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Meilenstein erreicht

Kühlen mit Wasser als Kältemittel

26. Januar 2021, 09:24 Uhr   |  Corinna Puhlmann-Hespen

Kühlen mit Wasser als Kältemittel
© Efficient Energy

Welche Vorteile hat Wasser als Kältemittel? Auf dem Bild zu sehen ist der Impeller, Teil des Turboverdichters der Kältemaschine eChiller.

Im Vergleich zu klimaschädlichen, synthetischen Kältemitteln ist Wasser eine saubere Sache. Es ist CO2-neutral, kostengünstig und hochverfügbar. Es lohnt sich ein Blick auf die Technologie von Efficient Energy sowie auf die Kältemaschine „eChiller120“, die besonders effizient ist.

Innovative Kältetechnik bietet die Möglichkeit, eine große Menge an CO2-Emissionen erfolgreich zu reduzieren.

»Ein Kältemarkt mit 100 Prozent natürlichen und klimaneutralen Kältemitteln ist möglich, die Technologien sind vorhanden und auch aus wirtschaftlicher Perspektive sinnvoll einsetzbar«. Davon ist Thomas Bartmann, Vertriebsleiter von Efficient Energy, fest überzeugt. »Es müsste nur ein noch stärkeres Bewusstsein für die Bedeutung der Kälte-Industrie im globalen Kontext geschaffen und die Lobby der großen synthetischen Anbieter durchbrochen werden«.

Efficient Energy aus Feldkirchen bei München ist eines der wenigen Unternehmen, die seit über einem Jahrzehnt genau hier ansetzen. Die Firma ist im Jahr 2006 an den Start gegangen, um den Markt mit einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Kältetechnik zu revolutionieren. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen rund 60 Mitarbeiter und liefert seine Kühltechnologie, die über keinerlei Treibhaus- oder Ozonabbaupotenzial verfügt, an Kunden aus unterschiedlichen Branchen aus, darunter Siemens, British Telecom und Gardena.

Warum braucht es „Clean Cooling“?

Kälte- und Klimageräte verursachen rund 8 Prozent der weltweiten CO2-Emissionem. Zur Einordnung: Der Anteil des globalen Flugverkehrs an der Entstehung klimaschädlicher Gase ist nur geringfügig höher. Ein Umdenken sei zwingend erforderlich, mahnt auch die EU, die aus diesem Grund unter anderem die F-Gase-Verordnung verabschiedet hat. Diese sieht vor, den Einsatz fluorierter Treibhausgase (F-Gase) bis zum Jahr 2030 schrittweise um nahezu 80 Prozent zu senken. Das Ziel ist eine Reduzierung der Emissionen um 70 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent.

Der Phase-Down-Prozess hat mittlerweile enorme Effekte am Kühlgeräte-Markt hinsichtlich der Verfügbarkeit von Kältemitteln sowie deren Preisentwicklung. Denn die Hersteller haben die Produktion von Kältemitteln mit einem hohen GWP-Wert zum Großteil eingestellt. Seitdem floriert der illegale Handel mit klimaschädlichen F-Gasen wie nie zuvor. Der Anteil illegal eingeführter synthetischer Kältemittel könnte Expertenmeinungen zufolge bei bis zu einem Drittel liegen!

Dementsprechend nimmt der Druck weiter zu, auf zukunftsfähige und nachhaltige Technologien umzusteigen. Wasser als Kältemittel hat nicht nur den Vorteil, dass es – anders als die F-Gase – klimaneutral ist.

Auch im Vergleich zu den natürlichen Kältemitteln hat Wasser laut Efficient Energy die meisten stoffspezifischen Vorteile. Im Vergleich zu Ammoniak, als ein Beispiel, ist es geruchlos, nicht brennbar und nicht toxisch. Außerdem unterliegt die Technologie von Efficient Energy keinerlei rechtlichen Einschränkungen und erfordert keine zertifizierte Wartung nach kältetechnischen Richtlinien. Alles in allem ist Wasser also eine saubere Sache – und es ist kostengünstig und hochverfügbar.

Wasser als Kältemittel
© Efficient Energy

Kältemaschine "eChiller 120"; hier in einer speziellen Messeausführung.

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1. Kühlen mit Wasser als Kältemittel
2. Teil 2: Wasser als Kältemittel, das Funktionsprinzip

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