Exporte aus China

Erwartungen übertroffen

8. November 2021, 8:49 Uhr | dpa, st
ChonnieArtwork/stock.adobe.com
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Chinas Wirtschaft verzeichnet bei einem schwächelnden Binnenmarkt ein stärkeres Exportwachstum als erwartet.

Im Oktober stiegen die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft im Vergleich zum Vorjahresmonat um 27,1 Prozent auf 300,2 Mrd. Dollar (rund 259,9 Mrd. Euro), wie aus den am Sonntag veröffentlichten Handelszahlen des Zolls in Peking hervorgeht. Ökonomen hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet.

Zwar erreichte die Wirtschaft damit nicht ganz den Wert vom Vormonat, als das Exportplus noch 28,1 Prozent betrug. Doch Chinas Außenhandel setzt seinen Erholungskurs fort: Die Ausfuhren des Landes wachsen nun schon den 13. Monat in Folge im zweistelligen Prozentbereich.

Chinas Handelsüberschuss belief sich im Oktober auf 84,54 Mrd. Dollar - nach einem Überschuss von 66,76 Mrd. Dollar im September. So haben die Importe mit 20,6 Prozent im Oktober schwächer angezogen und liegen leicht unter den Prognosen der meisten Ökonomen. Dies deutet auch darauf hin, dass die Nachfrage auf dem chinesischen Binnenmarkt schwächelt.

Seit September befindet sich das Land in der schwersten Energiekrise seit mehr als zehn Jahren. Stromausfälle in mehreren Provinzen haben unter anderem dazu geführt, dass Fabriken ihre Produktion drosseln mussten. Zudem haben die chinesischen Behörden in den vergangenen Wochen aufgrund eines flächendeckenden Corona-Ausbruchs strikte Reisebeschränkungen eingeführt, was die Lieferketten zusätzlich unter Druck setzt. Insofern federn die positiven Entwicklungen des Außenhandels die Auswirkungen des schwächelnden Binnenmarktes ab.

Das bekommt auch die deutsche Wirtschaft zu spüren - erneut kaufte China weniger ein. Die Importe der Volksrepublik aus Deutschland sind im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,1 Prozent gesunken, im Vormonat betrug das Minus 2,4 Prozent. Chinas Exporte nach Deutschland hingegen sind mit einer Steigerung von 42,5 Prozent deutlich gewachsen. Ähnlich stark stiegen die Exporte in die EU um 44,3 Prozent, während die Importe um 0,7 Prozent sanken.


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