Die Krise zwingt zum Umdenken

13. Oktober 2009, 14:50 Uhr | Iris Stroh, Markt&Technik
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Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Die Krise zwingt zum Umdenken

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Inwieweit eine Verschiebung auf lange Sicht stattfindet, muss sich dennoch erst zeigen. Aber eines scheint klar zu sein: Auf der Design-in-Seite brummt es. Chris Fanning, Corporate Vice President and General Manager für Low Density Solutions bei Lattice Semiconductor: »In diesem Jahren haben sich viele Kunden PLDs angeschaut, die früher ausschließlich ASICs verwendet haben.«

Scheffer konkretisiert diese Aussage. So erklärt er, dass Xilinx im Consumer- und Automotive- Markt, – beides Märkte, die tendenziell die kostensensitivsten sind – gegen ASICs und ASSPs beim Design-in konkurriert und »gewinnt«. Scheffer weiter: »Unsere jüngsten Design-Wins beinhalten Anwendungen wie industrielle Bildgebung/Bildverarbeitung, Steuerung und Robotik, Fahrerassistenzsysteme und die nächste Generation von digitalen Bildschirmen. Die meisten dieser Designs haben wir entweder aufgrund der niedrigeren Preise, die die 45-nm-Technologie ermöglicht, gewonnen oder dank der Integration von seriellen High- Speed-Transceivern, die für unsere Kunden immer wichtiger werden.«

Altera hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Denn Blake sagt, dass ein Drittel der Design-Wins, die Altera mit seinen neuesten High-End-FPGAs, den Stratix-IV-Bausteinen, erzielt hat, in Bereichen geschah, die früher keine Altera-Produkte benutzt haben. Blake: »Ein Beispiel sind Funkanwendungen im militärischen Bereich. Die basierten früher auf ASICs. Heute haben wir die meisten dieser ASICs durch unsere Cyclone-Produkte ersetzt. Und es gibt noch eine Vielzahl anderer Beispiele.«

Rich Kapusta, Vice President Marketing and Business Development bei Actel, merkt an, dass bereits heute Produkte im Markt sind, in denen FPGAs sitzen, die im Design-in ASICs ersetzt haben. Kapusta: »Die Gründe für den Einsatz unsere FPGAs waren Kosten, Leistungsaufnahme und Integration. « Ein weiterer wichtiger Treiber sei der Formfaktor, was speziell für die Consumer-Welt mit ihren tragbaren Digitalprodukten gilt. »Höchstwahrscheinlich hält gerade jetzt ein Teenager unser IGLOO-FPGA in der Hand, während er mit Freunden über Facebook verbunden ist. Oder auch ein Geschäftsmann, der gerade den neuesten Roman auf seinem E-Book liest«, so Kapusta weiter.

China

Die Kommunikation steht immer noch für einen Großteil des FPGA-Umsatzes. China wiederum widmet einen Teil seines Wirtschaftsstimulationsprogramms dem Aufbau der Kommunikationsinfrastruktur. Das müsste doch zusätzlich Geld in die Kassen der PLD-Hersteller spülen? Dem ist auch so. Laut Blake hat China die Zahlen von Altera bereits im ersten und zweiten Quartal dieses Jahres positiv beeinflusst. Denn laut seiner Aussage werden die Altera-Chips in einer Vielzahl der chinesischen Programme genutzt. Und auch Fanning berichtet, dass Lattice vor zwei Jahren lediglich einen Socket gewonnen hat, mittlerweile aber viel mehr Design-Wins im 3G-Bereich erzielen konnte.

Scheffer setzt das Ganze noch in eine Zukunftsperspektive um und erklärt: »Wir sind weiterhin optimistisch, wenn es um die langfristigen Wachstumsaussichten in der Kommunikation für unsere Industrie geht. Wir erwarten, dass wir vom Aufbau des 3G-Netzes in China profitieren werden.« Einen weiteren Grund zum Optimismus sieht Scheffer darin, dass die Lagerbestände entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduziert wurden, dass sich im Enterprise- Networking eine Stabilisierung abzeichnet und dass starke Design-Win-Aktivitäten sowohl für Virtex-5 als auch für Virtex-6 zu verzeichnen sind.


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