Aixtron

Umsatzrückgang im Übergangsjahr 2025

26. Februar 2026, 14:22 Uhr | Heinz Arnold
Der Standort von Aixtron in Herzogenrath
© Aixtron

Aixtron hat im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 556,6 Mio. Euro erzielt – ein Rückgang um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hauptursache war die anhaltende Nachfrageschwäche im LED- und MicroLED-Segment.

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Auch die Leistungselektronik entwickelte sich rückläufig. Der Aufschwung in der Optoelektronik konnte diese Effekte nur teilweise kompensieren. Das Unternehmen stuft 2025 daher als Übergangsjahr ein.

Ergebnis unter Vorjahr – Prognose erreicht

Das Betriebsergebnis (EBIT) von Aixtron sank infolge geringerer Auslastung sowie negativer Wechselkurseffekte um 24 Prozent auf 100,3 Mio. Euro. Die EBIT-Marge lag mit 18 Prozent in der Mitte der prognostizierten Spanne von 17 bis 19 Prozent. Sowohl Umsatz als auch EBIT-Marge bewegten sich innerhalb der ursprünglich kommunizierten Bandbreiten.

Die Umsatzstruktur blieb technologiegetrieben: 57 Prozent (2024: 55 Prozent) der Anlagenumsätze entfielen auf Systeme für die Leistungselektronik auf Basis von Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN). Die Optoelektronik steuerte 23 Prozent bei, während LEDs inklusive MicroLEDs 15 Prozent ausmachten.

Trotz des anspruchsvollen Marktumfelds bewertet Aixtron das Ergebnis als »robust«. Die im Jahresverlauf angepasste Umsatzprognose von 530 bis 565 Mio. Euro wurde am oberen Ende erfüllt.

Optoelektronik profitiert von KI-Dynamik

Während die Nachfrage nach Produktionsanlagen für LEDs und Leistungselektronik verhalten blieb, gewann die Optoelektronik im Jahresverlauf an Dynamik. Treiber war insbesondere der steigende Bedarf an Lasern und Photonik für KI-Anwendungen und Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung.

Die Plattform »G10-AsP« etablierte sich nach Unternehmensangaben als führendes Fertigungssystem für diese Anwendungen und verzeichnete wiederholte Bestellungen von Top-Tier-Kunden weltweit.

Regional zeigte sich ein differenziertes Bild: In westlichen Märkten blieb die Nachfrage nach SiC- und GaN-Anlagen gedämpft. Stabilisierend wirkte hingegen die Entwicklung in Asien, insbesondere in China. Dort gewann Aixtron im ersten Halbjahr 2025 bedeutende Volumenaufträge für das »G10-SiC«-System. Zudem wurde weniger als drei Jahre nach Markteinführung die hundertste »G10-SiC«-Anlage ausgeliefert.

Für 2026 erwartet Vorstandsvorsitzender Dr. Felix Grawert vor allem Anwendungen in der optischen Datenkommunikation sowie GaN-Leistungselektronik als wesentliche Umsatztreiber. Perspektivisch könnte die Stromversorgung von KI-Rechenzentren zur größten Einzelanwendung für GaN-Leistungshalbleiter avancieren. GaN und SiC setzen sich hier aufgrund ihres signifikanten Energieeinsparpotenzials zunehmend durch.

Auftragseingang mit Erholung im Schlussquartal

Der Auftragseingang belief sich 2025 auf 544,3 Mio. Euro (2024: 596,4 Mio. Euro). Davon entfielen 169,6 Mio. Euro auf das vierte Quartal. Gegenüber dem dritten Quartal (124,0 Mio. Euro) entspricht dies einem Anstieg um 37 Prozent, im Jahresvergleich einem Plus von 8 Prozent.

Der Anlagen-Auftragsbestand lag zum Jahresende bei 257,8 Mio. Euro und damit 11 Prozent unter dem Vorjahreswert (289,3 Mio. Euro).

Starkes viertes Quartal bei Auslieferungen

Im vierten Quartal erzielte Aixtron einen Umsatz von 187,1 Mio. Euro. Das entspricht einem Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Rekordquartal Q4/2024 (226,7 Mio. Euro), jedoch einem Plus von rund 65 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025 (112,5 Mio. Euro). Die Entwicklung unterstreicht die hohe Quartalsvolatilität im Projektgeschäft.

Kostendisziplin und Anpassungen in der Organisation

Die F&E-Ausgaben reduzierten sich 2025 auf 81,1 Mio. Euro nach 91,4 Mio. Euro im Vorjahr. Ursächlich waren geringere externe Auftragsarbeiten sowie niedrigere Materialkosten. Insgesamt sanken die Betriebsaufwendungen von 131,2 Mio. Euro auf 122,1 Mio. Euro.

Im Zuge eines Anfang 2025 umgesetzten Freiwilligenprogramms verringerte sich die Mitarbeiterzahl konzernweit um 7 Prozent von 1.207 auf 1.117 Beschäftigte zum 31. Dezember 2025. Für Anfang 2026 wurde zudem ein weiterer Personalabbau am Standort Herzogenrath vereinbart. Hierfür rechnet das Unternehmen mit Aufwendungen im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich.
Positiv entwickelte sich der Free Cashflow, der mit rund 182 Mio. Euro deutlich zulegte. Finanzvorstand Dr. Christian Danninger verweist auf die Wirksamkeit der eingeleiteten Effizienz- und Liquiditätsmaßnahmen.

Prognose 2026: Differenzierte Segmententwicklung

Für 2026 erwartet der Vorstand ein insgesamt verhaltenes Marktumfeld mit stark divergierenden Trends in den Teilsegmenten. Das stärkste Wachstum wird in der Optoelektronik prognostiziert, während GaN-Leistungselektronik moderat zulegen dürfte. Dagegen wird die Nachfrage nach SiC-Anlagen angesichts erheblicher Überkapazitäten voraussichtlich schwach bleiben. Das LED-/MicroLED-Segment dürfte sich stabil entwickeln.

Auf Basis eines Budgetkurses von 1,20 Dollar je Euro stellt das Unternehmen für 2026 Umsatzerlöse von rund 520 Mio. Euro ±30 Mio. Euro in Aussicht. Erwartet werden eine Bruttomarge von 41 bis 42 Prozent sowie eine EBIT-Marge von 16 bis 19 Prozent. Effekte aus den angekündigten Personalmaßnahmen sind in der Prognose berücksichtigt.
 


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