Deutscher Osthandel

Marke von 500 Milliarden Euro gerissen

10. Februar 2022, 16:12 Uhr | dpa, st
Handel
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Der deutsche Osthandel hat 2021 die 500-Mrd.Euro-Marke geknackt. Laut dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft lag das Gesamtvolumen bei 502 Mrd. Euro, 80 Mrd. Euro höher als 2020 und 40 Mrd. Euro höher als im bisherigen Rekordjahr 2019 vor der Pandemie. Der Russland-Ukraine-Konflikt wiegt schwer.

Demnach exportierten deutsche Unternehmen 2021 Waren im Gesamtwert von 254 Mrd. Euro in Länder Ost- sowie Südosteuropas. Das war ein Plus von 18,3 Prozent. Importiert wurden Güter im Wert von 248 Mrd. Euro, ein Zuwachs von 19,1 Prozent. Der Ausschuss wertete Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus. Der Osthandel habe sich dynamischer als der gesamte deutsche Außenhandel entwickelt und seinen Anteil auf 19,5 Prozent gesteigert, hieß es. Mit weitem Abstand wichtigster deutsche Handelspartner in der Region ist Polen. Nach Polen folgen Tschechien und Russland.

Das Handelsvolumen mit Russland sei um über 34 Prozent auf knapp 60 Mrd. Euro gestiegen. Hier hätten sich die gestiegenen Energiepreise bemerkbar gemacht. Umgekehrt sei auch die russische Nachfrage nach deutschen Gütern um 15 Prozent gestiegen, sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Oliver Hermes.

Mit Blick auf den Ukraine-Konflikt warnte er, dass ein ernsthafter Konflikt zwischen Russland und der Nato furchtbares menschliches Leid über den ganzen Kontinent bringen würde. Daneben würde auch die europäische Wirtschaft um Jahrzehnte zurückgeworfen. Die derzeit herrschende Unsicherheit würde sich bereits negativ auf die Märkte auswirken, Investitionen würden infrage gestellt, Aktien- und Währungskurse gäben nach, wirtschaftliche Chancen blieben ungenutzt, Energiepreise explodierten. Umso wichtiger sei, dass sich die neue Bundesregierung und der französische Präsident Emmanuel Macron mit voller Kraft in die internationale Krisendiplomatie eingeschaltet hätten.


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