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So bleibt das Netz stabil

30. September 2020, 11:02 Uhr   |  Heinz Arnold

So bleibt das Netz stabil
© Amprion GmbH / Frank Peterschröder

Amprion hat eine neue Blindleistungs-Kompensationsanlage auf dem Gelände der Umspannanlage Kusenhorst in Haltern am See in Betrieb genommen: Ludger Meier, Head of Operations and Engineering von Amprion, Werner Arndt, Bürgermeister der Stadt Marl, Dr. Beatrix Natter, Executive Vice President Transmission von Siemens Energy, und Dr. Klaus Kleinekorte, Chief Technical Officer von Amprion. (v.l.n.r.)

Um Spannungsschwankungen auszugleichen, hat Amprion eine Blindleistungs-Kompensationsanlage von Siemens Energy in Betrieb genommen.

Die neue STATCOM-Anlage (Static Synchronous Compensator) steht auf dem Gelände der Umspannanlage Kusenhorst in Haltern am See und kann Spannungsschwankungen ausgleichen, die im Zuge der Energiewende verstärkt an den Netzknoten entstehen. Insgesamt hat Amprion 37 Mio. Euro in die Erweiterung der Umspannanlage Kusenhorst investiert.

Gebaut hat die neue Blindleistungs-Kompensationsanlage Siemens Energy. Ludger Meier, Leiter Betrieb und Projektierung von Amprion, erläuterte vor Ort die Bedeutung der neuen Anlage im Rahmen der Energiewende: »Der steigende Anteil an regenerativen volatilen Erzeugungsanlagen und die zunehmende Transportentfernung von der Erzeugung zu den Verbrauchszentren bedeuten, dass Stromnetze für die Zukunft neu ausgerichtet werden müssen. Schlüsselelement ist dabei unter anderem die schnelle Regelbarkeit der Netzspannung«, so Ludger Meier. »Mit der neuen STATCOM-Anlage für die Umspannanlage Kusenhorst investieren wir in die Systemsicherheit und kommen hiermit unserer Verantwortung für einen sicheren Netzbetrieb nach.«

Bei der Anlage handelt es sich um den Typ »SVC PLUS«, einem weiter entwickelten STATCOM von Siemens Energy. »SVC« steht für Static Var Compensator, also statischer Blindleistungskompensator. »Bei Siemens blicken wir mittlerweile auf zwölf Jahre Erfahrung mit der »SVC PLUS«-Technologie zurück«, sagt Beatrix Natter, Executive Vice President Transmission von Siemens Energy. »Wir freuen uns besonders, dass jetzt in Kusenhort die Hundertste STATCOM-Anlage steht, die wir gefertigt haben.«

Amprion betreibt die Anlage in Haltern am See seit 1962. Sie verbindet das 380-kV-Übertragungsnetz mit dem örtlichen 110-kV-Netz, das die Energie regional weiterverteilt. Zuletzt wurde die Umspannanlage Kusenhorst 2016 modernisiert. Mit der neuen STATCOM-Anlage hat Amprion sie für ihre zukünftigen Aufgaben aufgerüstet.

So arbeitet die Blindleistungs-Kompensationsanlage

Für die Energieübertragung mit Wechselstrom ist Blindleistung erforderlich. Sie stützt die Spannung im Netz bei der Übertragung großer Leistungen über weite Strecken. Solche weiträumigen Stromtransporte sind zum Beispiel erforderlich, um Windstrom aus dem Norden im industriereichen Süden Deutschlands nutzen zu können. Bisher wurde sie vor allem von den Generatoren der Großkraftwerke bereitgestellt. Da viele von ihnen im Zuge der Energiewende vom Netz gehen, reagiert Amprion mit der Installation von Blindleistungskompensationsanlagen.

Je nach Bedarf kann die neue STATCOM-Anlage Blindleistung im Bereich von ±300 Mvar einspeisen und so die Spannung im Netz anheben oder absenken, um zu einem stabilen Netz beizutragen. Sie kann auch in Kombination mit der in Kusenhorst bereits bestehenden MSCDN-Anlage zum Einsatz kommen. Gemeinsam bilden die beiden Technologien eine sogenannte Hybridanlage zur Blindleistungskompensation und sind neben der Umspannanlage Kriftel damit die leistungsstärkste ihrer Art im deutschen Netz.

Die STATCOM-Anlage besteht aus mehreren Gebäudeteilen, die bis zu zehn Meter hoch sind und eine Fläche von circa 1.000 Quadratmetern umfassen. Sie beherbergen den Konverter, Drosselspulen sowie die Regelungs- und Schutztechnik. Der Transformator sowie der Außenkühler der Anlage befinden sich außerhalb der Gebäude. Amprion betreibt die STATCOM-Anlage ferngesteuert über seine Systemführung in Brauweiler bei Köln.

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