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Erzielt hohe Kälteleistung

Kältemittel R718 – auch bekannt als Wasser

10. Mai 2021, 08:33 Uhr   |  Corinna Puhlmann-Hespen

Kältemittel R718 – auch bekannt als Wasser
© Bild: Lotus_studio | Shutterstock

Wasser als natürliches Kältemittel muss weder produziert, transportiert, gelagert oder entsorgt werden.

Die Idee, Wasser als Kältemittel zu verwenden, ist grundsätzlich nicht neu. Dennoch hat es bisher kein Unternehmen geschafft, den Prozess so erfolgreich zu Ende zu denken wie Efficient Energy. Und diese Firma legt nun nach – mit einer Kältemaschine mit dreifach höherer Kälteleistung.

Herkömmliche Kühlsysteme nutzen synthetische Kältemittel, sogenannte F-Gase, die wegen ihrer umweltschädlichen CO2-Emissionen durch die EU schrittweise verboten werden. Der Wandel in der Branche ging zunächst sehr schleppend voran, was sich aktuell jedoch ändert. Der Grund dafür ist ein einfacher: Unternehmen, die auf Kühlung angewiesen sind und auch in ein paar Jahren noch einen gesetzeskonformen Betrieb aufrechterhalten wollen, sind zum Handeln gezwungen.

Am 1. Januar 2021 trat die nächste Stufe der F-Gase-Verordnung der EU in Kraft. Die Verordnung zielt im Allgemeinen darauf ab, die CO2-Äquivalente von F-Gasen um nahezu 80 Prozent gegenüber den Ausgangswerten von 2015 zu reduzieren. Mit der dritten Stufe wurde jetzt die Menge der CO2-Äquivalente auf 45 Prozent reduziert. 

Die Umstellung der Kälteversorgung hinkt seit Jahren den Gesetzesvorgaben hinterher.
Die Konsequenzen sind nun deutlich zu sehen: Für viele Betreiber ist eine Wartung von bestehenden Kälteanlagen nicht mehr möglich, da die Kältemittel nicht verfügbar sind. Der Handel mit illegalen Kältemitteln boomt und torpediert so die Gesetzesvorgaben. 

Kühlung mit natürlichen Kältemitteln

Die Kältetechnologien der nächsten Generation wird auf natürlichen Kältemitteln basieren. Die Technologien sind vorhanden, erprobt und könnten bereits jetzt den gesamten Kältebedarf abdecken. Zu diesen natürlichen Kältemittel zählen Ammoniak (NH3), Kohlenwasserstoffe (HC) oder Kohlendioxid (CO2). Diese zeichnen sich dank ihres sehr geringen Treibhausgaspotenzials vor allem dadurch aus, dass sie selbst bei Entweichen kaum eine Gefahr für das Klima darstellen.

Noch einfacher in der Handhabung ist jedoch Wasser (R718) als natürliches Kältemittel. Es muss weder produziert, transportiert, gelagert oder entsorgt werden!

Efficient Energy hat seine „Clean Cooling“-Technologie so konzipiert, dass sie enthärtetes Leitungswasser als natürliches und CO2-neutrales Kältemittel verwerten kann.

Bereits heute verfügbar - sogar als Serienprodukt

Die „eChiller“-Kälteanlagen sind derzeit  die einzigen Serienprodukte weltweit, die das prozesssicher leisten können. Und bereits heute kühlen sie Schaltschränke, Serverräume, Rechenzentren, industrielle Maschinen und Prozesse, aber auch Gebäude. 

Wasser als Kältemittel
© Efficient Energy

Kältemaschine "eChiller 120" - hier in einer speziellen Messeausführung.

Die Technologie, die Wasser in einem geschlossenen Kreislauf nutzbar macht, ist allerdings komplex. Vorangegangen ist ein jahrelanger Entwicklungsprozess sowie die Anmeldung und Erteilung von mehr als 200 Patenten. 

Die „eChiller“-Kältemaschinen basieren auf der so genannten „Bluezero“-Technologie von Efficient Energy. Je nach Ausführung bieten sie derzeit eine Kälteleistung von 35 oder 45 kW. Und der nächste große Leistungssprung steht kurz bevor: Im Sommer 2021 soll eine neue Produktgeneration in Serienproduktion gehen, die es auf eine Kälteleistung von 120 kW bringt. Bei noch größerem Kältebedarf lässt sich der neue „eChiller 120“ auch im Verbund aufstellen. Ein modularer und skalierbarer Aufbau und eine optional integrierte Verbundregelung ermöglichen dabei eine Kälteleistung von über 500 kW. 

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1. Kältemittel R718 – auch bekannt als Wasser
2. Teil 2: So ist der eChiller aufgebaut

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