem Thema Maschinensicherheit baldmöglichst auseinanderzusetzen.«

Nach dem Brexit stellt sich Maschinenherstellern und -betreibern die Frage, welche Auswirkungen er auf das Thema Maschinensicherheit und damit auf den Export von Maschinen nach oder deren Betrieb in Großbritannien hat. Denn das Land unterliegt nun nicht mehr den Vorgaben der EU-Maschinenrichtlinie.

Die aktuellen Regelungen sehen vor, dass bis zum 1. Januar 2022 das EU-Konformitätsbewertungsverfahren mit CE-Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung unter bestimmten Voraussetzungen weiterverwendet werden darf, wenn Maschinen oder Sicherheitskomponenten im United Kingdom in Verkehr gebracht werden.

Die britische Regierung hat vor kurzem ein eigenes nationales Konformitätsbewertungsverfahren etabliert. Dazu wurde ein neues Zeichen eingeführt – das UKCA-Mark (United Kingdom Conformity Assessment).

Stichtag: 1. Januar 2022

Was bedeutet das in der Praxis? Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, müssen alle Unternehmen, die bisher durch das CE-Kennzeichen die Konformität ihrer Produkte mit den geltenden Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Anforderungen bestätigt haben, nun zusätzlich auch das UKCA-Zeichen führen, und zwar sowohl auf dem Produkt als auch in allen technischen Unterlagen.

»Wir raten dringend, sich mit dieser Aufgabe baldmöglichst auseinanderzusetzen, weil sie meist einen großen Aufwand bedeutet – sowohl für das Aufbringen des Zeichens selbst als auch organisatorisch in der technischen Dokumentation«, erläutert Susanne Kunschert, geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG. »Denn Unternehmen, die nach dem 1. Januar 2022 ihre Produkte ohne UKCA-Abzeichen in das Vereinigte Königreich einführen, würden nach heutigem Wissensstand einen Gesetzesverstoß bis hin zu einer Straftat begehen.«

Noch größer werden die Herausforderungen, wenn das United Kingdom auch inhaltlich von den in der EU geltenden Richtlinien und der dazugehörigen harmonisierten Normung abweicht. Dann werden möglicherweise zusätzliche technische Anpassungen am Produkt oder an der Maschine selbst notwendig. Der Aufwand hängt vom Grad der Abweichung ab, erfordert aber in jedem Falle konsequente Nachverfolgung sowie Gesetzes- und Normenwissen.

»Unsere Experten unterstützen schon jetzt beispielsweise durch Beratung bei den Veränderungsprozessen«, führt Susanne Kunschert aus. »Dabei arbeiten sie eng mit der Pilz-Tochtergesellschaft in Großbritannien zusammen, die als national Bevollmächtigte eines Herstellers (Authorised Representative) fungieren kann und im Prozess zur Erlangung einer UKCA-Konformität sowie bei Problemen mit lokalen Marktaufsichtsbehörden kompetent unterstützen kann.«

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