Produktionsumstellung wegen Corona Teile über 3D-Druck – Mundschutz von Textilfirmen

Es wäre denkbar wäre, dass Konzerne ihre 3D-Drucker einsetzen, um fehlende Teile für Beatmungsgeräte zu erzeugen. Hier fertigen im Forschungs- und Anwendungszentrum für additive Fertigung der Hunan Vanguard Group mehr als 50 3D-Drucker Brillengestelle für den medizinischen Gebrauch.
Es wäre denkbar wäre, dass Konzerne ihre 3D-Drucker einsetzen, um fehlende Teile für Beatmungsgeräte zu erzeugen. Hier fertigen im Forschungs- und Anwendungszentrum für additive Fertigung der Hunan Vanguard Group mehr als 50 3D-Drucker Brillengestelle für den medizinischen Gebrauch.

Branchenfremde Betriebe können helfen – wenn es um weniger komplexe Produkte geht. Auch der 3D-Druck öffnet neue Möglichkeiten.

So produzieren Textilhersteller jetzt auch Mundschutze, beispielsweise Trigema. Auch der Schaumstoffe Wegerich, Matratzenhersteller aus Würzburger produziert inzwischen Mundschutze – wenn auch ohne Zertifizierung. Komplexere Produkte wie Beatmungsgeräte eignen sich dagegen nicht, um kurzfristig von branchenfremden Unternehmen hergestellt zu werden.  

Doch es geht nicht nur um fertige Endprodukte, sondern auch um Teile. Eine Möglichkeit sieht Haeffs bei den Herstellern ähnlicher Produkte, wenn beispielsweise das Material das gleiche oder sehr ähnlich sei und sich eigentlich nur die Form unterscheide, beispielsweise für Luftfilter.

3D-Druck-Teile für komplexe Geräte

Und auch für komplexe Produkte wie Beatmungsgeräte könnten Teile hergestellt werden. Die beste Technik für eine schnelle Produktion ist lauf Haeffs der 3D-Druck. »Wenn ich eine Konstruktionszeichnung habe, die ich einlesen kann, und die entsprechenden Kunststoffgranulate zur Verfügung stehen, dann ist das in einer Stunde umgerüstet«, sagte er. »Dann druckt es mir die entsprechenden Teile.«

Doch auch beim 3D-Druck von Teilen gibt es Hürden für den Einsatz: Zum einen sei das nur sinnvoll, wenn es Medizintechnikhersteller gebe, die Kapazität für die Produktion, aber Lücken in der Lieferkette hätten, die man mit gedruckten Teilen auffüllen könne, sagte Kuczaty. Zum anderen müssten die Medizintechnik-Unternehmen ihre Daten freigeben, wie Haeffs sagte. »Da sind die Hemmschwellen sehr hoch.« Schließlich wollten die Unternehmen nicht potenzielle Konkurrenten mit Wissen versorgen.

Mehrere branchenfremde Unternehmen prüfen gerade einen solchen Einsatz von 3D-Druckern – unter anderem auch Volkswagen, wie ein Sprecher bestätigte. Doch auch er verwies auf hygienische Standards, Materialien, Anforderungen und dass man die Blaupausen brauchen würde.

Ob es zum 3D-Druck kommt, dürfte unter anderem eine Frage der Notwendigkeit werden, sagte Haeffs. »Wenn der Druck hoch genug wird, aus politischer oder gesellschaftlicher Sicht, dann fallen diese Schranken vielleicht.« Noch sei die Not dafür aber offenbar nicht groß genug.