Der größte Bedarf liegt zurzeit im Energiesektor

20. Oktober 2008, 17:11 Uhr | Corinne Schindlbeck/Gudrun Kosche, Markt&Technik

Fortsetzung des Artikels von Teil 3

Deutschland wird seine Spitzenposition behaupten

Deutschland wird seine Spitzenposition behaupten

Deutschland wird nach Ansicht seines Verbandes VDE bis 2020 seine Spitzenposition in der Elektrotechnik, Energietechnik, Automation und in der Medizintechnik behaupten. Fast 70 Prozent der VDE-Mitgliedsunternehmen erwarten signifikante Leitinnovationen im Bereich Energieeffizienz. Das sorgt auch trotz der aktuellen Finanzkrise für eine lang anhaltende Nachfrage in diesen Bereichen auf dem Arbeitsmarkt. Die Stärken des Standorts Deutschland liegen ihrer Einschätzung zufolge vor allem in der mittelständischen Unternehmens- Infrastruktur, im hohen Ausbildungsstand und in der engen Kooperation von Hochschulen und Wirtschaft. Diese Ergebnisse gehen aus dem VDE-Innovationsmonitor 2008 hervor, einer Umfrage unter den rund 1.250 Mitgliedsunternehmen des Verbandes sowie Forschungseinrichtungen.

Demnach verteidigt Deutschland auch 2008 seinen Spitzenplatz als führender Mikroelektronik- Standort in Europa. Jeder zweite Chip aus europäischer Produktion wird hierzulande hergestellt. Doch für Silicon Saxony, dem Zentrum der deutschen Mikroelektronik-Produktion mit 1.200 Unternehmen, etwa 44.000 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von über 6 Milliarden Euro, wächst neue Konkurrenz heran. Neue Chipfabriken werden derzeit verstärkt in Asien gebaut, wo günstige Rahmenbedingungen und große Absatzmärkte locken.

Wie am VDE-Innovationsmonitor 2008 abzulesen ist, holt insbesondere China in der Elektrotechnik und Mikroelektronik weiter auf. Aber auch Indien wird im Bereich Informationstechnik und Internet für 2020 als kommendes asiatisches Schwergewicht neben China angesehen. Ebenso wie dort werden Chip-Anbieter in Singapur – hinter dem taiwanesischen Hsinchu die Nummer zwei unter den Mikroelektronik-Standorten – mit öffentlichen Mitteln zum Fabrikbau animiert. Während in Asien 74 neue Halbleiterfabriken entstehen sollen, sind in der EU nur fünf in Planung, davon lediglich zwei in Deutschland. Das Gravitationszentrum der Mikroelektronik-Produktion verlagert sich damit nahezu vollständig nach Fernost.

Die Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt halten sich dennoch in Grenzen, denn der Mikroelektronikmarkt wächst kontinuierlich weiter und bleibt für eine Vielzahl an Branchen einer der wichtigsten Innovationsmotoren und Arbeitgeber. Die Hälfte der befragten VDE-Experten, an Hochschulen sogar rund 60 Prozent, sind der Meinung, dass von den Mikro- und Nanotechniken die wichtigsten Innovationsimpulse ausgehen. 2007 wuchs der Umsatz weltweit um 3,2 Prozent auf 255,6 Milliarden Dollar an, 2008 wird sogar ein Zuwachs um 7 Prozent auf 275 Milliarden Dollar erwartet.

Angetrieben wird der Mikroelektronikmarkt vor allem durch die starke Nachfrage nach diskreten Bauelementen, Opto-Halbleitern und Sensoren. Auch der deutsche Halbleitermarkt wird 2008 nach Schätzungen des ZVEI von 4 Prozent auf 11 Milliarden Euro zulegen. Das sind Branchen, in denen Ingenieure bei Jobverhandlungen die größten Trümpfe ausspielen können.


  1. Der größte Bedarf liegt zurzeit im Energiesektor
  2. Angespannte Stimmung in der Halbleiterindustrie
  3. Der größte Bedarf liegt zurzeit im Energiesektor
  4. Deutschland wird seine Spitzenposition behaupten
  5. Elektronikingenieuren stehen alle Türen offen
  6. Der größte Bedarf liegt zurzeit im Energiesektor