Intels siebter Chef Bob Swan wird doch CEO

Bob Swan hat Intel über die vergangenen Monate als Interims-Chef richtig lieben gelernt und freut sich darauf die Firma durch Umbruchszeiten zu führen. Vier Felder hat er identifiziert, auf denen dringender Handlungsbedarf besteht.
Bob Swan hat Intel über die vergangenen Monate als Interims-Chef richtig lieben gelernt und freut sich darauf, die Firma durch Umbruchszeiten zu führen. Vier Felder hat er identifiziert, auf denen dringender Handlungsbedarf besteht.

Sieben Monate hatte Bob Swan als Übergangs-CEO von Intel fungiert, offenbar Spaß an der Aufgabe gefunden – und den Aufsichtsrat doch überzeugt.

Als er kürzlich die Quartalszahlen von Intel bekannt gab, sagte er noch, den Posten des CEO nicht auf Dauer übernehmen zu wollen. Denn zunächst hatte er Ambitionen auf das Amt des CEO von sich gewiesen. Er sprang auch eher unfreiwillig ein, als Brian Krzanich plötzlich im Sommer vergangenen Jahres wegen einer um Jahre zurückliegenden Affäre mit einer Angestellten überraschend als CEO zurückgetreten war.

Swan war zu diesem Zeitpunkt CFO des Unternehmens und seit 2016 bei Intel. Über die vergangenen sieben Monate hätte er die Firma erst so richtig kennen gelernt: »Ich habe ein tiefgehendes Verständnis für die Herausforderungen und Chancen für Intel entwickelt und während dieser Zeit die Kunden und die eigenen Mitarbeiter erst so richtig kennen gelernt.« Er habe sich in seiner Rolle als Interims-CEO auf das Tagesgeschäft konzentriert und mit den Kunden zusammen gearbeitet.

Das hat er offenbar so gut gemacht, dass der Aufsichtsrat beschloss, ihm das Amt des CEO ganz offiziell anzutragen. »Ich habe die Chance ergriffen, um eine ganz besondere Firma führen zu dürfen«, so Bob Swan. Seit der Gründung von Intel vor 50 Jahren ist er erst der siebte CEO. Die Aktionäre waren von der überraschenden Entscheidung, nach langer externer Suche doch den Interims-Chef zu übernehmen, offenbar weniger begeistert: Der Aktienkurs sank zunächst um 5 Prozent.

Besondere Firma – besondere Zeiten

Er darf nun nicht nur eine ganz besondere Firma führen, sondern zu einem aus seiner Sicht ganz besonderen Zeitpunkt: »Nach einem außerordentlich gutem Jahr 2018 befinden wir uns mitten in einer Phase des Umbruchs, noch nie in seiner Geschichte haben sich dem Unternehmen derartig vielversprechende Möglichkeiten geboten.« Er habe die Ehre, zusammen mit dem Board, dem Führungs-Team und den mehr als 107.000 hervorragenden Mitarbeitern die Firma weiter nach vorne zu führen. Gerne habe er das Wort »Interim« von seiner Visitenkarte gestrichen.