Schwerpunkte

Müdigkeitserkennung im Fahrzeug

DMS-Kit mit 3D-Sensorik

14. Dezember 2020, 11:00 Uhr   |  Markus Haller

DMS-Kit mit 3D-Sensorik
© Shooting Star Studio | Shutterstock.com

Müdigkeits- und Ablenkungserkennung im Fahrzeug soll über 3D-Sensorik verlässlicher werden.

Fahrerüberwachungs-Systeme sollen durch 3D-Sensoren und Blickverfolgung Müdigkeitserscheinungen früher erkennen. Für Fahrzeugentwickler bieten Ams und Eyeware ein Entwicklungs-Kit an.

Das DMS-Kit (Driver Monitoring System) ist für die Entwicklung von Demonstratoren für Automobilhersteller gedacht. Es beinhaltet 3D-Sensorik sowie Hard- und Software zur Gesichtserkennung und Blickverfolgung. Laut Ams sind 3D-Sensoren im Vergleich zu 2D-Sensoren präziser und erzeugen verlässlichere Informationen über Position und Bewegung von Kopf und Augen des Fahrers.

Mikroschlaf

Für die Früherkennung von Müdigkeit beim Fahren gilt Mikroschlaf bzw. Sekundenschlaf. Er tritt bei langen und eintönigen Autofahrten auf und dauert durchschnittlich 0,2 Sekunden. Mikroschlaf lässt sich mit 2D-Sensorik nicht präzise erfassen. In 3D-Systemen ist das laut Ams mit Hilfe von 3D-Bildern und 3D-Kopfpositionsschätzungen deutlich genauer möglich.

Die Sensorik im DMS-Kit erzeugt eine Tiefenkarte des Fahrerkopfes, die über die Software von Eyeware Tech mathematisch ausgewertet wird, um die Blickrichtung des Fahrers in Echtzeit zu berechnen.

Robust gegen Umgebungslicht

Das DMS-Kit arbeitet zur Gewinnung der Bildinformationen mit Active Stereo Vision (ASV). Die Ausleuchtung geschieht über Flood- und Punktmuster-Illuminatoren und ist laut Ams robust gegen Störungen durch Sonnenlicht und Reflexionen von Sonnenbrillen. Das Gesamtsystem aus Hard- und Software funktioniere »unter allen Licht- und Nutzungsbedingungen«, sagt Bastjan Bastjan, Mitbegründer und Chief Business Development Officer bei Eyeware. Auf Grundlage der berechneten Daten können »OEMs Anwendungen wie z.B. Müdigkeitswarnungen entwickeln.«

Weiterentwicklung von Head-Up-Displays

Die Informationen zu Kopflage und Blickrichtung können in einem nächsten Schritt genutzt werden, um Head-Up-Displays dahingehend weiterzuentwickeln, dass der projizierte Inhalt automatisch in der aktuellen Blickrichtung des Fahrers erscheint.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Jaguar Land Rover entwickelt sensorisches Lenkrad
Osram-Chef Berlien muss gehen
Deutsche haben wenig Vertrauen in Fahrerassistenten

Verwandte Artikel

ams AG