Der größte Bedarf liegt zurzeit im Energiesektor

20. Oktober 2008, 17:11 Uhr | Corinne Schindlbeck/Gudrun Kosche, Markt&Technik

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Angespannte Stimmung in der Halbleiterindustrie

Brinker_Sascha.jpg

»Stornierungen gibt es, bis auf einzelne Ausnahmen wie die Dresdner Bank, noch keine«, berichtet Norbert Wangnick, Geschäftsführer des Personaldienstleisters Access. »Wir sind gespannt, was stärker sein wird: der sicher weiter tobende ‘War for Talents’ oder der Abschwung.« Oha, ist hier etwa ein Hauch von Unsicherheit zu verspüren? »Wir sind sehr zuversichtlich für unsere Zukunft! «, beeilt sich Wangnick zu versichern. Norbert Ritter, Chef der Ritter & Partner Personalberatung, verweist auf die electronica, die vor der Tür steht. »Bis jetzt sehe ich noch keine Auswirkungen der Finanzkrise.

Es ist immer noch so, Techniker wie Field Application Engineers, Entwickler etc. sind gesucht wie eh und je.« Man dürfe nicht vergessen, dass – geschuldet der demographischen Entwicklung – weiterhin mehr Mitarbeiter aus den Unternehmen in Rente gingen, als junge Leute nachkommen würden. »Die Lage auf dem Spezialisten-Arbeitsmarkt – Semiconductor, Leiterplatte, EMS – bleibt gut. Oder schlecht – je nach Sichtweise von der Seite des Schreibtisches, an der man sitzt!«, ergänzt Ritter. Klaus Nolte von HTC-Network lässt schon jetzt die Korken knallen: »Wir können jetzt schon absehen, dass 2008 für uns ein hervorragendes Jahr wird! Der Auftragseingang ist weiterhin gut – Stornierungen hatten wir bisher keine.«

Und auch Renate Schuh-Eder ist eher in Feierstimmung als in trüber Laune: »Wir haben diese und letzte Woche – so gar nicht passend zur großen Krise – überdurchschnittlich viel neue Aufträge bekommen.« Zwar habe ein amerikanischer Kunde alles »on hold« gesetzt, da einer seiner Investoren bei der Lehman-Pleite »mit drinnen hängt«, erzählt die Münchner Headhunterin. Doch an der prinzipiellen Situation ändere das nichts: »Wir hier in Zentraleuropa haben – auch laut ZVEI – nach wie vor gute Wachstumsraten. Wir haben einen Mangel an Ingenieuren und es gibt noch genug offene Stellen, auch und gerade im Mittelstand! Allein Manager mit Gehältern jenseits von 120.000 Euro hätten Grund zur Sorge. Sie müssen an der einen oder anderen Stelle ihren Hut nehmen, in den Führungsetagen wird ausgedünnt. »Da fehlt mir – für aktuelle neue Aufgaben – auch etwas die Phantasie. «, gibt Schuh-Eder zu.

Angespannte Stimmung in der Halbleiterindustrie

Doch natürlich lebe man hier in Deutschland nicht auf der Insel der Glückseligen – das betreffe momentan vor allem die Halbleiter- Industrie: »In der Tat: Die Stimmung ist angespannt. Bei manchen herrscht sogar Angst vor, denn die aktuellen Entlassungen bei Infineon, Qimonda, NXP, Siemens oder Osram bewirken natürlich einiges! So sind hier beispielsweise wieder viel mehr Bewerbungen im Markt, zeitgleich sind die Unternehmen in diesen Tage vorsichtiger mit Einstellungen. Dies mag vielleicht schon noch eine Delle in unsere Auftragslage bringen!«, schätzt Schuh-Eder. Spezialisten hingegen werden ihrer Ansicht nach auch weiter ihren Weg machen, wenngleich auch vielleicht nicht in der Halbleiterbranche. »Ich denke auch nicht, dass sich das in Q4 ändern wird.«


  1. Der größte Bedarf liegt zurzeit im Energiesektor
  2. Angespannte Stimmung in der Halbleiterindustrie
  3. Der größte Bedarf liegt zurzeit im Energiesektor
  4. Deutschland wird seine Spitzenposition behaupten
  5. Elektronikingenieuren stehen alle Türen offen
  6. Der größte Bedarf liegt zurzeit im Energiesektor