Jörg Traum, Geschäftsführer, Emtron
Es ist Licht am Ende des Tunnels erkennbar, aber der Weg dahin scheint noch einige Hürden bereitzuhalten. Auch ist der Tunnel etwas länger als angenommen. Die Impfungen schreiten voran, aber vielleicht nicht schnell genug, um die höheren Infektionsraten der Covid-19 Mutanten in Schach zu halten. Wir haben mit einer Verknappung bei den wichtigen elektronischen Bauteilen zu kämpfen, hinzu kommt noch der Engpass in der Logistik für Luft- und Seefrachten für Importe aus Asien. Die damit einhergehenden Preissteigerungen im Frachtbereich drücken auf die Preise. Da der Bauteilmarkt quasi leergefegt ist, steigen auch hier wieder die Preise, so sind teilweise Bauteile nur mit 40 Wochen Vorlauf zu beschaffen. Bei der ebenfalls zur Fortec-Gruppe gehörenden Autronic gehen wir davon aus, dass wir mit guten Auftragseingängen zu rechnen haben. Dies hat mit einer vorausschauenden Bedarfsplanung der Kunden zu tun, sowie mit der forcierten Umsetzung neuer Projekte. Die Bauteileverknappung unterstützt uns hierbei.
Stromversorgungslösungen für die Bekämpfung von Covid 19 hatten einen erhöhten Bedarf an medizinischen Stromversorgungen ausgelöst. Diese Bereiche benötigen ein Mehr an Stromversorgungen. Alleine in der Schweiz hatten wir den höchsten Einzelauftrag mit 1,2 Mio in diesem Sektor zu verzeichnen. Dafür reduzierten sich die Bedarfe aus den anderen medizinischen Bereichen. Notwendige Investitionen außerhalb des Covid-19 Bereichs wurden verschoben. Viele Abteilungen im Krankenhaus, Zahnärzte und Fachärzte hatten mehr Patienten im Lock-Down als vor Covid 19. Dort wurden Investments verständlicherweise zurückgehalten. Diese Bereiche holen nun wieder auf und tragen zu einem guten Umsatz bei.
Unsere Hersteller haben mit langfristigen Lieferverträgen mit den Herstellern für die notwendigen Bauelemente bisher größere Lieferprobleme abfangen können. Aber auch hier wird es nun enger, je länger die Knappheit im Markt bestehen bleibt. Schritt für Schritt erhalten wir Lieferzeiterhöhungen, die wir wiederum bisher noch mit unserem Lagerbestand und langfristiger Disposition abfedern konnten. Es wird sich der Trend der Erhöhung der Lieferzeiten weiter verstärken. Zu den bisher moderat erhöhten Produktionszeiten erwarten wir weitere Erhöhungen. Die termingerechte Beschaffung der Bauteile für unsere Hersteller wird immer schwieriger und auch teurer. Somit rechnen wir zusätzlich mit einer Preiserhöhung im Q2/2021.
Bei der Autronic spüren wir die verlängerten Lieferzeiten und den Trend zu erhöhten Preisen gerade überall. Durch eine gute Planung können wir uns noch an unseren Lagerbeständen bedienen, allerdings stoßen wir immer öfters auf Allokationen bei Nachkäufen.
Nein, eine Entspannung wird es nicht geben, solange die asiatischen Wirtschaftsförderprogramme weiterhin angetrieben werden. Wir haben das Gefühl, dass es ständig neue Situationen gibt, die offensichtlich den asiatischen Markt vorzieht und Europa leider immer wieder hintenanstehen muss. Selbst die Automobilindustrie leidet unter dieser Entwicklung.