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Lünendonk-Studie

Anforderungen an Zeitarbeitskräfte steigen

28. Juli 2021, 11:14 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Anforderungen an Zeitarbeitskräfte steigen
© Lünendonk&Hossenfelder

Der Zeitarbeitsmarkt schrumpft im Corona-Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 12,5 Prozent auf 27,2 Milliarden Euro. Das ist der zweite Rückgang des Marktvolumens in Folge und der niedrigste absolute Wert seit Beginn der Lünendonk-Berechnungen im Jahr 2004.

Zeitarbeitsunternehmen mussten infolge der Pandemie starke Umsatzrückgänge in Kauf nehmen. Nun bessert sich mit Erholung der Industriekunden auch ihre Lage: Für 2021 werden Zuwächse von durchschnittlich bis zu 26 Prozent erwartet. Die Kunden erwarten dabei qualifizierte Kräfte.

Der Zeitarbeitsmarkt schrumpfte im Corona-Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 12,5 Prozent auf 27,2 Milliarden Euro. Es war der zweite Rückgang des Marktvolumens in Folge und der niedrigste absolute Wert seit Beginn der Lünendonk-Berechnungen im Jahr 2004.

Hauptursache war die geringe Nachfrage aus wichtigen Kundenbranchen in Folge der Corona-Pandemie. Die inzwischen eingesetzte Erholung der Wirtschaft sorgt nun aber auch bei den Zeitarbeitsunternehmen für deutlich steigende Umsätze: Für das Jahr 2021 erwarten die Unternehmen Umsatzzuwächse von durchschnittlich bis zu 26 Prozent. Lünendonk bezeichnet die Branche als sowohl besonders relevant für den Wirtschaftsstandort Deutschland als auch als einen Frühindikator für konjunkturelle Entwicklungen.

Als Folge dieses Aufschwungs steigt seit Jahresbeginn auch die Anzahl der Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche wieder an. Dank der seit 2020 rechtlich zulässigen Kurzarbeit für die Branche seien viele Zeitarbeitskräfte weiter beschäftigt worden und daher nun auch einsatzbereit.

Für das laufende Geschäftsjahr erwarten die Anbieter einen Aufholeffekt. Der Nachfragezuwachs soll zu wesentlichen Teilen aus der Verkehrs- und Logistikbranche kommen, die bereits 2020 beträchtlich an Bedeutung gegenüber dem Vorkrisenniveau gewonnen haben. Die Anbieter rechnen laut Studie zudem mit einem steigenden Personalbedarf der Automobilindustrie und des Maschinenbaus. 

Dabei stellt die Transformation hin zu unter anderem batterieelektrischen Fahrzeugen und die Digitalisierung vieler Wertschöpfungsprozesse die Zeitarbeitsbranche vor Herausforderungen: die Anforderungen an Zeitarbeitskräfte steigen. 84 Prozent der Zeitarbeitsunternehmen erwarten, dass sie sich durch die Qualifizierung von temporärem Personal und Weiterbildungsdienstleistungen einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten können. Neben der Anpassung an veränderte Kundenanforderungen sind hierdurch auch steigende Umsätze durch höhere Verrechnungspreise zu erwarten.

2020 nahmen im Durchschnitt knapp 10 Prozent der Zeitarbeitskräfte an einer fachlichen Qualifizierungsmaßnahme teil. Mit 83 Prozent erfolgte der Großteil der Qualifizierungen während des Einsatzes.

In die 21. jährliche Auflage der Lünendonk-Studie „Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland“ wurden 83 Personaldienstleistungsunternehmen einbezogen. Diese erwirtschafteten 2020 33,8 Prozent des von Lünendonk berechneten Marktvolumens für Arbeitnehmerüberlassung in Höhe von 27,2 Milliarden Euro. Sie ist unter www.luenendonk.de erhältlich.


 

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