Norbert Hauser, Kontron »Die Liefersituation in China hat sich merklich verbessert«

Norbert Hauser ist Vice President Marketing bei Kontron.
Norbert Hauser ist Vice President Marketing bei Kontron.

Gestern präsentierte die S&T AG die Geschäftszahlen für 2019 und das neunte Rekordjahr in Folge. Für 2020 ist jedoch mit einem Einfluß des SARS-CoV-2 Virus zu rechnen, welchem sich kurzfristig auch die S&T AG nicht entziehen können wird. Was das für Kontron bedeutet, erklärt Norbert Hauser.

Die Corona-Krise hat die Wirtschaft fest im Griff, auch die Embedded-Branche ist betroffen. Die S&T AG, zu der auch Kontron gehört, hat das neunte Rekordjahr in Folge verkündet – wie es 2020 angesichts der Corona-Krise aussehen wird, ist noch nicht abzusehen. Immerhin hat sich laut Norbert Hauser, Vice President Marketing bei Kontron, die Lage in China etwas entspannt.

»Bei unseren Lieferanten und Auftragsfertigern in China hat sich die Liefersituation merklich verbessert. Rückständige Lieferungen werden planmäßig in den nächsten 2 Wochen abgearbeitet und an uns geliefert, allerdings ist derzeit mit etwa 5 bis 10 Tagen verlängerten Transportzeiten zu rechnen. Unsere Lieferanten und Auftragsfertiger in den anderen asiatischen Regionen sowie Europa sind inzwischen von den kürzlich von den Regierungen beschlossenen Maßnahmen betroffen, so dass es hier zu Lieferverzögerungen kommen kann. Unsere Produkte kommen ebenfalls in kritischen Infrastrukturen und in Geräten für die Medizintechnik zum Einsatz, weswegen wir bestrebt sind, den Geschäftsbetrieb soweit und solange wie möglich uneingeschränkt fortzuführen, um unseren Kunden auch in dieser Phase ein verlässlicher Partner zu sein. Für alle Kontron-Standorte wurde deshalb ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Aufrechterhaltung unserer Geschäftstätigkeit beschlossen und umgesetzt. Alle Bereiche und insbesondere die Produktionen in Deutschland, Österreich und Ungarn laufen derzeit auf annähernd normalem Niveau. Eine Vielzahl von Mitarbeitern arbeitet inzwischen im Home Office, Vertrieb, Support und Projektmanagement sind weiterhin uneingeschränkt erreichbar und unsere Entwicklungsteams arbeiten weiterhin an neuen Produkten«.

Neuntes Rekordjahr in Folge

Die S&T AG hat derweil die Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 bekanntgegeben – der Umsatz überschritt erstmals die Milliardengrenze. Er stieg um 13 Prozent von 990,9 Mio. Euro auf 1.122,9 Mio Euro. Um sogar 23 Prozent auf 111,7 Mio. (Vorjahr: 90,5 Mio.) stieg das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) an. Somit wurden die ursprünglichen EBITDA-Vorgaben erneut übertroffen und das Ziel für 2023 gar auf 220 Mio. Euro erhöht. Ebenso verbessert zeigten sich das Working Capital sowie der operative Cashflow – ein Anstieg liquider Mittel inkludiert. Ebenso erreichten Auftragsbestand und Projekt-Pipeline mit Steigerungen von über 30 Prozent neue Bestmarken. Die finanzielle Situation erlaubt es S&T trotz der aktuellen »Corona-Krise« ihre jährlich ansteigende Dividendenpolitik fortzusetzen: Der Vorstand wird der Hauptversammlung daher eine Dividende von 19 Cent (Vorjahr: 16 Cent) für das abgelaufene Geschäftsjahr vorschlagen.

S&T wird das bisherige Jahresziel überdenken müssen und adaptieren, sobald sich die Auswirkungen der Pandemie transparenter darstellen. Das Unternehmen sieht in der aktuellen Krise jedoch ebenso zahlreiche Chancen, sei es über die erhöhte Nachfrage im Bereich der Medizintechnik, bei Heimarbeitsplätzen oder gesunkenen Unternehmensbewertungen, welche die M&A Strategie der S&T Gruppe unterstützen. S&T ist krisenfest aufgestellt und mit über EUR 300 Mio. Euro Barbeständen gut gerüstet für sich bietende Akquisitionschancen.

Norbert Hauser kommentiert das so: »Laut S&T lässt sich die weitere Entwicklung des Geschäftsverlaufes der S&T Gruppe für das laufende Geschäftsjahr derzeit nicht hinreichend genau prognostizieren. Daher kann die S&T AG, die am 22. Januar 2020 veröffentlichte Umsatz- und EBITDA-Guidance im Moment nicht aufrechterhalten. Das Unternehmen plant, nach dem Vorliegen der Zahlen für das erste Quartal 2020, welches bisher gemäß dem ursprünglichen Plan verlaufen ist, und nach der Neuevaluierung der aktuellen Situation, eine neue Guidance zu veröffentlichen. S&T hält nach wie vor an den Zielen für 2023 von 2 Mrd. Euro Umsatz bei 220 Mio. Euro EBITDA fest«.