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Digi-Key nennt Kriterien für die Auswahl

Welcher HF-Steckverbinder ist der richtige?


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Die gängigen HF-Steckverbinder-Typen im Vergleich

SMA-Steckverbinder

Die Subminiatur-Koaxialsteckverbinder sind mit einer Gewindekupplungstechnologie ausgestattet, um eine hohe mechanische Stabilität bei starken Vibrationen zu gewährleisten. Der gefangene Mittelkontakt und der Isolator des Steckers erhöhen die Axialkraft und das Drehmoment. Die dicke Goldbeschichtung des Mittelkontakts trägt zu einer verbesserten elektrischen Leistung und bis zu 500 Steckzyklen bei.

Relevante Anbieter

Würth Elektronik
Diese SMA-Steckverbinder-Buchse mit Sockel enthält eine frontseitige Mutter und eine zugehörige Sicherungsscheibe für eine hohe mechanische Integrität bei der Montage durch eine Schalttafel oder ein Schott.
© Würth Elektronik

Ein gutes Beispiel für diesen Steckertyp ist der SMA-Steckverbinder „60312242114510“ von Würth Elektronik eiSos, ein DC-bis-10-GHz-Steckverbinder mit Sockel. Er ist für den Einsatz am Platinenrand und für die Endeinkopplung konzipiert. Der Lötverbinder für die Schalttafelmontage wird außerdem mit einer Mutter und einer Sicherungsscheibe auf der Vorderseite geliefert, um die Befestigung an der Schottwand (Schalttafel) zu erleichtern und die Stabilität des Endprodukts zu erhöhen.

Zu den wichtigsten HF-Spezifikationen gehören ein Stehwellenverhältnis (VSWR) unter 1,2 und eine Einfügedämpfung (IL) von weniger als 0,14 Dezibel (dB) von DC bis 12,4 GHz, mit entsprechenden VSWR- und IL-Werten von 1,4 und 0,2 dB im Bereich 12,4 bis 18 GHz.

SMB-Steckverbinder

Dieser Steckverbinder ist für die aufschnappbare Kopplung mit Breitbandfähigkeit von DC bis zu 4 GHz ausgelegt. Der SMB-Stecker ist kleiner als der SMA und verzichtet auf das Gewinde. Daher eignet sich dieser Steckverbinder gut für die Miniaturisierung von Schaltungen. Zu den verfügbaren SMB-Steckverbindern gehören beispielsweise Leiterplattenbuchsen für die Durchsteck- und Oberflächenmontage sowie Randkarten- und Kabelsteckverbinder für Stecker und Buchsen.

Würth Elektronik
Der SMB-Steckverbinder ist ein aufklemmbarer, rechtwinkliger Steckverbinder, der für die Befestigung auf Durchsteckplatinen und das Löten konzipiert ist und kleiner ist als die SMA-Einheit, aber vergleichbare Spezifikationen aufweist.
© Würth Elektronik

Ein Beispiel für einen SMB-Steckverbinder ist der Typ „61611002121501“ von Würth Elektronik, ein rechtwinkliger, durchkontaktierbarer und gelöteter Steckverbinder mit einem VSWR von 1,5 und einer Einfügedämpfung unter 0,2 dB. Wie die SMA-Komponente ist auch er für 500 Steckzyklen ausgelegt.

Diese Miniatur-Steckverbinder zum Einstecken oder Aufklemmen lassen sich in Anwendungen bis 40 GHz einsetzen. Sie sind mit drei Schnittstellentypen erhältlich: Komplette Nut mit maximalem Rückhalt für hohe Vibrationsfestigkeit (100 Zyklen), Teilnut mit mittlerem bis geringem Rückhalt (500 Zyklen) und glatte Bohrung (1000 Zyklen) mit dem niedrigsten Rückhalt.

Würth Elektronik
Aus der SMP-Familie: Kartenrandverbinder mit glatter Bohrung, ausgelegt bis 12 GHz
© Würth Elektronik

Einer der Steckverbinder dieser Serie ist der Typ „60114202122305“ von Würth Elektronik eiSos, ein oberflächenmontierbarer Steckverbinder mit verlängertem Lötbeinchen für Leiterplatten bis zu einer maximalen Dicke von 1,2 mm. Es ist spezifiziert mit einem VSWR von 1,5 und einer Einfügedämpfung von 0,42 dB von DC bis 12 GHz.

MCX-Steckverbinder

Der MCX (Micro Coaxial) verfügt über einen Schnapp-Kupplungsmechanismus für einen schnelle und bequemen Anschluss. Er eignet sich für Anwendungen von DC bis 6 GHz und ist kompatibel zur IEC 6116936 („Hochfrequenz-Steckverbinder – Teil 36: Mikrominiatur-Hochfrequenzsteckverbinder mit Schnappkupplung – Wellenwiderstand 50 Ohm“).

Würth Elektronik
Oberflächenmontierbare Kartenrandbuchse der MCX-Produktfamilie
© Würth Elektronik

Ein Produktbeispiel aus dem Hause Würth Elektronik sind die oberflächenmontierbaren Kartenrand-Buchsen der Serie „60612202111308“, geeignet für Platinen bis zu einer Dicke von 1,6 mm. Sie bieten ein VSWR von 1,3 und eine Einfügedämpfung von 0,25 dB und sind für 500 Steckzyklen ausgelegt.

MMCX-Steckverbinder

Diese Steckverbinder sind im Vergleich zu den MCX-Steckverbindern ca. 30 Prozent kleiner und eignen sich für Anwendungen mit ultrakleinen Designanforderungen. Sie verfügen über einen Schnapp-Kupplungsmechanismus für einen schnellen und einfachen Anschluss und erfüllen zudem IEC 61169-36.

Würth Elektronik
Dieser MMCX-Steckverbinder ist für das Ancrimpen an ein Kabel wie die Koaxialtypen RG174, RG316 und RG188 vorgesehen.
© Würth Elektronik

Der MMCX-Stecker kann zum Beispiel als freihängender (inline) Crimp-Steckverbinder ausgeführt sein, wie der „66046011210320“ von Würth Elektronik. Dieser 6-GHz-Stecker arbeitet mit RG174-, RG316- und RG188-Koaxialkabeln und bietet ein VSWR von 1,3 und eine Einfügedämpfung von 0,3 dB.

Spezialstecker und Adapter

Angesichts der Vielzahl der verwendeten Steckverbinder ist es unvermeidlich, dass ein Bedarf an Adaptern besteht, um die Verbindung zwischen einer Familie und einer anderen zu ermöglichen. Würth Elektronik bietet mehrere komplette Adapterserien an, die den Übergang von einem Steckertyp und -geschlecht zu einem anderen unterstützen.

Umgekehrte Polarität

Außerdem gibt es noch einen weiteren speziellen Steckertyp, der Entwickler zunächst verwirren kann: der RP-Stecker (umgekehrte Polarität). Die Standardkonfiguration von Steckverbindern besteht in der Regel aus einem Mittelkontakt (Stift) im Stecker und einer entsprechenden Steckbuchse. Jedoch schreiben die Vorschriften der „Federal Communications Commission“ (FCC) in den USA in einigen Einzelfällen eine umgekehrte Polarität vor.

Diese Forderung reicht mehrere Jahrzehnte zurück, als WiFi-Router für den Verbraucher auf den Markt kamen. Diese wurden für eine begrenzte Reichweite mit einer kleinen Antenne entwickelt, die an ihrem Fuß einen Stecker hat, der direkt in den Antennenanschluss des WiFi-Geräts geschraubt wird und somit keine Möglichkeit bietet, sie zu verlegen. Die FCC war damals besorgt, dass Endbenutzer versuchen könnten, die Reichweite des Geräts mit zusätzlichen Verstärkern und/oder externen Antennen zu erhöhen und somit Störungen im WiFi-Band zu verursachen. Der Lösungsansatz bestand darin, den einfachen Anschluss solcher Komponenten zu verhindern, indem die FCC die Verwendung von RP-Steckern an diesen drahtlosen Geräten (die oft SMA-Stecker verwendeten) vorgeschrieben hat, um sie mit Standardkomponenten inkompatibel zu machen. Allerdings scheiterte dieser Ansatz, denn innerhalb kurzer Zeit wurden Kabelkonfektionen, die mit RP-Steckerpaaren abgeschlossen wurden, verfügbar.


  1. Welcher HF-Steckverbinder ist der richtige?
  2. Die gängigen HF-Steckverbinder-Typen im Vergleich
  3. Kabel und Kabelkonfektionen

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