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Arm DevSummit 2020

Nvidias CEO Huang verspricht, Arms IP-Modell zu bewahren

07. Oktober 2020, 08:43 Uhr   |  Frank Riemenschneider

Nvidias CEO Huang verspricht, Arms IP-Modell zu bewahren
© Arm, Screenshot von Elektronik

Die CEOs von Nvidia und Arm erklärten auf Arms Entwicklerkonferenz DevSummit, dass das Geschäftsmodell des IP-Anbieters nach der geplanten Übernahme erhalten würde, da die Übernahme "komplementär" sei und KI-basierte Innovationen vorantreiben würde.

Erstmals findet Arms Entwicklerkonferenz TechCon unter neuem Namen statt, seit 2020 heißt sie nun DevSummit, um die Positionierung in Richtung Entwickler deutlicher zu positionieren.

In einem sogenannten Fireside-Chat, der von Arms Präsident von IP Produkten, Rene Haas, moderiert wurde, sprachen sich die CEOs von Nvidia, Jensen Huang, und von Arm, Simon Segars, wenig überraschend einhellig für die behördliche Genehmigung der geplanten Mega-Übernahme aus und argumentierten, dass Nvidia das Geschäftsmodell des IP-Anbieters Arm erhalten würde, da die Übernahme "komplementär" sei und KI-inspirierte Innovationen vorantreiben würde.

Nvidia, das im vergangenen Monat seinen 40-Milliarden-Dollar-Deal ankündigte, muss sich einer strengen behördlichen Prüfung stellen. Der Deal hat auch Bedenken über das Schicksal von Arm's entwicklergetriebenem Geschäftsmodell aufgeworfen. Huang  und Segars räumten beide diese Bedenken ein, sagten aber voraus, dass der Deal schließlich die Zustimmung der Aufsichtsbehörden erhalten würde.

Arm-Mitgründer Hermann Hauser bezeichnete die Übernahme als "eine Katastrophe", die das Geschäftsmodell von Arm untergrabe, das derzeit Chip-IP an Nvidias direkte Konkurrenten lizenziert. Arm habe etwa 400 Lizenznehmer, "das sind alle Halbleiterunternehmen der Welt", sagte Hauser der BBC in den Tagen nach der Ankündigung des Deals.

In jüngster Zeit haben Analysten der Technologiebranche Zweifel daran geäußert, ob die Übernahme abgeschlossen werden würde. Zusammen mit der kartellrechtlichen Prüfung in den USA und Europa könnte China ein Stolperstein sein. Chinesische und europäische Bedenken spiegeln auch eine zunehmende Verlagerung in Richtung "Technologiesouveränität" wider, so die Analysten.

Das sagte auch Hauser, der den Deal als "traurigen Tag" für den britischen und europäischen Technologiesektor bezeichnete. Ein Grund, so Hauser, sei, dass Arm seine Unabhängigkeit verlieren würde, wenn es sein globales Ökosystem aufgäbe.

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© Arm, Screenshot von Elektronik

Nvidias CEO Jensen Huang verteidigte auf Arms Entwicklerkonferenz DevSummit die geplante Übernahme des IP-Anbieters.

Huang wies diese Bedenken während auf dem DevSummit zurück. Mit dem Versprechen, den Firmensitz von Arm in Cambridge beizubehalten und gleichzeitig in den leistungsstärksten Supercomputer Großbritanniens zu investieren, fügte der CEO von Nvidia hinzu: "Wenn sich die beiden Unternehmen ergänzen, werden sie zusammen neue Innovationen schaffen, was gut für den Markt ist und die Innovation vorantreibt.” Huang fügte hinzu: "Wir lieben Arms Geschäftsmodell. Wir werden es schützen."

Die Chip-Fusion werde weiterhin "die Technologie in die Hände von Entwicklern legen", sagte Arms CEO Simon Segars. Bei dem Geschäft gehe es "um Expansion. Es geht um mehr Ausbildung und neue Technologie. Es geht darum, diese Technologie in die Hände von Leuten zu legen, die mit ihnen wirklich coole Sachen bauen werden.”

"Von diesem Standpunkt aus gesehen geht es darum, mehr Menschen in die Lage zu versetzen, mehr Dinge zu tun", sagte Segars. "Das ist das Positive daran, dass [wenn] die Regulierungsbehörden dies genau prüfen, dass sie es sehen können".

Huang und Segar sprachen sich auch dafür aus, dass der zukünftige Chip-Riese wichtige Hardware- und Software-Komponenten zusammenbringen würde, die für die Weiterentwicklung der KI-Technologie benötigt werden. Diese Kombination, die sich dadurch auszeichnet, dass Maschinen Software entwickeln, so Huang, würde die künstliche Intelligenz in HPC-, Cloud-, Edge- und Personal-Computing-Anwendungen voranbringen.

Nvidia würde dem Entwickler-Ökosystem von Arm den Zugang zu Nvidia-GPUs, Netzwerkprozessoren und seiner erweiterten Familie von DPUs oder Rechenzentrumsprozessoren ermöglichen. Huang sagte auch, Nvidia werde seine CUDA-Computing-Plattform und sein API-Modell als "Beschleuniger" für Arm zusammenführen, da der IP-Anbieter in den HPC-Sektor einsteige.

Diese Tools zusammen mit domänenspezifischen Bibliotheken und Deep-Learning-Algorithmen würden es den Entwicklern von Arm ermöglichen, neue Computerplattformen zu schmieden. "Es liegt an den Software-Entwicklern, Wachstum zu schaffen, und Maschinen werden diese Software schreiben", sagte Huang. Der CEO nannte auch Fujitsu (A64FX), Ampere (Altra) und Marvell (ThunderX) als Partner.

Falls und sobald der Deal genehmigt wird, schloss Huang: "Wir möchten das Computerunternehmen des Zeitalters der KI schaffen".

China hat ähnliche Bestrebungen, aber Huang wies die wachsenden Spannungen zwischen Peking und Washington über den Zugang zur Halbleitertechnologie als "gesetzlich grundlegend anders" zurück. Das ist ein Verweis auf US-Exportkontrollen, die auf chinesische Chiphersteller abzielen. Beobachter haben vorausgesagt, dass China in seinem Streben nach Chip-Unabhängigkeit wahrscheinlich dazu übergehen würde, die Übernahme abzulehnen.

"Das Wichtigste ist, sich klarzumachen, dass die Rechtsprechung oder das Gesetz der Exportkontrolle für die Ursprünge der Technologie gilt, die vor etwa 30 Jahren in Cambridge erfunden wurde, und nicht durch das Eigentum der Firma", sagte Huang.

Er bemerkte, dass das Unternehmen vor einer ähnlichen behördlichen Prüfung stand, als es Mellanox erwarb. Die Regulierungsbehörden "wollen sicherstellen, dass ihre Märkte wettbewerbsfördernd sind, dass dies der Innovation förderlich ist ... und dies ist gut für die Kunden", sagte er. "Wir können das beweisen und zeigen und das mit überwältigender Mehrheit demonstrieren, also habe ich keine Bedenken".

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© Arm, Screenshot von Elektronik

Arms CEO Simon Segars glaubt, dass die Regulierungsbehörden die Übernahme durch Nvidia genehmigen werden.

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