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Henkel erweitert sein Macromelt-Portfolio

Niederdruck-Spritzguss mit Schmelzklebern als Alternative zum Kunststoffspritzguss

07. Dezember 2010, 18:24 Uhr   |  Karin Zühlke

Niederdruck-Spritzguss mit Schmelzklebern als Alternative zum Kunststoffspritzguss
© Henkel

Thorsten Kaselow, Henkel: Gegenüber dem Verguss mit zweikomponentigen Vergussmassen liegen die Vorteile vor allem in der schnelleren Verarbeitung, zudem spart man sich das Gehäuse.

Das Hotmelt-Molding-Verfahren arbeitet im Gegensatz zum klassischen Kunststoffspritzguss mit einem niedrigen Druck von 5 bis 40 bar. Es schützt Bauteile auch ohne Kunststoffgehäuse vor Umwelteinflüssen und lässt sich hoch automatisiert durchführen. Unter dem Markennamen Macromelt bietet Henkel Schmelzklebstoffe für das Hotmelt-Molding für unterschiedliche Anforderungen.

Die Niederdruck-Vergusstechnik - oder Hotmelt-Molding - ist ein modifiziertes Spritzgussverfahren und lässt sich technisch zwischen dem Kunststoffspritzguss und dem Verguss mit zweikomponentigen Vergussmassen. Es empfiehlt sich überall dort, wo empfindliche Bauteile ohne Gehäuse oder ganze Baugruppen gegen thermische und mechanische Belastungen oder Verformungen geschützt werden sollen. Zwar kommen dafür auch der klassische Kunststoffspritzguss und der Zwei-Komponentenverguss in Frage, die Niederdruckvergusstechnik lässt es aber auch zu, niedrigviskose Klebstoffe sehr schonend auftragen, ohne die meist empfindlichen Substrate zu beschädigen.

Der Kunststoffspritzguss arbeitet hingegen üblicherweise mit 100 bis 1000 bar. »Gegenüber dem Verguss mit zweikomponentigen Vergussmassen liegen die Vorteile vor allem in der schnelleren Verarbeitung, zudem spart man sich das Gehäuse«, erklärt Thorsten Kaselow, Focus Segment Manager Electrical & Optical Industry bei Henkel. Doch das ist nicht der einzige Vorteil, den das Hotmelt-Verfahren mit sich bringt, auch unter ökologischen Gesichtspunkten ist das Verfahren interessant, wie Kaselow schildert: »Unsere Heißschmelzklebstoffe für das Hotmelt-Molding bestehen aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen und nicht kennzeichnungspflichtig. Bei der Verarbeitung finden keine chemischen Reaktionen statt und es werden keine Lösungsmittel freigesetzt.« Außerdem sind die Zykluszeiten beim Hotmelt-Molding - einem Einkomponentensystem - deutlich kürzer als bei  Zweikomponenten-Vergussmassen. Etwa 10 bis 50 Sekunden nimmt ein Niedrigspritzguss-Zyklus in etwa in Anspruch. Die Produkte sind nachdem sie verarbeitet wurden bereits voll verwendbar. Ein einmaliger Niederdruckspritzguss reicht dafür aus. »Zudem entfällt ein separat zu fertigendes Gehäuse, so dass trotz höherer Materialkosten für den Schmelzklebstoff in vielen Fällen die Fertigungskosten insgesamt geringer ausfallen«, so Kaselow.

Zu den jüngsten Entwicklungen von Henkel zählt der Macromelt OM 671, bei dem Henkel die Kälteflexibilität gegenüber Vorgängerprodukten noch einmal optimiert hat. Das Produkt  ist für alle elektrischen und elektronischen Bauteile wie Stecker, Platinen und Sensoren einsetzbar, die gegen äußere Einflüsse geschützt werden müssen und dabei starken Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Mit einem Einsatzbereich von -50 °C bis +140 °C weist der Macromelt OM 671 ein sehr gutes Tieftemperaturverhalten auf. 

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