Arbeitsmarktanalyse

Der Elektroingenieur und die nächste Krise

22. Juni 2026, 10:33 Uhr | Corinne Schindlbeck
Der Ingenieurarbeitsmarkt im Laufe der Krisen - eine Analyse
© Componeers/Adobe Stock

Erst Dotcom, dann Finanzkrise, gefolgt von Corona, jetzt KI: Der Arbeitsmarkt für Elektroingenieure hat schon viele Ein- und Umbrüche erlebt. Lassen sich früheren Krisen und aktuelle Statistiken für eine Zusammenschau analysieren? Wie sieht das Profil des Elektroingenieures in Zukunft aus?

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Lange Zeit schienen Elektroingenieure und Fachkräftemangel fast Synonyme zu sein. Inzwischen dominieren andere Schlagzeilen: Künstliche Intelligenz, Stellenabbau in der Industrie und Zweifel am Technologiestandort Deutschland. Muss sich ausgerechnet der Elektroingenieur – jahrzehntelang Synonym für Fachkräftemangel und sichere Karriere – erstmals ernsthaft Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen?

Die Verunsicherung ist verständlich. Künstliche Intelligenz verändert Entwicklungsprozesse und manche Beobachter sehen selbst hochqualifizierte technische Berufe unter Druck. Gleichzeitig entstehen neue Wachstumsmärkte mit erheblichem Personalbedarf – von KI-Rechenzentren über die Energiewende bis hin zur Verteidigungsindustrie, in der KI-gestützte Sensorik, Kommunikation und Sicherheitstechnologien zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Solche scheinbaren Widersprüche sind im Elektronik-Arbeitsmarkt allerdings nicht neu. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase, während der Finanzkrise, in der Corona-Pandemie oder zuletzt der Halbleiterkrise schien die Zukunft des Industriestandorts Deutschland ebenfalls unsicher. Wirtschaftliche und technologische Umbrüche haben das Berufsbild des Elektroingenieurs dabei immer wieder verändert – den Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften jedoch nicht dauerhaft beseitigt.

Die akademische Basis blieb stets dieselbe

Lino Adrian von der seit Jahrzehnten im Elektronikumfeld arbeitenden Personalberatung Adrian & Partners kennt diesen Wandel. Die Personalberatung, 2002 von seinem Vater Jürgen Adrian gegründet, suchte früher typischerweise nach Profilen wie Hardwareentwicklern, SPS-Programmierern oder Layout- und EMV-Spezialisten. Heute stehen Embedded Software- und Systems Engineers, Functional-Safety-Experten oder KI-nahe Entwicklungsingenieure im Fokus. Der Ausbau der Verteidigungsindustrie seit 2022 bringt zusätzliche Suchaufträge für Radar-, Sensorik-, Cybersecurity- und Avionik-Spezialisten, während der KI-Boom Entwicklungsprozesse, Simulation, Dokumentation, Coding und selbst das Recruiting verändert. Die akademische Basis bleibt dabei dieselbe: Elektro- und Informationstechnik.

Doch ist die aktuelle Entwicklung womöglich anders? Könnte die KI-Revolution den Beruf des Elektroingenieurs nicht nur verändern, sondern in Teilen sogar automatisieren und damit verdrängen?

Ein Blick auf die vergangenen Jahrzehnte spricht dagegen. Die erste größere Bewährungsprobe des modernen Ingenieur- und aufstrebenden IT-Arbeitsmarktes war die Dotcom-Krise. Nur wenige Jahre später brachte die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 die Weltkonjunktur und den Arbeitsmarkt zum Einsturz - Investitionen wurden verschoben, Unternehmen verhängten Einstellungsstopps. Viele Unternehmen versuchten damals trotz dramatisch einbrechender Aufträge, ihre Fachkräfte über Kurzarbeit und flexible Arbeitszeitmodelle im Unternehmen zu halten. Denn schon damals zeichnete sich ab, dass die Krise vorübergehen würde, der Mangel an qualifizierten Ingenieuren jedoch nicht. Bemerkenswert ist dabei, dass viele der heute diskutierten Fragen erstaunlich vertraut klingen. Wer den Elektronik-Arbeitsmarkt seit zwei Jahrzehnten journalistisch begleitet, kennt solche Stimmungswechsel. Die Lehre aus 2008 ist ernüchternd und beruhigend zugleich: Wirtschaftliche und technologische Umbrüche verändern den Ingenieurberuf, abgeschafft haben sie ihn bislang nicht.

Krisen - gefühlt immer schneller

Auch Renate Schuh-Eder, Gründerin der auf die Elektronikbranche spezialisierten Personalberatung SchuhEder Consulting, blickt auf mehrere Jahrzehnte voller Umbrüche zurück. Dotcom-Blase, Finanzkrise, Corona oder aktuell Künstliche Intelligenz seien aus ihrer Sicht weniger Ausnahme als Normalität. »Krisen kommen immer wieder – und gefühlt immer schneller«, lautet ihre Erfahrung aus 25 Jahren Unternehmensgeschichte. Entscheidend seien deshalb weniger langfristige Businesspläne als finanzielle Stabilität, Flexibilität, Kreativität und die Bereitschaft, sich immer wieder auf neue Marktbedingungen einzustellen.

Personalberaterin Kristen von Reischach sieht in der Finanzkrise von damals einen von mehreren Wendepunkten für die Elektronikbranche: »Sie führte zunächst zu erheblicher Zurückhaltung bei Investitionen und Neueinstellungen, insbesondere in Industrie und Automotive. Der daraus entstandene Transformationsdruck wirkt bis heute nach.« Corona und die Halbleiterkrise in der Folge hätten zudem die Verwundbarkeit globaler Lieferketten offengelegt, Unternehmen zu widerstandsfähigeren Strategien gezwungen und die Digitalisierung beschleunigt.

Die Parallelen zur Gegenwart sind offensichtlich. Auch heute bremsen wirtschaftliche Unsicherheiten einzelne Branchen, während gleichzeitig neue Wachstumsmärkte entstehen. »Mit der zunehmenden Digitalisierung und dem aktuellen KI-Boom verändern sich die Anforderungen an Software- und KI-Kompetenzen nahezu täglich«, beobachtet Kristen von Reischach. Zusätzlicher Bedarf entstehe durch den Ausbau von Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien, etwa für sicherheitskritische Systeme, Cybersecurity, Kommunikationstechnik und Hightech-Elektronik.

Während also über KI und Stellenabbau diskutiert wird, warnt der VDE gleichzeitig vor einem Mangel von rund 30.000 Elektroingenieuren bis 2030. Etwa nur die Hälfte der altersbedingt ausscheidenden Fachkräfte kann demnach ersetzt werden. Neu ist diese Warnung nicht. Der demografische Wandel ist seit den 1970er Jahren bekannt. Neu ist vielmehr, dass seine Folgen erstmals mit voller Wucht auf den Arbeitsmarkt treffen.

Arbeitsmarkt-Paradoxon

Warum wird trotzdem gleichzeitig über Stellenabbau und Fachkräftemangel diskutiert? Michael Schanz vom VDE fasst die Situation in einem Wort zusammen: »Paradoxon.« Der Arbeitsmarkt nehme momentan weniger Elektroingenieure insgesamt auf, gleichzeitig sei »gerade in der Mikroelektronik richtig Musik drin.« Kurzfristig bremsen Konjunktur und Strukturwandel die Nachfrage in einzelnen Branchen. Langfristig treffen demografischer Wandel, rückläufige Studienanfängerzahlen und neue technologische Anforderungen aufeinander.

Die eigentliche Frage lautet deshalb weniger, ob Deutschland künftig genügend Arbeitsplätze für Elektroingenieure haben wird. Sondern, ob genügend junge Menschen ein Elektrotechnikstudium beginnen, erfolgreich abschließen und die Qualifikationen für die neuen Technologiefelder mitbringen.

Auch Personalberater Christian Pape hält wenig von pauschalen Krisenszenarien. An Nachfrage mangele es seiner Erfahrung nach nicht: »Wir haben wirklich mehr als genug Suchmandate. Es suchen wesentlich mehr Firmen, als man meint.« Pape sieht das eigentliche Problem an anderer Stelle. Angesichts wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten setzten viele Beschäftigte aktuell lieber auf vermeintliche Sicherheit – Pape spricht von »German Angst«.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt Benjamin Kormann: »Der Markt hat sich von einem Arbeitgebermarkt zu einem Bewerbermarkt gewandelt.« Digitalisierung, demografischer Wandel und sinkende Absolventenzahlen wirkten langfristig stärker als konjunkturelle Schwankungen.

Trotz unterschiedlicher Blickwinkel kommen die Experten zu einer gemeinsamen Diagnose: Unternehmen suchen heute nicht einfach mehr Elektroingenieure – sie suchen andere als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Der Arbeitsmarkt für Elektroingenieure entwickelt sich zunehmend zu einem Spezialistenmarkt. Lino Adrian bringt die Entwicklung auf die einfache Formel: »Elektronik ist nicht mehr nur Hardware.« Elektroingenieure entwickeln heute immer seltener einzelne Komponenten, sondern vernetzte Gesamtsysteme. Hard-, Software- und Systementwicklung wachsen dabei zunehmend zusammen. Kristen von Reischach beobachtet dieselbe Entwicklung: »Die Hardwarekompetenz wird sukzessive durch Software- und Systemverständnis ergänzt.« Auch Prof. Benjamin Kormann von der Hochschule München - Dekan für das Fach Elektrotechnik - sieht Embedded Software, Systems Engineering, Cyber Security, Künstliche Intelligenz und Leistungselektronik als zentrale Zukunftsfelder. Technische Tiefe bleibe dabei wichtig, gleichzeitig gewännen interdisziplinäre Kompetenzen an Bedeutung.

Wo entstehen die neuen Arbeitsplätze?

Die befragten Experten sind sich in einem Punkt weitgehend einig: Wachstum wird vor allem dort entstehen, wo große technologische und gesellschaftliche Veränderungen zusammenkommen. Dekan Prof. Benjamin Kormann nennt Automotive, Energie, Halbleiter und Verteidigung als Beispiele. Michael Schanz sieht insbesondere in der Mikroelektronik erhebliches Potenzial. Auch Leistungselektronik, Embedded Systems und Anwendungen rund um die Energiewende dürften weiter an Bedeutung gewinnen.

Wie unterschiedlich die Stimmung derzeit ist, zeigte eine spontane Umfrage auf der PCIM. Lino Adrians Kollege Julian Goerisch bat Fach- und Führungskräfte, ihre Geschäftsaussichten für 2026 auf einer Skala von eins bis zehn zu bewerten. Die Antworten reichten von vier bis zwölf. Besonders optimistisch blickten Unternehmen auf Märkte rund um KI-Rechenzentren und deren Infrastruktur.

Wie dynamisch sich weitere Märkte entwickeln, zeigt eine neue Analyse der Jobplattform Indeed. Während der europäische Stellenmarkt seit 2021 insgesamt unter Druck geraten ist, liegt das Stellenangebot in der Verteidigungsindustrie heute 65 Prozent über dem Niveau vor Beginn des Ukraine-Kriegs. Der Gesamtmarkt dagegen rangiert 15 Prozent darunter. Indeed-Ökonomin Dr. Virginia Sondergeld spricht von einer Entkopplung vom allgemeinen Arbeitsmarkt. Volle Auftragsbücher sorgten dort für einen breiten Personalaufbau. Gefragt seien insbesondere Softwareentwickler, Ingenieure sowie Fachkräfte aus Produktion und Technik. Gleichzeitig steige das Interesse von Studierenden und Berufseinsteigern an der Branche.

Verteidigung ist dabei nur die sichtbarste Entwicklung. Ähnliche Entwicklungen erwarten die Experten für Rechenzentren, kritische Infrastruktur, die Halbleiterindustrie sowie die Energie- und Netzwerktechnik.

Trotz aller Diskussionen über Software und Künstliche Intelligenz wäre es zu einfach, die Zukunft des Elektroingenieurs ausschließlich dort zu verorten. Personalberaterin Nadja Eder, Geschäftsführerin von Schuh-Eder Consulting und selbst Ingenieurin, beobachtet sogar eine gegenläufige Entwicklung: Unternehmen rücken die Hardware wieder stärker in den Fokus.
Die Gründe liegen auf der Hand. Energiewende, Leistungselektronik, Halbleiter, Rechenzentren oder Verteidigungstechnik funktionieren nicht ohne leistungsfähige Hardware. Für Elektroingenieure ist das eine gute Nachricht. Die klassische Elektrotechnik verschwindet nicht – sie bekommt neue Anwendungsfelder. Klassische Grundlagen bleiben ebenso wichtig wie Kompetenzen an den Schnittstellen zwischen Hardware, Software und Systementwicklung. Neue Technologien ersetzen bestehende Fähigkeiten dabei meist nicht. Sie erweitern sie.

Doch nicht nur Technologien verändern den Arbeitsmarkt. Auch die Erwartungen von Unternehmen und Bewerbern wandeln sich. Personalberaterin Dorothee Bischof, ebenfalls seit vielen Jahren in der Branche- beobachtet, dass Recruiting längst mehr ist als die Suche nach passenden Kandidaten. Unternehmen müssten Ingenieurinnen und Ingenieure finden, überzeugen und langfristig binden. Gleichzeitig gewännen flexible Arbeitsmodelle und Offenheit für Remote, Entwicklungsmöglichkeiten und Unternehmenskultur an Bedeutung. Karrierewege würden unter diesen Aspekten häufiger hinterfragt, während die Bereitschaft abnehme, schwierige Zeiten einfach auszusitzen. Bischof: »Die Frustrationstoleranz, schwierige Phasen auszuhalten, ist stark gesunken.«

Gefragt seien deshalb Fachkräfte, die sich kontinuierlich weiterentwickeln und neue Technologien erschließen. Der Elektroingenieur der Zukunft werde weniger durch eine einzelne Technologie als durch seine Anpassungsfähigkeit geprägt.

Auch der Arbeitsmarkt differenziere sich stärker aus. Für Berufseinsteiger spiele die Vergütung eine wichtige Rolle, mit zunehmender Berufserfahrung rückten Purpose, spannende Aufgaben, Entwicklungsmöglichkeiten und Unternehmenskultur in den Vordergrund. Gleichzeitig zahle sich Spezialisierung häufig aus.

Nicht alle profitieren gleich

Davon profitieren allerdings nicht alle gleichermaßen. Bischof beobachtet eine wachsende Schere zwischen erfahrenen Spezialisten und Berufseinsteigern. Unternehmen suchten zunehmend Mitarbeiter, die schnell produktiv arbeiten und unterschiedliche Disziplinen miteinander verbinden können. Für Absolventen bedeutet das allerdings nicht, dass sich ein Elektrotechnikstudium weniger lohnt. Im Gegenteil: Demografischer Wandel und technologische Transformation sprechen langfristig für einen hohen Bedarf an qualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren. Entscheidend wird sein, welche zusätzlichen Kompetenzen sie neben ihrem Fachwissen entwickeln.

Wie etwa im Umgang und der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. KI-Experte Prof. Patrick Glauner von der Hochschule Deggendorf lässt keinen Zweifel: Technisches Fachwissen bleibt die Grundlage. Eine weitere wichtige Fähigkeit für Elektroingenieure wird aber künftig Resilienz sein. Geopolitische und technologische Umbrüche verlangten immer schnellere Anpassungsfähigkeit, während Künstliche Intelligenz Entwicklungsprozesse nachhaltig verändern werde. Schaltpläne könnten künftig auf Basis natürlicher Sprache entstehen, Routineaufgaben automatisiert und Entwicklungsprozesse beschleunigt werden.

Entscheidend sei allerdings, dass Ingenieure die Ergebnisse kritisch hinterfragen und die Funktionsweise der Systeme verstehen. KI sei ein leistungsfähiges Werkzeug, ersetze aber nicht das notwendige Fachwissen. Wer sich ausschließlich auf KI verlasse, verliere langfristig an Kompetenz.

Die Diskussion, ob KI Arbeitsplätze vernichte, greife deshalb zu kurz. Produktivitätsgewinne könnten helfen, die Lücke zwischen Fachkräftemangel und wachsendem Arbeitsaufkommen zu schließen, gleichzeitig entstünden neue Aufgaben für Ingenieure, die komplexe Systeme verstehen, bewerten und verantworten können. Mit dieser Einschätzung steht Glauner nicht allein. Auch die übrigen Experten sehen KI vor allem als Werkzeug, das klassische Ingenieurkompetenzen ergänzt statt ersetzt. Fazit: Für gut ausgebildete Elektroingenieure mit aktuellen Kompetenzen bleibt der Arbeitsmarkt deshalb ein Bewerbermarkt.

Müssen Elektroingenieure sich also gar keine Sorgen machen?

Eine bequeme Antwort gibt es darauf nicht, niemand hat eine Glaskugel. Die wirtschaftlichen Herausforderungen sind real. Unternehmen bauen Stellen ab, ganze Branchen befinden sich im Umbruch und Künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsalltag. Gleichzeitig sprechen langfristige Entwicklungen in eine andere Richtung.

Der demografische Wandel schreitet voran, die Zahl der Studienanfänger in der Elektrotechnik sinkt seit Jahren und neue Technologiemärkte entstehen schneller, als Unternehmen Fachkräfte gewinnen können.

Arbeitsmarktexperte Dr. Michael Schanz vom VDE blickt deshalb sehr optimistisch nach vorn: »Sobald sich die Wirtschaft wieder gefestigt hat, dann knallt es. Exogene Schocks kann natürlich keiner voraussehen, aber die Auftragseingänge der Industrie ziehen wieder an. Der Arbeitsmarkt wird 2027 nachziehen. Meine aktuelle Hochschulstudie zeigt, dass wir 2027 doppelt so viele Renteneintritte wie Absolvierende haben. Das gab es noch nie!«

Dahinter steht kein kurzfristiger Konjunktureffekt. Vielmehr handelt es sich um einen strukturellen Wandel: Während die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen, wächst der Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren für Energiewende, Mikroelektronik, Halbleiter, Rechenzentren oder Verteidigungstechnik, um sie zu ersetzen.

Der Bedarf allein garantiert allerdings noch keine Karriere. Personalberater Christian Pape beobachtet, dass viele Ingenieurinnen und Ingenieure ihre beruflichen Möglichkeiten derzeit gar nicht ausschöpfen. Wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten führten häufig dazu, Chancen aufzuschieben und lieber beim vermeintlich sicheren Arbeitgeber zu bleiben. Vielleicht ist das eigentliche Risiko für den Elektroingenieur deshalb gar nicht die nächste Krise. Sondern sie für etwas völlig Neues zu halten. Die vergangenen Jahrzehnte zeigen: Der Beruf hat sich immer wieder verändert – gebraucht wurde er am Ende mehr denn je.


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