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VDMA- und VDI-Zahlen zum Arbeitsmarkt

Kommt der Ingenieurarbeitsmarkt jetzt in Schwung?

VDMA
Die neuen Zahlen des VDMA stammen aus einer Umfrage im Juni 2021, ausgewertet wurden 569 Antworten.
© VDMA

Einer VDMA-Umfrage zufolge plant die Mehrheit der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbau wieder Einstellungen, auch der VDI registriert erstmals wieder positive Signale.

Nachdem die Corona-Krise im vergangenen Jahr sehr deutliche Bremsspuren auf dem Ingenieurarbeitsmarkt hinterlassen hat, zeigen sich 2021 erstmals wieder positive Signale auf die Nachfrage.

Das geht aus den Zahlen für das erste Quartal 2021 aus dem aktuellen Ingenieurmonitor des VDI hervor, den der Verband mit dem Institut der deutschen Wirtschaft herausgibt.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist demnach die Arbeitskräftenachfrage im ersten Quartal 2021 zwar gesunken, allerdings nur noch um 5,1 Prozent als Zeichen einer konjunkturellen Abkühlung. Zum Vergleich: im vierten Quartal 2020 lag der Rückgang des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots noch in Höhe von 21,1 Prozent. 

Im ersten Quartal 2021 nahm die Arbeitslosigkeit in den Ingenieur- und Informatikerberufen um 32,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Auch hier zeigen sich Verbesserungen: Im vierten Quartal stieg die Arbeitslosigkeit im Vorjahrsvergleich noch sprunghaft um 40,1 Prozent an.

Der negative Effekt der Corona-Krise sei damit überwunden, so der VDI. Der Tiefpunkt habe im dritten Quartal 2020 gelegen. Auch der Blick auf die Gesamtdaten bestätigten dieses Bild: im saisonal günstigen dritten Quartal 2020 lag die Arbeitslosigkeit mit 46.100 auf einem ähnlichen Niveau wie im ersten Quartal 2021 mit 46.200. Die Anzahl des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots in den Ingenieur- und Informatikerberufen stieg hingegen von 92.400 im dritten Quartal 2020 auf 102.500 im ersten Quartal 2021 deutlich an.

Das größte gesamtwirtschaftliche Stellenangebot bot sich im ersten Quartal 2021 in den Informatikerberufen mit 34.230, gefolgt von den Ingenieurberufen Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur mit 33.950.

Dahinter folgen die Ingenieurberufe Energie- und Elektrotechnik mit 12.890 und die Ingenieurberufe Maschinen- und Fahrzeugtechnik mit 9.260. Im Vergleich zum Tiefpunkt der Corona-Krise im dritten Quartal 2020 konnte die Nachfrage in diesen Berufen damit deutlich zunehmen.

Einen weiterhin hohen Rückgang im Vergleich zum ersten Quartal 2020 gibt es mit 21,8 Prozent bei den Ingenieuren der Maschinen- und Fahrzeugtechnik. Bei den Informatikerberufen liegt die Nachfrage mit minus 6,7 Prozent leicht unter den Höchstständen im ersten Quartal 2020. Bei den Ingenieurberufen Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur mit plus 2,1 Prozent und den Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik mit plus 2,3 Prozent gab es im Vorjahresvergleich sogar Zuwächse beim gesamtwirtschaftlichen Stellenangebot.

Laut VDI erholen sich die stark industrienahen Qualifikationen auf dem Ingenieurarbeitsmarkt schrittweise vom starken temporären Nachfragerückgang, während sich bau-, energie- und IT-nahe Qualifikationen sogar wieder Rekordwerten nähern. Das liege an den "strukturell hohen Baubedarfen" und an steigenden Bedarfen durch Dekarbonisierung und Digitalisierung.

Rückgänge bei Zuwanderung über die Hochschulen in den Ingenieurwissenschaften

Der VDI betont zudem die Bedeutung der Zuwanderung zur Fachkräftesicherung in Deutschland. So habe die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Ingenieur:innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit von Ende 2012 bis Ende September 2020 um 92,2 Prozent zugenommen. Besonders hoch sei dabei das Beschäftigungswachstum von Drittstaatsangehörigen gewesen.

Ende September 2020 haben die meisten ausländischen Beschäftigten in Ingenieurberufen eine Staatsangehörigkeit aus Indien, gefolgt von Italien, der Türkei, Frankreich, China und Spanien. Für Zugewanderte aus Indien und China sind dabei die Hochschulen als Zuwanderungsweg von besonderer Bedeutung. Die Zahl der Studierenden in Ingenieurwissenschaften und Informatik mit indischer und chinesischer Herkunft sind besonders hoch, die Corona-Krise hat jedoch zu einem Rückgang bei den Studienanfängerinnen und -anfängern aus diesen Ländern geführt - damit sei daher absehbar, dass sich mittelfristig ihr Beitrag zur Fachkräftesicherung in den Ingenieurwissenschaften reduzieren dürfte.


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