Nur USA und Japan vor Deutschland

Deutschland investiert massiv in immaterielle Vermögenswerte

8. Juli 2026, 10:19 Uhr | Corinne Schindlbeck
Mit den Entwicklungs-Boards von Rutronik System Solutions lassen sich erhebliche Zeit- und Kostenersparnisse bei komplexen Automotive-Designs erzielen. Beispiele sind: Base Board RDK4, Adapter Board RAB3
© Tierney | stock.adobe.com

Öffentliche und private Investitionen in immaterielle Vermögenswerte wachsen in Deutschland. Das geht aus der Studie ‘World Intangible Investment Highlights 2026 – Better Data for Better Business and Policy” der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) hervor.

Diesen Artikel anhören

Nach Angaben der WIPO entsprachen die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte wie Forschung und Entwicklung, Software, Datenbanken sowie Schutzrechte des geistigen Eigentums im vergangenen Jahr 11,7 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Damit übertrafen sie den Anteil klassischer Sachinvestitionen wie Gebäude, Maschinen und Infrastruktur deutlich. Im Vorjahr hatte der Anteil noch bei 10,4 Prozent gelegen.

Insgesamt investierten öffentliche und private Akteure in Deutschland 2025 rund 727,9 Milliarden US-Dollar (etwa 640 Milliarden Euro) in immaterielle Vermögenswerte. Unter den 29 untersuchten Volkswirtschaften lagen nur die USA und Japan vor Deutschland. China wurde wegen fehlender Daten nicht berücksichtigt.

„Die Studie zeigt eindrucksvoll, welche immense Bedeutung immaterielle Vermögenswerte in den erfolgreichsten Volkswirtschaften haben“, kommentiert die Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts, Eva Schewior, die aktuellen Zahlen der internationalen Partnerorganisation. „Know-how und Schutzrechte des geistigen Eigentums sind immer entscheidendere Faktoren für die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die globale Entwicklung des Wohlstands. Dass Deutschland bei den Investitionen in immaterielles Vermögen zu den führenden Nationen gehört, ist ein gutes Zeichen. Investitionen in materielle Vermögenswerte haben aber weiter eine zentrale Bedeutung.“

Struktureller Wandel bei Investitionen

Die WIPO erstellte die Studie gemeinsam mit der Luiss Business School. Demnach sind Investitionen in immaterielle Vermögenswerte seit 2008 mehr als dreimal so schnell gewachsen wie Investitionen in materielle Vermögenswerte. Weltweit erreichten sie im vergangenen Jahr ein Volumen von mehr als 10 Billionen US-Dollar.

Nach Einschätzung der Studienautoren deutet dies auf einen nachhaltigen strukturellen Wandel hin. Das geringe Wachstum bei materiellen Investitionen werde derzeit vor allem durch den Ausbau KI-bezogener Infrastruktur wie Rechenzentren, Halbleiterfertigung und Energiesysteme getragen.

Forschung dominiert in Deutschland

Für Deutschland weist die Studie seit 2015 ein durchschnittliches reales Wachstum der immateriellen Investitionen von vier Prozent pro Jahr aus. Materielle Investitionen legten im gleichen Zeitraum lediglich um 0,1 Prozent jährlich zu.

Das stärkste Wachstum verzeichneten Ausgaben für Designs, gefolgt von Marken sowie Software und Datenbanken. Den größten Anteil an den immateriellen Investitionen machte Forschung und Entwicklung aus. Mit 30,8 Prozent der Gesamtinvestitionen liegt Deutschland in dieser Kategorie deutlich über dem internationalen Durchschnitt von 20,6 Prozent.

Bei Software und Datenbanken fällt der Anteil dagegen geringer aus. Er beträgt 8,2 Prozent und liegt damit unter dem internationalen Durchschnitt von 17,6 Prozent.


Lesen Sie mehr zum Thema