Nahost und Ölpreise belasten

ifo Institut: Arbeitsmarkt nicht mehr ganz so düster

29. Juli 2026, 13:17 Uhr | nach dpa-Unterlagen
ifo Beschäftigungsbarometer
© ifo Institut

Die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt bleibt zwar bedenklich, Experten beobachten aber eine leichte Stabilisierung. In zwei Wirtschaftsbereichen sind die Aussichten aber nach wie vor sehr schlecht.

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Die Aussichten für den deutschen Arbeitsmarkt hellen sich leicht auf. Das Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts stieg im Juli um 0,8 Punkte auf 93 Zähler. Von einer Trendwende könne jedoch noch keine Rede sein.

„Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich etwas, bleibt aber in schwierigem Fahrwasser“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. „Für eine Trendwende braucht es noch mehr wirtschaftliche Dynamik.“

Weniger optimistisch fällt der Blick des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus. Dessen Arbeitsmarktbarometer sank im Juli um 0,2 Punkte auf 99,4 Zähler. Werte über 100 stehen für eine positive Entwicklung, Werte darunter für eine Verschlechterung.

„Die Arbeitslosigkeit steigt seit vier Jahren, aber lange gab es trotzdem noch einen positiven Beschäftigungsausblick“, sagte IAB-Forscher Enzo Weber. „Angesichts von Wirtschaftskrise und demografischer Schrumpfung reicht es dafür mittlerweile nicht mehr.“ Als zusätzliche Belastung nannte Weber die jüngste Eskalation im Nahen Osten und die dadurch gestiegenen Ölpreise.

Das Ifo-Beschäftigungsbarometer hatte im April noch den niedrigsten Stand seit mehreren Jahren erreicht. Inzwischen liegt es wieder auf einem Niveau, das dem der vergangenen eineinhalb Jahre ähnelt.

Industrie bleibt Sorgenkind

Von der leichten Erholung profitieren jedoch nicht alle Branchen. In der Industrie verschlechterte sich das Beschäftigungsbarometer erneut. Dort übersteigt der Anteil der Unternehmen, die Stellen abbauen wollen, den Anteil der Betriebe mit Einstellungsplänen um 18,5 Prozentpunkte – der mit Abstand schlechteste Wert aller Wirtschaftsbereiche.

Stellenabbau bleibe in der Industrie das beherrschende Thema, teilte das Ifo mit. Nahezu alle Branchen planten mit weniger Personal. Eine Ausnahme bildet die Elektronikindustrie: Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen wollen ihre Belegschaften ausbauen.

Leichte Entspannung im Handel und bei Dienstleistern

Auch im Handel bleibt die Lage angespannt. Mit einem Saldo von minus 15 Punkten überwiegen weiterhin die Unternehmen mit Stellenabbauplänen, wenngleich sich die Stimmung etwas verbessert hat.

Bei den Dienstleistern legte das Beschäftigungsbarometer ebenfalls zu. Mit einem Saldo von minus 2,6 Punkten fällt der Rückgang deutlich moderater aus. „Auch hier besteht jedoch noch eine leichte Tendenz zum Stellenabbau“, erklärte das Ifo. Besonders zurückhaltend seien Unternehmen im Gastgewerbe. Dagegen planten Rechts- und Steuerberatungen zusätzliche Einstellungen.

Am Bau blieb die Lage nahezu unverändert. Mit einem Saldo von minus 1,1 Punkten halten sich Einstellungen und Entlassungen laut Ifo weiterhin weitgehend die Waage. Die Unternehmen wollten ihren Personalbestand insgesamt stabil halten.


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