Maßnahmenpaket

Sachsen will mehr ausländische Fachkräfte anlocken

31. August 2022, 8:44 Uhr | dpa
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Sachsen, Großrückerswalde: Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, besucht die Produktion der Lasertechnologie Bindemann. Das Unternehmen fertigt unter anderem auch große Schwibbögen aus Metall.
© Hendrik Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Sachsen will mehr ausländische Fachkräfte in den Freistaat locken und so dem Arbeitskräftemangel begegnen. Für die Unternehmen sei das eine Existenzfrage.

Das erklärte Wirtschaftsminister Martin Dulig am Dienstag nach der Sitzung des Kabinetts, das dazu einen Maßnahmeplan auf den Weg gebracht hat.

Laut Dulig fehlen dem sächsischen Arbeitsmarkt bis 2030 insgesamt 150 000 Arbeitskräfte. Bis 2035 seien es 210 000. Bei der Rekrutierung habe man Länder mit Jugendüberschuss im Fokus. Man wolle nicht das Arbeitskräfteproblem in anderen Ländern verschärfen.

Nach den Worten von Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow liegt die Fachkräftelücke im akademischen Bereich bei 10 bis 18 Prozent. Sachsen habe derzeit rund 18 000 Studenten aus dem Ausland. Zwei Drittel der Absolventen hätten den Wunsch, in Sachsen zu bleiben. Aber nur ein Viertel bleibe dann tatsächlich.

Zu den Maßnahmen zählen eine schnellere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, Praktika für im Ausland lebende Menschen bei sächsischen Unternehmen und die Schaffung kommunaler Integrationszentren als Anlaufstelle. Auch die Beratung beim Thema Familiennachzug spielt eine Rolle. Dulig sprach sich auch für Jobangebote in englischer Sprache auf Portalen aus. Man brauche eine zügige Anerkennung von Abschlüssen. Es helfe nicht weiter, wenn eine gutausgebildete Erzieherin in einem Nebenjob steckenbleibe. Sachsen müsse für Fachkräfte attraktiv sein.

«Unser Vorhaben kann nur gelingen, wenn wir die Menschen in Sachsen an unserer Seite haben. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Sachsen zu einem Ort zu machen, an dem sich auch Menschen willkommen fühlen und eine Heimat finden, die nicht hier geboren sind», sagte Dulig.

Freundlichkeit und Offenheit könne man nicht verordnen - man könne sie aber vorleben. «Und das wünsche ich mir auch auf der kommunalen Ebene - angefangen bei den Landräten, den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern bis hinein in die Ämter.»


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