Fit für den Börsengang Warum hat ARM Stream Technologies gekauft?

Mit Stream Technologies möchte ARM die durchgängige IoT-Vertnetzung realisieren.
Mit Stream Technologies möchte ARM die durchgängige IoT-Vernetzung realisieren.

Um durchgängige IoT-Vernetzung zu realisieren. Das passt in die Strategie von Softbank, IoT und KI zu einem Gesamtkunstwerk zu kombinieren.

Überall dort, wo Masayoshi Son, Chef von Softbank, seine Hände im Spiel hat, geht es um KI, Big Data und viel Geld. Als Unicorn-Jäger bezeichnete sich Son kürzlich, und deshalb investiert der Vision Fund nicht in kleine Start-up-Unternehmen. Mit unbedeutenden zweistelligen Millionen-Beträgen gibt er sich gar nicht erst nicht ab.  

Bestes Beispiel dafür war ARM, die Softbank 2016 für 31 Mrd. Dollar übernahm.

In fünf Jahren an die Börse  
 
Masayoshi Son hatte erst kürzlich angekündigt, er wolle ARM fit für den Börsengang machen, der in rund fünf Jahren stattfinden soll. Die Übernahme von Stream Technologies durch ARM ist Teil dieser Strategie. Denn damit will ARM von der Chipebene bis zu den Endgeräten eine einfach zu nutzende Umgebung schaffen. Dazu hat der Vision Fund in weitere Unternehmen Geld gesteckt. Ziel: Ein IoT-Gesamtkunstwerk zu schaffen. So hat der Vision Fund beispielsweise in Nvidea, Brain und Nauto investiert. Interessant ist auch, dass der Vision Fund Geld in die US-Firma OSIsoft gesteckt hat. Denn OSIsoft entwickelt schon seit Jahrzehnten Software, um die Daten aus den unterschiedlichen Sensorquellen in alten und neuen Maschinen in ein Format bringen zu können, die ihre Analyse in den übergeordneten Cloud-Systemen wie sie etwa von Windows, Amazon, IBM und Google anbieten, erst ermöglicht. Ein Problem, das häufig übersehen und unterschätzt wird. Damit hat sich OSIsoft von der öffentlichen Wahrnehmung weithin unerkannt – nicht jedoch vom Venture-Fund – zu einem wichtigen Element in der IoT-Welt entwickelt.   

Die Überlegung hinter all dem: Wer Daten für neuen Geschäftsmodelle nutzen will, den kümmert es nicht, wie sie auf Sensorebene gesammelt, in den Sensorknoten bearbeitet, an die Edge-Geräte weitergegeben und schließlich in die Cloud übertragen werden. Der Anwender will sich auf sein Geschäftsmodelle konzentrieren – ohne sich mit der Komplexität hinter dem Sammeln der Daten beschäftigen zu müssen. Deshalb will ARM in Kombination mit Stream die gesamte Kommunikationskette vom Chip zur Cloud abdecken, so dass die Anwender sich auf die Auswertung der Daten im Rahmen ihrer Geschäftsmodelle konzentrieren können, ohne von der drunter liegenden Komplexität behelligt zu werden.

Das geht weit über das Angebot hinaus, das ARM als Controller-Schmiede liefern kann. Denn Stream Technologies nutzt verschiedene Verfahren – von LPWAN, über zellulären Funk bis zur Satellitenkommunikation – um die Daten zu übertragen. Obwohl die Plattform von Stream all die verschiedenen Techniken und Protokolle kombiniert, genügt ein einziges User-Interface, um alles zu überwachen und zu steuern, was für alle Arten von Anwendungsfällen ein entscheidender Vorteil ist.

Mit der IoT-X-Plattform von Stream, das Unternehmen spricht von einer Embedded Subscriber Identification Module (eSIM) and Connectivity Orchestration Platform für Connectivity Service Providers, Mobile Network Operators und Enterprise-Kunden – müssen sich die Anwender nicht selbst um den Aufbau ihrer IoT-Infrastruktur und der vernetzten Services kümmern: Alles was mit IoT zu tun hat, übernimmt IoT-X – von den Services auf der einen Seite bis zum Vernetzungs-Management auf der anderen Seite. Im Zentrum der Plattform steht dabei der IoT-X-Router. »Mit IoT-X schaffen wir „Simplicity as a Service”«, erklärte Alaint Tait, CTO von Stream, im Interview mit Markt&Technik.