Katek zur Zukunft der EMS-Branche

Mehr Know-how, mehr Zusammenarbeit mit OEMs

20. Juni 2022, 11:44 Uhr | Karin Zühlke
Katek-Gruppe
Die zur Katek Group gehörige eSystems MTG beliefert Porsche seit 2019 mit Ladesystemen für Elektro- und Hybridfahrzeuge.
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OEMs beziehen inzwischen wesentlich mehr Entwicklungsleistung vom EMS als noch vor ein paar Jahren. Was bisher inhouse entwickelt und anschließend nur zur Produktion weitergegeben wurde, wird mittlerweile oft in enger Zusammenarbeit mit dem EMS umgesetzt.

Immer mehr Erstausrüster orientieren sich an den Standorten der EMS-Partner. Experten gehen davon aus, dass bis 2030 die Regionalisierung der Produktion an Bedeutung gewinnen wird und Aufträge aus Fernost zurück nach Europa kommen bzw. direkt in Europa vergeben werden. Zudem werden große, internationale OEMs auf EMS-Dienstleister setzen, die global präsent sind, insbesondere in Asien und den USA.

»Bei der Auswahl wird auch die Expertise im jeweiligen Segment eine immer wichtigere Rolle spielen. Insbesondere in wachstumsstarken Märkten wie zum Beispiel Elektromobilität ist das Know-how des EMS-Dienstleisters essenziell. Diese Entwicklung ist eine große Chance für die EMS-Branche. Wer jetzt das nötige Know-how aufbaut und Kunden dort bedienen kann, wo es für sie intern schwierig wird, kann sich langfristig am Markt profilieren«, beschreibt  Marc Lauter, Group Head of Technology von Katek.

Intelligentes Ladesystem für Porsche

So beliefert die zur Katek Group gehörige eSystems MTG bereits seit 2019 Porsche mit Ladesystemen für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Gemeinsam mit Porsche hat eSystems für Elektro- und Hybridfahrzeuge der Marken Porsche, Audi und Bentley auf Basis von ISO 15118 eine Ladeinfrastruktur entwickelt, die das volle Programm des intelligenten Ladens ermöglicht: Nutzung von PV-Eigenstrom, tarifliches Laden und das Erstellen von Ladeplänen, die die Belastung des Haus- und Netzanschlusses berücksichtigen. Dieses mobile Ladekabel (In-Cable Circuit Protection Device, kurz: ICCPD) wird als Serienausstattung mit den Fahrzeugen ausgeliefert.

Die Entwicklung lief in enger Zusammenarbeit von Porsche, dem Team der eSystems und dem Katek-Standort in Tschechien, wo das ICCPD mit modernsten Fertigungsmethoden produziert wird. Nach der Entwicklungs- bzw. Industrialisierungsphase wurde der Prototyp entwickelt und die hohen Anforderungen an das High-Tech-Produkt auf Machbarkeit geprüft. Neben dem Materialeinkauf und der Produktion war Katek auch für die Prüftechnik, Final Assembly, Logistik zu den Produktionswerken der OEMs in Europa und die internationale Zertifizierung in 134 Ländern verantwortlich.

»Das Beispiel Porsche zeigt deutlich, wie früh die Unternehmen mittlerweile ihre Dienstleister involvieren und warum es sinnvoll ist, auf Partner zu setzen, die bereits ein umfassendes Know-how im jeweiligen Bereich, in diesem Fall eMobility, vorweisen können«, fasst Lauter zusammen.

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Ein weiterer Anknüpfungspunkt der Zusammenarbeit mit OEMs sind Whitelabel-Produkte. Katek präsentierte unlängst mit ghostOne seine erste Whitelabel-Wallbox. Dabei handelt es sich um einen 22-kW-eCharger, den Unternehmen komplett mit ihrer eigenen Markenidentität individualisieren können. Sie können die Wallbox im modularen Baukastensystem bestellen – von der Lieferung der Steuerplatine bis hin zum kompletten Produkt einschließlich Validierung und Zertifizierung. Wer umfassendere Design-Anpassungen bei der Wallbox haben möchte, kann auch ein vollkommen eigenständiges Gehäusedesign beauftragen.

Alle Schritte von der Entwicklung über Rapid Prototyping, Materialmanagement, Produktion, Prüftechnik, Final Assembly, Logistik und Aftersales deckt die Katek-Gruppe dabei selbst ab. Ziel war es, den Kunden eine hochtechnologische, State-of-the-Art-Wallbox zu liefern, die alle zukunftsrelevanten Innovationen mit stylischem Design vereint. Die Wallbox wird von der Katek-Marke eSystems entwickelt und in der Katek-Gruppe produziert.

»Die Katek-Tochter eSystems zielt mit ghost­One auf den europäischen Volumenmarkt für Wallboxen im Residential- und halböffentlichen Bereich, der europaweit nach jüngsten Marktstudien bis 2035 eine Installationsbasis von 65 Millionen Boxen erreichen wird«, erklärt Jochen Paukert, Geschäftsführer von eSystems MTG.

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Katek zeigt mit ghostOne, wie gut die verschiedenen Schritte des Produktentstehungszyklus ineinandergreifen, und bietet ihren Kunden ein vollentwickeltes Produkt an. Dabei profitiert sie auch vom umfassenden Solar- und Energie-Know-how des Steca-Portfolios. Die Wallbox bezeichnet Katak aber erst als Anfang einer spannenden Reise an individualisierbaren White­label-Produkten für seine Kunden.

Mit Remote Service und LTE-Konnektivität

Vollständig vernetzt und hochintelligent mit Fernverwaltung und Konnektivität über Ethernet, WiFi und LTE – ghostOne macht das möglich. Bei der Entwicklung haben die Experten darauf geachtet, dass die Wallbox auf typische Alltagssituationen vorbereitet ist – zum Beispiel, wenn in Parkhäusern oder auf Parkplätzen Ethernet-Verbindung nicht möglich ist


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