Personalabbau

ebm-papst will bis zu 170 Jobs abbauen

10. November 2021, 11:17 Uhr | dpa
ebm Papst Homeoffice
ebm-papst aus Mulfingen hatte bereits vor der Pandemie, nämlich schon 2014, mit der Flexibilisierung seiner Arbeitszeit im Angestelltenbereich begonnen. Weg von einer anwesenheitsgeprägten zu einer ergebnisorientierten Arbeitskultur mit hohen Freiheitsgraden für die Mitarbeiter. Die Covid-19-Pandemie hat diesen Prozess nochmal beschleunigt und letztendlich zu einer neuen Betriebsvereinba-rung geführt: Die Angestellten können nun bis zu 80 Prozent ihrer Arbeitszeit außerhalb des Unter-nehmens leisten, wie Personalleiter Markus Löw erklärt. Einen festen Arbeitsplatz im Unternehmen behalten sie dabei. Die Mobilarbeit wird in Abstimmung mit dem Vorgesetzten individuell geregelt, eine »ausreichende und leistungs­fähige« Internetverbindung zuhause oder anderswo ist aber Bedin-gung. Zudem gelten die gesetzlichen und betrieblichen Regelungen zur Arbeits-zeit, Datensicherheit und zum Daten- und Gesundheitsschutz fort. Betriebsratsvorsitzende Anja Burkhardt ist zufrieden: »Wir konnten dabei insbesondere die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter stärken«. Was bleibt von der Pandemie? Pressesprecher Hauke Hannig betont Besprechungen mit Videosoftware, die »zeitliche Vorteile« gebracht habe. »Sicher wird hierdurch die Anzahl von Geschäftsreisen, wie wir sie vor Corona hatten, nach Covid-19 deutlich geringer ausfallen.«
© ebm Papst

Der Ventilatorenhersteller ebm-papst plant, an mehreren seiner Standorte in Baden-Württemberg und Bayern bis Ende kommenden Jahres insgesamt bis zu 170 Arbeitsplätze abzubauen. Sozialverträglich, hieß es.

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Das bestätigte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch auf Anfrage. Betroffen seien Jobs bei der Konzerntochter ebm-papst St. Georgen in St. Georgen (Schwarzwald-Baar-Kreis), Herbolzheim (Kreis Emmendingen) sowie Lauf an der Pegnitz im bayerischen Kreis Nürnberger Land. Zuvor hatten mehrere Medien über die Pläne berichtet.

Die Jobs sollten sozialverträglich abgebaut werden, hieß es. Ein Teil der rund 170 Stellen sei schon aktuell nicht mehr nachbesetzt worden, ein weiterer werde durch das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge, Altersteilzeitregelungen und den Abbau von Leiharbeiterjobs erreicht.

Als Grund für den Schritt verwies das Unternehmen auf das Auslaufen «ressourcenintensiver Projekte insbesondere im Automotive-Bereich», was eine Kapazitätsanpassung erfordere. Details dazu nannte die Firma nicht.

Zu den Konditionen des Jobabbaus liefen Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern, hieß es weiter. Man wolle über die Ergebnisse der Gespräche «rechtzeitig berichten».

ebm-papst produziert mit weltweit gut 15 000 Mitarbeitern Ventilatoren und Motoren für Klima- und Lüftungsanlagen, aber auch für die Hausgeräte- oder die Autoindustrie. Im vergangenen Geschäftsjahr, das im April 2020 nahezu gleichzeitig mit der Corona-Krise begann und im März 2021 endete, verbuchte die Gruppe einen Umsatzrückgang von 2,5 Prozent auf 2,13 Milliarden Euro.


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