BMFTR-Projekt

Fertigung von Natrium-Ionen-Batteriezellen in Deutschland

1. April 2026, 6:36 Uhr | Iris Stroh
© UniverCell Holding GmbH

Das BMFTR-Projekt SIB:DE ENTWICKLUNG bündelt 25 Partner zur Entwicklung von Natrium-Ionen-Batterien als nachhaltige Alternative zu Lithium-Ionen-Technologien. Ziel sind marktreife Großzellen, Recyclingfähigkeit und der Aufbau einer europäischen Wertschöpfungskette.

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Mit dem Förderprojekt SIB:DE ENTWICKLUNG hat das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) das bislang größte deutsche Konsortium zur Natrium-Ionen-Batterietechnologie ins Leben gerufen. 25 Partner aus Wissenschaft und Industrie entwickeln gemeinsam eine nachhaltige, sichere und wirtschaftliche Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien. Im Mittelpunkt stehen die Produktion großformatiger, marktreifer Zellen und die Bewertung ihrer Recyclingfähigkeit. Ziel ist der schnelle Transfer der Forschungsergebnisse in industrielle Anwendungen.

Batteriezellen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der von der EU bis 2030 beschlossenen Mobilitätswende. Sie spielen zudem eine entscheidende Rolle bei der Integration großer Mengen erneuerbar erzeugten Stroms ins Netz und sind essenziell für die unterbrechungsfreie Stromversorgung beim Aufbau von 5G-Telekommunikationsstationen. Derzeit sind Lithium-Ionen-Batterien die am häufigsten verwendeten Energiespeicher. Die Rohstoffabhängigkeit und -knappheit stellt jedoch eine erhebliche Herausforderung für den Lithium-Ionen-Batteriemarkt dar. Sowohl für mobile als auch stationäre Energiespeicher wird daher dringend nach vergleichbaren Alternativen gesucht. Natrium gilt als ein besonders unkritischer Rohstoff, ist gut verfügbar, preiswert und wird als sehr sicher eingestuft. Natrium-Ionen-Batterien können somit eine Schlüsselrolle bei der Sicherstellung einer stabilen und nachhaltigen europäischen Energieversorgung spielen.

Natrium-Ionen-Batteriezellfertigung für Deutschland und Europa

Die Natrium-Ionen-Batterie (Sodium-Ion-Battery, SIB) stellt eine zukunftsweisende Speichertechnologie dar, die im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Kostenstruktur eine attraktive Ergänzung bzw. Alternative zu den derzeit marktführenden Lithium-Ionen-Batterien bietet. Natrium ist als Rohstoff deutlich breiter verfügbar, kostengünstiger und gleichmäßiger global verteilt als Lithium, Kobalt oder Nickel, was die derzeit starken geopolitischen Abhängigkeiten reduzieren und die Verlässlichkeit zukünftiger Energiesysteme stärken kann.

Das SIB:DE ENTWICKLUNG-Projekt hat daher das Ziel, die Eignung der Natrium-Ionen-Technologie für eine nachhaltige Energie- und Mobilitätswende zu evaluieren und eine zügige industrielle Umsetzung zu erreichen, um so auf den asiatischen Markt aufzuschließen. Beabsichtigt ist der Aufbau eines vollständigen Ökosystems für eine Natrium-Ionen-Batteriezellfertigung in Deutschland und Europa. Insbesondere geht es um die schnelle Befähigung der beteiligten Industriepartner Batteriezellen im großen Maßstab, marktreif und wettbewerbsfähig zu produzieren.

Bündnis aus Forschung und Industrie

Das Projektkonsortium des SIB:DE ENTWICKLUNG-Vorhabens besteht aus elf Industriepartnern und vierzehn akademischen Partnern sowie einem erweiterten Kreis von assoziierten Partnern aus SIB:DE FORSCHUNG und einem Industriebegleitkreis. Koordiniert von der EDAG Production Solutions GmbH & Co. KG ist es das größte deutsche Netzwerk zur Natrium-Ionen-Batterietechnologie. SIB:DE ENTWICKLUNG ist Teil der SIB:DE Initiative, die bereits das SIB:DE FORSCHUNG Projekt hervorgebracht hat. Der große Industriebegleitkreis zeigt das Interesse der Entwicklung von Natrium-Ionen-Zellen im europäischen Raum. Nur durch diese enge Verzahnung der Kompetenzen aus Wissenschaft und Industrie und die effiziente Kooperation zwischen den Industrie- und Forschungspartnern ist eine schnelle und nachhaltige Skalierung zur Marktdurchdringung der Natrium-Ionen-Batteriezellen möglich.

Die nationalen Kompetenzträger zur Batteriezellproduktion und Kreislaufführung sind in dem Vorhaben SIB:DE ENTWICKLUNG vereint und verfolgen gemeinsam und gebündelt das übergeordnete Ziel einer technologisch souveränen, wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Batteriewertschöpfungskette für die Na-Ionen-Technologie sowie den Aufbau eines vollständigen Ökosystems für eine Natrium-Ionen-Batterieproduktion.

Förderung

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt BMFTR
Laufzeit: 3.2026-2.2029
Projektträger: Projektträger Jülich (PtJ)
Förderkennzeichen: 03XPB028
Fördersumme: 14,5 Mio. Euro

Projektpartner
 

  • EDAG Production Solutions GmbH & Co. KG (Koordinator)
  • acp-systems AG
  • Coperion GmbH
  • cylib GmbH
  • EAS Batteries GmbH
  • E-Lyte Innovations GmbH
  • Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM
  • Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB
  • Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV
  • Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS
  • Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
  • Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie ISIT
  • Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS
  • Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU
  • FUCHS LUBRICANTS Germany GmbH
  • GROB-WERKE GmbH & Co. KG
  • Jungheinrich AG
  • Karlsruher Institut für Technologie KIT – wbk Institut für Produktionstechnik
  • RWTH Aachen – Institut für Stromrichtertechnik und elektrische Antriebe – ISEA
  • Technische Universität Braunschweig – Battery LabFactory Braunschweig – BLB
  • Technische Universität München – Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften – iwb
  • Technische Universität München – Lehrstuhl für Elektrische Energiespeichertechnik – EES
  • UniverCell Holding GmbH
  • VARTA Storage GmbH
  • Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung – ZSW – Produktionsforschung – ECP

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