Der größte Bedarf liegt zurzeit im Energiesektor

20. Oktober 2008, 17:11 Uhr | Corinne Schindlbeck/Gudrun Kosche, Markt&Technik

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Der größte Bedarf liegt zurzeit im Energiesektor

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Pessimistische Töne schlägt Sascha Brinker von Pardus Consulting an, der vorwiegend die Halbleiterbranche, und zwar Hersteller und Distributoren, bedient. Er ist demzufolge nicht so optimistisch wie seine Kollegen. »Aus meiner Sicht sind die Folgen der Finanzkrise derzeit nicht wirklich abzusehen. Teile der Weltwirtschaft befinden sich schon in der Rezession, die Nachfrage in so gut wie allen Märkten sinkt und Kredite für Investitionen bekommt auch die Industrie zunehmend schwieriger.

Zudem beklagte Gotthard Graß, Hauptgeschäftsführer des ZVEI, schon Ende 2007, dass die Kreditkrise nicht auf Anbieterseite, sondern über die Kunden kommt. Im Automotivemarkt gehen Hersteller derzeit von mindestens 20 Prozent Umsatzrückgang aus und im Zulieferermarkt spricht etwa Conti davon, dass das Unternehmen in den nächsten 5 Jahren 20 Prozent zuviel an Elektronik-Kapazität hat. Dagegen trotzt der Halbleitermarkt laut der letzten Studie von SIA tapfer der Finanzkrise, doch der Stellenabbau bei NXP, Qimonda und Infineon spricht eine eigene Sprache.

Auch wenn die zumeist mittelständischen Unternehmen aus der Elektroindustrie finanziell auf einer sehr soliden Basis stehen bleibt die Frage, ob die stetig fallenden Absolventenzahlen und die Tatsache, dass alleine bis 2014 ca. 50.000 Elektroingenieure altersbedingt ausscheiden, alleine dazu beiträgt, dass auch in wirtschaftlich stürmischen Zeiten mit Stellenabbau ein akuter Fachkräftemangel wie bisher anhält.« Kurzfristig bewertet Brinker die Situation eher vorsichtig und geht »von einer stagnierenden bis fallenden Nachfrage aus«.

Michael Schanz, Arbeitsmarktexperte im VDE, wirbt dennoch für seine Branche. Der Arbeitsmarkt- Spezialist betont, von allen Berufsgruppen, die sich auf dem Arbeitsmarkt derzeit tummeln, hätten Elektroingenieure nach wie vor die besten Zukunftsperspektiven – und das gelte für Absolventen genauso wie für erfahrene Kräfte. Ihr Arbeitsplatz sei international, kreativ und abwechslungsreich – und das wüssten nicht nur Greenhorns, sondern auch »alte Hasen« zu schätzen.

Denn die Einsatzmöglichkeiten für Elektroingenieure sind überaus vielfältig. »Nicht nur die Elektro- und IKT-Branche, sondern auch der Maschinen- und Anlagenbau, die Chemiebranche, Automobilbauer und -Zulieferer oder auch die Medizintechnik suchen Elektroingenieure«, zählt Schanz die Einsatzbereiche auf. Eine hohe Nachfrage herrscht überall. Doch besonders gefragt sind Elektronikingenieure in der Energiebranche, und da insbesondere bei den regenerativen Energien. Tätigkeiten im Bereich Erneuerbare Energien zählen zu den neuen Hype-Jobs, bestätigt Schanz. Auch das Wachstum in der Medizintechnik-Branche sei recht groß, ergänzt er, »aber die Anzahl der beschäftigten Elektronikingenieure liegt noch weit unterhalb der Elektrotechnik-, ITKoder Maschinenbau-Branche.«


  1. Der größte Bedarf liegt zurzeit im Energiesektor
  2. Angespannte Stimmung in der Halbleiterindustrie
  3. Der größte Bedarf liegt zurzeit im Energiesektor
  4. Deutschland wird seine Spitzenposition behaupten
  5. Elektronikingenieuren stehen alle Türen offen
  6. Der größte Bedarf liegt zurzeit im Energiesektor